Das Bistum Würzburg hat einen neuen Bischof

Nur fünf Monate nach dem Rücktritt von Bischof Friedhelm Hofmann hat das Bistum Würzburg einen Nachfolger gefunden. Der ist promovierter Neutestamentler und kommt aus dem Bistum Speyer.

Bistum Würzburg | Würzburg - 16.02.2018

Der Speyerer Generalvikar Franz Jung wird neuer Bischof im Bistum Würzburg. Das gaben der Vatikan und die Diözese am Freitagmittag zeitgleich bekannt. Der 51-jährige Jung wird damit Nachfolger von Bischof Friedhelm Hofmann (75), der das Bistum bis zu seinem altersbedingten Rücktritt im vergangenen September geleitet hatte. Der Termin der Bischofsweihe steht noch nicht fest.

Jung wurde am 4. Juni 1966 in Mannheim geboren und studierte Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort empfing er am 10. Oktober 1992 auch seine Priesterweihe. Als Kaplan war Jung in Pirmasens und der Speyerer Dompfarrei tätig. Promoviert wurde Jung im Fach Neues Testament an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Dissertation zum Titel Jesu Christi als "Retter" (griechisch: soter) nannte die Frankfurter Allgemeine Zeitung "eine bedeutsame Arbeit" (Juli 2002).

Anfang des Jahrtausends war Jung zudem Sekretär des damaligen Speyerer Bischofs Anton Schlembach. 2003 übernahm er dann die Leitung der Abteilung "Gemeindeseelsorge" im Bischöflichen Ordinariat. In dieser Funktion war er unter anderem für die Vorbereitung der Seligsprechung von Priester und Ordensgründer Paul Josef Nardini zuständig. 2008 folgte die Wahl zum Domkapitular, seit 2009 ist er Generalvikar der Diözese Speyer.

Kardinal Marx gratuliert

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte dem künftigen Würzburger Bischof. Zehn Jahre habe er als Generalvikar in Speyer "wichtige Weichenstellungen für die Entwicklung des Bistums" getroffen, heißt es in einem Schreiben der Bischofskonferenz. Er habe sich aber nicht nur als Generalvikar mit umsichtiger und weitsichtiger Perspektive einen Namen gemacht. "Ausdrücklich möchte ich Ihr Engagement in den Gremien des Verbandes der Diözesen Deutschlands hervorheben und Ihnen für diesen Dienst danken", so Marx. Es sei schön, dass er nun die Nachfolge "unseres geschätzten Mitbruders" Friedhelm Hofmann antrete.

Der gebürtige Rheinländer Hofmann stand der fränkischen Diözese seit 2004 vor. Nach seinem Rücktritt übernahm Weihbischof Ulrich Boom (70) als Diözesanadministrator kommissarisch die Leitung. Mit nur fünf Monaten war die Vakanz des Bischofsstuhls in Würzburg verhältnismäßig kurz. Die Bischofsernennungen in jüngster Vergangenheit haben im Schnitt bis zu einem Jahr gedauert. Das einzige Bistum ohne Diözesanbischof ist nun Hildesheim. (bod)

16.02.2018, 12:40 Uhr: ergänzt um das Statement von Kardinal Marx

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