Medien: Paul VI. wird bald heiliggesprochen
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Gewirktes Wunder von Prüfungskommission bestätigt

Medien: Paul VI. wird bald heiliggesprochen

Papst Franziskus hat sich wiederholt sehr anerkennend über Paul VI. geäußert. Jetzt könnte es mit dessen Heiligsprechung schnell gehen. Auch das dafür nötige Wunder wurde bereits bestätigt.

Rom - 22.12.2017

Papst Paul VI. (1963-1978) wird voraussichtlich 2018 heiliggesprochen. Das dazu nötige Wunder wurde laut italienischen Medienberichten vom Freitag bereits im November von der medizinischen und theologischen Prüfungskommission des Vatikans bestätigt. Es soll sich um die medizinisch unerklärliche Heilung eines irreversibel geschädigten fünf Monate alten Fötus handeln. Die Mutter des Kindes, die vor der Entscheidung über eine Abtreibung stand, hatte sich 2014 in einem Marienheiligtum im norditalienischen Brescia im Gebet an Paul VI. gewandt, wie die katholische Zeitung "Avvenire" berichtete. Dieser war wenige Tage vorher seliggesprochen worden.

Formal muss das Wunder noch von den Kardinälen und Bischöfen der Heiligsprechungskongregation und dem Papst bestätigt werden. Dies gilt jedoch als Formsache. Beobachter rechnen damit, dass Papst Franziskus Paul VI. im nächsten Jahr heiligsprechen wird. Als wahrscheinlichster Termin gilt einer der Sonntage während der Weltbischofssynode zum Thema Jugendliche im Oktober.

Der vierte heilige Papst im 20. Jahrhundert

Nach Pius X., Johannes XXIII. und Johannes Paul II. wäre Paul VI. der vierte heilige Papst im 20. Jahrhundert. Papst Franziskus hat sich wiederholt sehr anerkennend über Paul VI. geäußert. Im Oktober 2014 sprach er seinen Vorgänger selig.

Paul VI. hieß mit bürgerlichem Namen Giovanni Battista Montini und wurde 1963 zum Nachfolger von Papst Johannes XXIII gewählt. Er führte das von seinem Vorgänger eröffnete Zweite Vatikanische Konzil zu Ende. Paul VI. steht oft im Schatten seines populären Vorgängers Johannes XXIII. (1958-1963), und seines charismatischen Nachfolgers Johannes Paul II. (1978-2005). Sein Bemühen, die Reformen des Konzils behutsam umzusetzen, ging Reformern nicht weit genug; er galt ihnen als zu zögerlich; konservativen Kreisen hingegen galt er als zu progressiv.

Große Beachtung fand Paul VI. vor allem mit seinen Enzykliken zu Frieden und Entwicklung. Auf Kritik und Häme stieß er hingegen mit seinem Schreiben "Humanae vitae" (1968), in dem er die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung kritisierte und künstliche Mittel zur Empfängnisverhütung für Katholiken verbot. (tja)