A mourner places a candle at a makeshift memorial at Canaletas Fountains in Las Ramblas
Erzbischof bricht Reise ab

Barcelonas Kardinal besucht Verletzte des Anschlags

Barcelonas Erzbischof Juan Jose Omella wollte den Menschen seines Bistums im Moment des Schmerzes nahe sein. Was der Kardinal bei seinem Besuch in einer Klinik sah, habe ihn erschüttert.

Barcelona - 18.08.2017

Kardinal Juan Jose Omella, Erzbischof von Barcelona, hat Verletzte des Terroranschlags vom Donnerstag in einer Klinik besucht. Wie das Erzbistum Barcelona am Freitag via Twitter mitteilte, brach der Kardinal einen geistlichen Aufenthalt in der Provinz Castellon ab, um den Menschen in seinem Bistum "in diesen Momenten des Schmerzes" beizustehen. Im Hospital del Mar in Barcelona erkundigte sich Omella nach dem Gesundheitszustand mehrerer Verletzter und dankte dem Klinikpersonal für seinen Einsatz.

Kardinal: Es ist erschütternd

"Ich habe mit einem Familienvater gesprochen, der mich kontaktiert hat", schilderte Omella seine Eindrücke. "Er war bei der Arbeit, als er plötzlich ins Krankenhaus gerufen wurde. Dort fand er seine Frau im OP und seinen armen Jungen angeschlossen an Apparate in der Notaufnahme vor." Es sei erschütternd zu sehen, wie ein Leben binnen weniger Minuten zerstört werde "von einigen Terroristen, bei denen man nicht weiß, was in ihren Köpfen vorgeht".

Unterdessen verurteilte Kardinal Ricardo Blazquez, Erzbischof von Valladolid und Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz, die Akte des Terrors in Barcelona und im Küstenort Cambrils. "Keinerlei religiöse Idee rechtfertigt einen Akt der Gewalt", sagte Blazquez laut spanischen Medienberichten. Der Kardinal bat zudem darum, Muslime nicht pauschal zu kriminalisieren. Diese Form des Terrorismus, so der Bischofskonferenz-Vorsitzende, "kann man nicht mit dem Islam gleichsetzen".

Am späten Donnerstagnachmittag war ein Lieferwagen in eine Menschenmenge auf der Flaniermeile Las Ramblas im Zentrum von Barcelona gerast. Offiziellen Angaben zufolge kamen mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden teils schwer verletzt. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Anschlag für sich. In der Nacht zu Freitag soll im spanischen Cambrils bei einer weiteren Terrorattacke eine Frau ums Leben gekommen sein. Die Polizei erschoss den Angaben zufolge mehrere mutmaßliche Attentäter. (KNA)

Linktipp: Papst betet für die Opfer von Barcelona

15 Tote und viele Verletzte: das ist die traurige Bilanz nach dem Anschlag in Barcelona. Papst Franziskus und die spanische Bischofskonferenz sind erschüttert. Sie trauern mit den Familien der Opfer.