Wechselvolle Geschichte

Die Zisterziensermönche der Abtei in der Eifel sind mit dem Gründer ihres Ordens aus einem bestimmten Grund sehr eng verbunden. Auch einen Romanautor zieht es immer wieder an diesen Ort.

Abtei Himmerod | Bonn - 06.01.2015

Die Zisterziensermönche der Abtei Himmerod sind mit dem Gründer ihres Klosters besonders eng verbunden: Schließlich war es der heilige Bernhard von Clairvaux höchstpersönlich, der den Konvent im 12. Jahrhundert gründete. Es war seine erste Klostergründung auf deutschem Gebiet. Das Kloster gehört zum Bistum Trier und liegt im Landkreis Bernkastel-Wittlich, nahe an der Grenze zu Frankreich, Luxemburg und Belgien.

In seiner langen und wechselvollen Geschichte erging es der Abtei ähnlich wie vielen anderen Klöstern in Deutschland: Einer Blütezeit in den ersten Jahrhunderten folgte das zwischenzeitliche Aus durch die Säkularisierung. 1802 ließ Napoleon Himmerod aufheben. Die Folge war der Ausverkauf und der Verfall des Geländes: So soll es an einen Hüttenbesitzer versteigert worden sein, der sich für das Kupfer des Kirchendaches interessierte und es daher abdecken ließ, ohne Ersatz zu schaffen.

1922 gründeten einige Zisterziensermönche die Abtei neu, die zerstörte barocke Abteikirche konnten sie aber erst vierzig Jahr später wiedereröffnen. Sie ist mit einer Orgel der traditionsreichen Bonner Firma Klais bestückt, deren Klang von Kennern als außerordentlich gut beurteilt wird.

Schon einige Jahre zuvor hatte auf dem Gelände ein Treffen stattgefunden, das das Kloster auch im außerkatholischen Kontext zu einem Begriff werden ließ: 1950 tagte hier im Auftrag der Bundesregierung ein Ausschuss militärischer Experten und erstellte die "Himmeroder Denkschrift", mit der die Wiederbewaffnung Deutschlands vorbereitet wurde.

Ein gastfreundlicher Ort

Besucher sind im Kloster Himmerod immer herzlich willkommen. Schon alleine, weil nach der Regel des Heiligen Benedikt Gäste nie fehlen dürfen. In der Abtei gibt es also genügend Platz für einen entspannten und interessanten Aufenthalt in der landschaftlich reizvollen Umgebung der Eifel. Das Gäste- und Exerzitienhaus bietet über das ganze Jahr Kurse zu verschiedenen spirituellen Themen an. Zu dem Klostergelände gehören auch eine Gaststätte und ein Goldschmiede-Atelier, dessen Inhaberin ihr Angebot auf die spirituelle Umgebung abstimmt.

Wer das Kloster besucht, für den lohnt es sich auch, in der "Alten Mühle" vorbei zu schauen. Die Korn-, Speicher- und Sägemühle ist das älteste noch vollständig erhaltene Bauwerk in Himmerod und diente nach dem ersten Weltkrieg den wiederkehrenden Mönchen als erste Herberge. Und nicht zuletzt bietet sich bei einem Aufenthalt in Himmerod auch eine ganz besondere Lektüre an: Gleich mehrere Romane des Autors Rainer M. Schröder, der seit Jahren immer wieder Zeit an dem Ort verbringt, spielen in dem Kloster.

Weil das Kloster mit massiven Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat, mehrten sich 2010/2011 die Gerüchte, es könnte geschlossen werden. Zu dieser Zeit musste etwa die eigene Fischerei aufgegeben werden. Im Oktober 2011 teilte der Orden aber mit, dass er das Kloster einstweilen erhalten will.

www.abtei-himmerod.de

Von Gabriele Höfling und Jens Ofiera

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