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Bischof schreibt Brief an Gläubige wegen Missbrauch

Wilmer: Das ist furchtbar und nicht hinnehmbar

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Heiner Wilmer, der ernannte Bischof von Hildesheim
Hildesheim - Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer deutlich zum Thema Missbrauch positioniert – und dabei auch scharfe Kritik an seinem Vorgänger geäußert. Nun legt er noch einmal nach.

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer verspricht in einem Brief an Seelsorger, kirchliche Mitarbeiter und Ehrenamtliche "eine schonungslose Aufklärung der Fälle von sexuellem Missbrauch". Zugleich äußert er Verständnis für Irritationen, die negative Berichte über den Umgang seines Vorvorgängers, Bischof Josef Homeyer, mit mutmaßlichen Missbrauchstätern auslösen könnten. Aber: "Wir dürfen Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit nicht kleinreden", schreibt er in dem am Dienstag veröffentlichten Brief.

"Im Umgang mit sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch haben wir in der Vergangenheit schwere Fehler gemacht", räumt Wilmer ein. Schon ein im Herbst 2017 vorgestelltes unabhängiges Gutachten habe belegt, "dass auch der im Bistum Hildesheim und weit darüber hinaus sehr geschätzte Bischof Dr. Josef Homeyer im Umgang mit mutmaßlichen Missbrauchstätern nicht konsequent genug gehandelt hat. Das ist furchtbar und nicht hinnehmbar." Er könne nachvollziehen, wie schmerzlich es für viele sei, diese Dinge zu lesen und zu hören, "insbesondere dann, wenn Sie Bischof Homeyer persönlich erlebt haben und er Ihnen in guter Erinnerung ist. Auch mich erschüttern diese Berichte zutiefst."

Bischof Wilmer dankbar für jeden Unterstützer

Dennoch sei er überzeugt, so Wilmer weiter, dass die Kirche nur dann Vertrauen und Glaubwürdigkeit wiedererlangen könne, "wenn wir den Betroffenen soweit nur möglich Gerechtigkeit widerfahren lassen". Deshalb setze er sich weiter für eine "schonungslose Aufklärung" ein: "Wir werden uns dieser dunklen Seite unserer kirchlichen Vergangenheit stellen, sie beleuchten und aufarbeiten. Das versichere ich allen Menschen in unseren Pfarrgemeinden und allen, die in unserer Kirche haupt- oder ehrenamtlich tätig sind. Ich bin dankbar für jeden, der mich dabei unterstützt." Auch die Mitarbeiter seien dabei "besonderen Belastungen, vielleicht gar Anfeindungen ausgesetzt", ergänzt der Bischof: "Umso herzlicher danke ich Ihnen für Ihre Treue und Ihren Einsatz für die Kirche von Hildesheim."

Wilmer hatte in der vergangenen Woche seinem Vorvorgänger Josef Homeyer und der damaligen Bistumsleitung Versagen und Vertuschung in Sachen Missbrauch vorgeworfen. Diese hätten "nicht nur versagt, sondern sie haben fürchterliche Dinge zugedeckt, und das ist eine Katastrophe", sagte Wilmer im NDR. Er reagierte mit seinen Äußerungen auch auf neue Berichte über den Fall Peter R.. Der Jesuitenpater gilt als einer der Haupttäter im Missbrauchsskandal am Berliner Canisiuskolleg und war später bis 2003 unter anderem als Pfarrer im Bistum Hildesheim tätig. Der Beschuldigte lebt jetzt als Ruheständler in Berlin, wo sich das Kirchengericht des Erzbistums Berlin mit neuen Missbrauchsvorwürfen gegen ihn beschäftigt. Der 2010 gestorbene Homeyer war von 1983 bis 2004 Bischof von Hildesheim. Wilmer selbst ist seit September neuer Oberhirte der Diözese. (bod/KNA)

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