Der weltberühmte Mont Saint Michel in Frankreich.
Reisetipps zu den schönsten Klosterinseln der Welt

Klosterinseln: Abkühlung auf katholisch

Wenn die Temperatur wieder an die 30 Grad Celsius reicht: Katholisch.de hat für Sie sehr "katholische" Möglichkeiten zum Abkühlen im Urlaub gefunden – mit Klöstern und Kirchen am und im Wasser.

Von Stefanie Heinrichs |  Bonn - 09.07.2017

Abtei Mont Saint-Michel (Frankreich)

Das einzigartige Denkmal mittelalterlicher Kloster- und Festungsarchitektur liegt zwischen Normandie und Bretagne im Nordwesten Frankreichs. Die Anfänge des Klosters sollen auf das Jahr 708 zurückgehen. Einer Legende nach hat der Erzengel Michael den damaligen Bischof von Avranches im Traum angewiesen, auf einem ehemaligen Totenberg der Kelten eine Kirche zu errichten. Der Bischof traute der Erscheinung nicht. Daraufhin soll ihm der Erzengel ein weiteres Mal erschienen sein und dem Zweifelnden mit seinen Fingern Löcher in den Schädel gebrannt haben. Das Haupt des Bischofs, heute als Reliquie in der Stadt Avranches verehrt, weist tatsächlich in der Schädeldecke ein Loch auf. Nach diesem göttlichen "Fingerzeig" begann der Bischof mit der Errichtung einer Basilika zu Ehren des heiligen Michael. Bald schnitt eine Sturmflut den Felsen vom Festland ab. Die Bauarbeiten wurden weitergeführt. Erst 800 Jahre nach dem Baubeginn wurde das so genannte "Wunder des Abendlandes" vollendet. Über drei Stockwerke erstreckt sich das Labyrinth verschachtelter Gänge, Treppen und Hallen auf einer Fläche von 55.000 Quadratmeter. Jährlich besuchen etwa 3,5 Millionen Menschen die malerische Klosterinsel, das mittlerweile zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.

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Kloster Rheinau (Schweiz)

Im Norden der Schweiz, im Kanton Zürich, befindet sich das ehemalige Benediktinerkloster Rheinau. Es liegt inmitten einer schiffförmigen Insel auf dem Rhein und soll 778 gegründet worden sein. Die prächtige Klosterkirche gilt als eine der schönsten Barockkirchen der Schweiz. Sie wurde im 18. Jahrhundert restauriert und erhielt ihre imposanten Kirchtürme. 1862 beschloss der Kantonsrat die Auflösung des Klosters. Im März 2003 wurde die Tradition des klösterlichen Lebens auf der Klosterinsel Rheinau allerdings durch den Einzug der Schwestern der Spirituellen Weggemeinschaft neu belebt. Die Schwestern ermöglichen ihren Gästen Tage der Einkehr und eine Teilnahme am klösterlichen Leben. Auf den historischen Orgeln der Klosterkirche finden zudem regelmäßig Konzerte statt.

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Klosterinsel Košljun (Kroatien)

Die 6,5 Hektar kleine Klosterinsel liegt in einer Bucht der Adria in Kroatien. Gegründet wurde das dortige Marienkloster im 13. Jahrhundert von Benediktinermönchen. Ihnen erschien die grüne Insel als ein idealer Ort, um ihr Leben getreu der Ordensregel "ora et labora" mit Beten und Arbeiten zu führen. Im Jahr 1447 übernahmen Franziskaner das Kloster. Aufgrund ihrer Artenvielfalt – dort wachsen über 500 verschiedene Pflanzen – wird die Insel mit dem "Garten Eden" verglichen. Hinter den Klostermauern verbirgt sich außerdem eine Bibliothek mit seltenen antiken Büchern. 

Kirche Mariä Himmelfahrt (Slowenien)

Glück für ihre Ehe erhoffen sich Paare auf einer malerischen Insel des Bleder Sees in Slowenien. Auf ihr befindet sich die Kirche Mariä Himmelfahrt mit einer im Barockstil gestalteten Freitreppe aus Stein. Ehepaaren soll es Glück bringen, wenn der Bräutigam seine Braut die 99 Stufen zur Kirche trägt und die Eheleute anschließend gemeinsam die "Wunschglocke" läuten. Wer sie Maria zu Ehren läutet, dem geht ein Wunsch in Erfüllung. Die Legende sagt, dass im Bleder Schloß die schöne Witwe Polixena lebte und ihren von Räubern ermordeten Ehemann betrauerte. Sie sammelte ihr ganzes Gold und Silber und ließ ein Glöckchen für die Kapelle auf der Insel gießen. Als das Glöckchen auf die Insel hinübergeschifft werden sollte, kenterte das Boot in einem mächtigen Sturm, das Glöckchen sank und die Besatzung ertrank. Die junge Witwe wurde noch trauriger. Sie brach auf nach Rom, wo sie einem Orden beitrat. Nach Ihrem Tode übersandte der Papst eine neue Glocke für die Inselkirche.

Abtei Notre-Dame de Lérins (Frankreich)

Im Süden Frankreichs an der Côte d’Azur steht auf der Insel Saint-Honorat die Abtei Notre-Dame de Lérins. Bereits im 5. Jahrhundert soll es hier klösterliche Aktivitäten gegeben haben. Stifter des Klosters soll der heilige Honoratus von Arles gewesen sein. Er leitete das Kloster schließlich als dessen erster Abt. Heute leben in dem Zisterzienser-Kloster rund 30 Mönche. Sie verkaufen selbsthergestellte Weine und den bekannten Likör "Lérina". Die Insel ist ein Tourismusmagnet und insbesondere in den Sommermonaten gut besucht. Der imposante Bau der Abtei ist als historisches Monument – einer Schutzmaßnahme in Frankreich zum Erhalt eines Denkmals ­­– anerkannt und zählt zu den ältesten klösterlichen Zentren des Christentums.

St. Bartholomä (Deutschland)

Sie ist das Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes: die Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Westufer des Königssees auf der Halbinsel Hirschau. Bischof Roman I. von Gurk aus Kärnten weihte sie am 24. August 1134 – dem Bartholomäustag. Die Wallfahrtskirche mit den zwei unterschiedlichen Zwiebeltürmen und dem roten Kuppeldach ist ein beliebtes Ziel für Urlauber am Königssee: Jährlich besichtigen sie etwa 750.000 Urlauber. Von Sankt Bartholomä führt außerdem der einzige Weg zur Eiskapelle, dem tiefsten Schneefeld der Deutschen Alpen. Dieser Weg ist ein schöner und beliebter Wanderweg zu dem Naturphänomen, das ganzjährig nur aufgrund von Schneelawinen besteht.

Insel San Lazzaro degli Armeni (Italien)

Liebhaber von alten Gemäuern, schönen Klosterkirchen und Bibliotheken sind auf der Insel San Lazzaro degli Armeni richtig. Sie liegt in einer Lagune Venedigs und diente ursprünglich als Krankenhaus für Leprakranke. Als die Seuche Ende des 15. Jahrhunderts zurückgedrängt worden war, siedelte der Orden der Dominikaner auf die Insel über und verblieb dort ungefähr 100 Jahre. Danach war die Insel mehr als ein Jahrhundert unbewohnt, im Jahr 1717  gründeten armenische Mönche dort ihr Kloster. Dadurch besitzt die große Bibliothek eine bedeutende Sammlung orientalischer Handschriften.

Die Fraueninsel (Deutschland)

Im Chiemsee liegt die Fraueninsel mit der Abtei Frauenwörth inmitten der ursprünglichen Landschaft des bayerischen Alpenvorlandes. Es wird auch Frauenchiemsee genannt und ist das älteste deutsche Frauenkloster. Das Benediktinerinnenkloster und die Kirche wurden 782 durch Bayernherzog Tassilo III. gegründet. Derzeit leben dort noch 19 Ordensfrauen und zwei Novizinnen. Besonderen Flair hat die Insel durch ihre Mischung aus Kultur, Religion und Tradition. Töpfereien, Fischerbetrieb und die sakralen Bauten sind eingebettet in die malerischen Anwesen der Inselbewohner. Highlight ist ein Rundweg um die Fraueninsel. Dieser ist rollstuhlgerecht und ideal für einen Spaziergang mit Blick auf See und Berge.

Benediktinerkloster St. Marien (Kroatien)

Eine Insel auf einer Insel: Auf der Insel Mljet – oder auch "Odysseus Insel" – an der kroatischen Adria gibt es zwei tiefe Buchten, die wegen ihrer schmalen Verbindung mit dem offenen Meer auch als Seen bezeichnet werden. Auf einem dieser Seen liegt eine Insel mit einem Benediktinerkloster aus dem Jahre 1151. Es wird angenommen, dass die zu dem Benediktinerkloster gehörende Bibliothek zu einer der zehn größten in ganz Dalmatien gehört hat. Prunkstück dieses Klosterkomplexes ist die Kirche St. Marien. Sie wurde direkt neben dem Kloster im romanischen Stil nach dem Vorbild der Kirche auf Monte Gargano in Italien erbaut. Auf der ganzen Insel erstrecken sich dichte Waldflächen sowie Olivenhaine und Weinberge. Der Westen der Insel ist ein Nationalpark und lädt zum Verweilen auf üppigen Grünflächen oder schönen Sandstränden ein.

Maria vom Felsen (Montenegro)

Die malerische Insel "Maria vom Felsen", in der montenegrinischen Landessprache "Gospa od Škrpjela", ist eine von zwei kleinen Inseln vor der Küste Perast. Auf ihr steht eine kleine Kirche aus dem Jahre 1630. Die Insel besteht nur aus Steinen und ist nicht auf natürlichem Wege entstanden. Bis zum 15. Jahrhundert ragte ein schmales Riff aus dem Wasser. Zwei Legenden kreisen um die Entstehung der Insel. Die erste berichtet von einem in Seenot geratenen Matrosen. Dieser klammerte sich an das Riff und schwor, falls er gerettet würde,  eine Kapelle auf den Felsen zu bauen. Die zweite Legende berichtet von einer Erscheinung der Muttergottes auf dem Felsenriff. Seitdem fuhren die Bewohner Perast Jahr für Jahr zum Riff, warfen Steine ins Wasser und schufen so die künstliche Insel. Diese Tradition wird jedes Jahr am 22. Juli mit einer traditionellen Schiffsprozession fortgeführt. Zu Ehren der Jungfrau Maria feiern die Bewohner und ihre Gäste das einzigartige Fest jedes Jahr mit Tanz, Wein und Musik und einem "Regatta Cup".

Von Stefanie Heinrichs