Papst Benedikt XVI. winkt kurz nach seiner Wahl von seiner Loggia den jubelnden Menschen auf dem Petersplatz zu.
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Katholisch.de erklärt Begriffe rund um die Papstwahl

Von Sedisvakanz bis Habemus papam

Mit dem Rücktritt von Benedikt XVI. hat die Sedisvakanz begonnen - die Phase, in der der Papstthron unbesetzt ist. Beendet wird diese Zeit durch die Wahl eines neuen Papstes. Katholisch.de erklärt wichtige Begriffe rund um die Papstwahl.

Von Steffen Zimmermann |  Bonn - 01.03.2013

Sedisvakanz

Der Begriff Sedisvakanz stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt etwa "leerer Stuhl". Der Begriff bezeichnet den Zeitraum, in dem das Amt des Papstes oder eines Bischofs nach dem Tod oder dem Rücktritt des Amtsinhabers unbesetzt ist. Die Sedisvakanz endet mit der Wahl des neuen Papstes oder der Einführung eines neuen Bischofs.

Konklave

Als Konklave wird die Wahl eines neuen Papstes bezeichnet. Das Wort stammt vom Lateinischen "cum clave" ab und heißt wörtlich übersetzt "mit Schlüssel". Gemeint ist damit der von der Außenwelt abgeschlossene Versammlungsort, in dem die Kardinäle zur Papstwahl zusammenkommen; darüber hinaus werden aber auch der Wahlvorgang selbst sowie die Kardinalsversammlung zur Papstwahl als Konklave bezeichnet. Zum Papst kann nach dem Kirchenrecht grundsätzlich jeder getaufte männliche Katholik gewählt werden. Allerdings entstammen seit 1378 alle Päpste dem Kardinalsrang. Wahlberechtigt sind nur die Kardinäle, die zum Beginn des Konklaves das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das Konklave beginnt 15 bis 20 Tage nach Beginn der Sedisvakanz mit einer Messe in der Peterskirche. Anschließend ziehen die wahlberechtigten Kardinäle in die Sixtinische Kapelle. Die Wahl ist streng geheim, während des Konklaves sind den Kardinälen Kontakte zu Außenstehenden verboten. Auch Telefon, Fernsehen, Radio oder Zeitungen nicht erlaubt. Nach der von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) erlassenen Konstitution zur Papstwahl sind die Kardinäle während des Konklaves im Domus Sanctae Marthae untergebracht. Nach der Vereidigung der Kardinäle und dem Versprechen der absoluten Verschwiegenheit müssen alle, die nicht zum Konklave gehören, die Sixtinische Kapelle verlassen. Die Wahlgänge finden nach einem genau festgelegten Zeremoniell statt. Gewählt ist, wer zwei Drittel der Stimmen auf sich vereinigen kann. Sollte nach dem 33. Wahlgang noch kein Papst gewählt sein, können sich die Kardinäle mit absoluter Mehrheit für einen anderen Wahlmodus entscheiden. Der Papst muss dann nur noch mit einfacher Mehrheit gewählt werden. Nach jedem Wahlgang werden die Wahlzettel verbrannt. Ist der von außen sichtbare Rauch schwarz, war die Wahl erfolglos. Ist der Rauch weiß, wurde ein neuer Papst gewählt. Seit dem 11. Jahrhundert legt der neu gewählte Papst seinen bürgerlichen Namen ab und nimmt einen neuen Namen an. Auf der Loggia des Petersdom wird der neue Papst anschließend den Gläubigen vorgestellt.

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Was ist das Konklave? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".

Domus Sactae Marthae

Während des Konklaves sind die wahlberechtigten Kardinäle im Gästehaus Domus Sactae Marthae untergebracht. Das von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) errichtete Haus liegt innerhalb des Vatikan, etwa 200 Meter von der Sixtinischen Kapelle entfernt.

Sixtinische Kapelle

Die Sixtinische Kapelle ist die Hofkapelle des Vatikans. Sie trägt ihren Namen nach Papst Sixtus IV. (1471-1484), der sie nach Plänen des Florentiner Baumeisters Baccio Pontelli erbauen ließ. Die Kapelle war nie persönliche Andachtsstätte des Papstes, sondern ist bis heute Ort feierlicher Gottesdienste und besonderer festlicher Akte, wie beispielsweise der Papstwahl. Weltberühmt ist die Sixtinische Kapelle wegen ihrer Fresken, die von verschiedenen Malern der Renaissance geschaffen wurden. Besonders bekannt sind zwei Werke von Michelangelo (1475-1564): das Altarfresko "Das Jüngste Gericht" mit rund 390 zum Teil überlebensgroßen Figuren sowie das Deckengemälde, das auf einer Fläche von 520 Quadratmetern Szenen aus der Schöpfungsgeschichte zeigt.

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Was ist ein Papst? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".

Extra omnes

Mit dem Ausspruch "Extra omnes" fordert der päpstliche Zeremonienmeister vor Beginn des Konklaves all jene, die nicht zum Kreis der wahlberechtigten Papstwähler gehören, auf, die Sixtinische Kapelle zu verlassen.

Habemus papam

Mit den Worten "Habemus papam" - "Wir haben einen Papst" - stellt der ranghöchste Kardinaldiakon nach dem Konklave auf der Loggia des Petersdoms den neu gewählten Papst vor. Der vollständige Text lautet: "Annuntio vobis gaudium magnum. Habemus papam: Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum (Vorname), Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalem (Nachname), qui sibi nomen imposuit (gewählter Papstname)." Auf Deutsch: "Ich verkünde euch große Freude. Wir haben einen Papst: Seine Eminenz, den hochwürdigen Herrn (Vorname), der Heiligen Römischen Kirche Kardinal (Nachname), welcher sich den Namen (gewählter Papstname) gegeben hat."

Buchtipp: Katholisch A-Z

Die Inhalte dieses Artikels sind dem Buch "Katholisch A-Z. Das Handlexikon" von Manfred Becker-Huberti und Ulrich Lota entnommen.

Von Steffen Zimmermann