ZdK-Präsident für Abgrenzungsbeschluss zur AfD
Thomas Sternberg über Rassismus in der AfD

ZdK-Präsident für Abgrenzungsbeschluss zur AfD

Das Ausmaß rassistischer Ausfälle von AfD-Politikern sei unerträglich geworden, sagt ZdK-Präsident Thomas Sternberg. Deshalb wünscht er sich nun einen entsprechenden Beschluss der katholischen Kirche.

Bielefeld - 20.02.2018

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), hält einen Beschluss der katholischen Kirche zur Abgrenzung von der Partei AfD für sinnvoll. Das Ausmaß rassistischer Ausfälle von AfD-Politikern sei unerträglich geworden, sagte er der Zeitung "Neue Westfälische" (Dienstag).

Sternberg, der bis Mai 2017 auch für die CDU im nordrhein-westfälischen Landtag saß, nannte als Beispiele die Beleidigungen des Sohnes von Tennisstar Boris Becker wegen seiner Hautfarbe, der Bundeskanzlerin als "Merkel-Nutte" sowie die rassistischen Äußerungen des AfD-Landesvorsitzenden in Sachsen-Anhalt, Andre Poggenburg, über in Deutschland lebende Türken.

Sternberg: AfD vollzieht Häutung zum Rechtsradikalismus

"Die AfD vollzieht eine Häutung zum Rechtsradikalismus; ihre Parolen erinnern zunehmend an den Nationalsozialismus", so Sternberg. Wenn diese fremdenfeindlichen Töne und menschenverachtenden Äußerungen nicht aufhörten, dann müssten das ZdK und die Deutsche Bischofskonferenz einen klaren Beschluss zur Abgrenzung von der AfD fassen. Christlicher Glaube und rechtsextremer Rassismus seien nicht vereinbar, so der Präsident der katholischen Laienorganisation.

Das ZdK als Veranstalter des Deutschen Katholikentags vom 9. bis 13. Mai in Münster sieht sich allerdings auch selbst der Kritik ausgesetzt, einen AfD-Vertreter zu einer Podiumsdiskussion bei der Großveranstaltung eingeladen zu haben. "Wir haben die kirchenpolitischen Sprecher aller Fraktionen im Bundestag eingeladen; dazu gehört nun leider auch die AfD", verteidigte sich Sternberg.

Noch 2016 hatte das ZdK eine Einladung an die damalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry zum Katholikentag in Leipzig abgelehnt. Dagegen lud die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) 2017 eine AfD-Vertreterin zum Kirchentag in Berlin und Wittenberg ein. (KNA)