Papst Franziskus besteigt ein Flugzeug zum Beginn einer Reise.
Franziskus soll irischem Premier Besuch zugesagt haben

Medien: Papst kündigt Reise nach Irland an

Papst Franziskus soll Medienberichten zufolge einen Besuch in Irland planen. Das habe er dem irischen Premier Enda Kenny zugesagt. Dessen Verhältnis zum Vatikan war in der Vergangenheit schwierig.

Vatikanstadt/Dublin - 29.11.2016

Papst Franziskus will laut irischen Medienberichten 2018 Irland besuchen. Der Papst habe ihm das bei ihrer Begegnung am Montag zugesagt, wird der irische Premierminister Enda Kenny von der "Irish Times" (Online-Ausgabe) zitiert. Womöglich wolle Franziskus seinen Aufenthalt beim katholischen Weltfamilientag in Dublin im August 2018 noch in Nordirland verlängern.

Der Vatikan sprach von einer "herzlichen Begegnung". Beide hätten unter anderem den Beitrag der katholischen Kirche für Bildungswesen und soziale Fürsorge im Land gewürdigt, teilte das Presseamt mit. Kenny wird mit den Worten zitiert, Franziskus sei eine "ganz besondere Person" mit einer besonderen Aura. Das Verhältnis zwischen Irland und dem Vatikan sei so gut wie "seit vielen Jahren nicht mehr".

Der Papst und Kenny betonten nach Angaben des Vatikan auch, dass Christen in der öffentlichen Debatte eine bedeutende Rolle spielten, vor allem wenn es um die Achtung und Förderung der Menschenwürde gehe, "beginnend bei den Schwächsten und Hilflosesten". Franziskus und Kenny sprachen in dem 25-minütigen Unterredung zudem über Migration und Jugendarbeitslosigkeit.

Schwierige diplomatische Verhältnisse

Das diplomatische Verhältnis zwischen dem Vatikan und Irland war in früheren Jahren nicht ohne Belastungen. Ende 2011 schloss die irische Regierung unter Kenny ihre Botschaft beim Heiligen Stuhl. Auch die Residenz, die Villa Spada, wurde aufgegeben. Begründet wurde der Schritt mit Sparzwängen. Hintergrund war indessen der Pädophilie-Skandal in Irland. Kenny warf dem Vatikan damals vor, staatliche Untersuchungen von Kindesmissbrauch durch Geistliche zu sabotieren.

Im November 2014 eröffnete Irland seine Botschaft beim Heiligen Stuhl wieder und entsandte erstmals eine Frau, Emma Madigan, als diplomatische Vertreterin. Zwischenzeitlich gab es eine innerirische Kontroverse über eine Novellierung des Abtreibungsgesetzes, die Abtreibung im Fall schwerer Missbildungen des Fötus legalisieren sollte. Der Entwurf wurde einer Empfehlung Kennys folgend im Juli von einer Mehrheit der Abgeordneten abgelehnt.

"Papst Franziskus ist eine wichtige Stimme für die Jugend, die Armen und die Benachteiligten. Ich freue mich, dass er Irland 2018 besucht", schrieb Kenny nach der Begegnung mit dem Papst auf Twitter. Franziskus wird im August 2018 zum Weltfamilientag in Dublin erwartet. Der Vatikan hat die Reise bislang nicht bestätigt. In der Vergangenheit kamen Päpste jedoch regelmäßig zum Weltfamilientag. (KNA)

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Als Oberhaupt der katholischen Kirche absolviert Papst Franziskus regelmäßig Reisen innerhalb Italiens und in andere Länder. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zu den Reisen des Heiligen Vaters.