Overbeck: Mehr Friedensengagement von Religionen
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Religionen hättten "genuines Friedenspotential"

Overbeck: Mehr Friedensengagement von Religionen

Dem Eindruck, dass von Religionen Gewalt ausgehe, müsse entgegengetreten werden, forderte der Militärbischof Overbeck. Die Religionen sollten sich daher mehr für den Frieden einsetzen.

Bochum - 30.11.2016

Angesichts des Terrors des "Islamischen Staates" (IS) fordert der Militärbischof Franz-Josef Overbeck mehr Engagement der Religionen für den Frieden. Sie müssten dem Eindruck entgegentreten, dass von Religion wesentlich Gewalt ausgehe, sagte der Ruhrbischof am Mittwochabend in Bochum. "Es ist dringend notwendig, Religionen von dieser negativen Konnotation zu befreien und die Rückbesinnung auf ihr konstruktives und friedensstiftendes Potenzial zu fördern."

Das gemeinsame Gebet um Frieden in Assisi

Als Beispiel für das "genuine Friedenspotenzial" des Christentums und anderer Religionen nannte Overbeck das gemeinsame Gebet um Frieden, zu dem Papst Johannes Paul II. 1986 erstmals nach Assisi eingeladen hatte. Das Treffen sei ein Versuch aller friedlichen Gläubigen gewesen, die Verzweckung von Religion für Gewalt zu überwinden. Auch die 1968 von Studenten in Rom gegründete Gemeinschaft Sant' Egidio sei ein Beispiel für internationales Friedensengagement, sagte Overbeck. Einer ihrer größten Erfolge sei das unter ihrer Beteiligung 1992 ausgehandelte Friedensabkommen in Mosambik gewesen, das den 15 Jahre währenden Bürgerkrieg in dem südostafrikanischen Land beendete. (KNA)

Linktipp: "Tatort des Friedens" in Münster

Das internationale Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant' Egidio findet 2017 in Münster und Osnabrück statt. Die beiden Städte sind dazu aus historischen Gründen geradezu prädestiniert.