AfD-Vertreter zum Katholikentag in Münster eingeladen
Kirchenpolitischer Sprecher Münz nimmt an Podium teil

AfD-Vertreter zum Katholikentag in Münster eingeladen

Vor zwei Jahren waren AfD-Vertreter beim Katholikentag noch ausdrücklich nicht eingeladen. In diesem Jahr sieht es anders aus. Das ZdK erklärt, warum in Münster ein AfD-Mann auf die Bühne kommen soll.

Bonn - 14.02.2018

Beim Deutschen Katholikentag in Münster wird erstmals ein AfD-Politiker an einem Podium teilnehmen. Der Pressesprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Theodor Bolzenius, bestätigte am Mittwoch auf Anfrage in Bonn, dass der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Volker Münz, am 12. Mai an einer Debatte mit den kirchenpolitischen Sprechern der übrigen im Bundestag vertretenden Parteien teilnehmen werde. Das Thema der Veranstaltung lautet: "Nun sag', wie hältst Du's mit der Religion?".

Beim Katholikentag in Leipzig 2016 hatten das ZdK und das gastgebende Bistum Dresden-Meißen ausdrücklich kein Mitglied der Partei eingeladen. Das hatte zu teils heftigen Debatten geführt. Der Deutsche Evangelische Kirchentag im vergangenen Jahr in Berlin und Wittenberg hatte hingegen eine AfD-Vertreterin eingeladen.

Bolzenius betonte, zum Katholikentag würden keine Parteien eingeladen, sondern Personen. Weil die AfD mittlerweile im Bundestag sitze, sei eine entsprechende Einladung an den kirchenpolitischen Sprecher ausgesprochen worden. Darüber hinaus gebe es nach jetzigen Stand aber keine offizielle Beteiligung von AfD-Vertretern.

Sternberg: AfD nicht zu wichtig nehmen

ZdK-Präsident Thomas Sternberg sagte dazu im Interview der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt", die AfD dürfe nicht zu wichtig genommen werden. "Intern waren wir immer einig, dass uns die Menschen, die diese Partei wählen, wichtig sind, die Partei selber nicht." Er hoffe, dass es in Münster keine Leipzig vergleichbare "Fixierung auf ein Nebenthema" geben werde.

Sternberg äußerte gleichzeitig deutliche Kritik am Kurs der AfD. Sie bewege sich immer weiter Richtung rechter Rand. Gegen Abgeordnete, die sich klar antisemitisch oder rassistisch geäußert hätten, werde innerparteilich nicht vorgegangen. "Begriffe, von denen wir gehofft hatten, sie seien seit 1945 desavouiert, sind nun wieder sagbar." Von Münster werde die Botschaft ausgehen, dass Nationalismus, Populismus, Abgrenzung, Ausgrenzung und Flüchtlingsfeindlichkeit mit den engagierten Katholiken in Deutschland nicht zu machen sei, betonte der ZdK-Präsident. "Auf dem Katholikentag haben Sprüche wie 'Der Islam gehört nicht zu Deutschland' oder 'Der Islam ist keine Religion' nichts verloren." (bod/KNA)

14.02.2018, 13.35 Uhr: ergänzt um die Aussage von Thomas Sternberg