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Benediktiner wurde 90 Jahre alt

Früherer Augsburger Bischof Dammertz gestorben

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Emeritierter Ausgburger Bischof Dammertz
Sankt Ottilien - Vor Bischof Walter Mixa stand er elf Jahre an der Spitze des Bistums Augsburg, drei Jahrzahnte lang hatte er zuvor Leitungsverantwortung in seinem Orden inne: Jetzt ist der frühere Oberhirte und Benediktiner Viktor Josef Dammertz gestorben. Er wurde 90 Jahre alt.

Im Alter von 90 Jahren ist in der Nacht zum Montag der frühere Bischof von Augsburg Viktor Josef Dammertz gestorben. Dies bestätigte der Benediktinerorden am Montag in Sankt Ottilien. Der promovierte Kirchenrechtler stand von 1993 bis 2004 dem Bistum Augsburg vor. Zuletzt lebte er zurückgezogen in der oberbayerischen Erzabtei. Vergangenen September jährte sich seine Profess, also das Ablegen der Ordensgelübde, zum 65. Mal.

Der bereits ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier würdigte Dammertz als einen "guten Hirten". Die Jahre seiner Amtszeit seien geprägt gewesen von seinem Einsatz für die Einheit "unter den Gruppen und Strömungen, die es im Bistum gibt". Dabei sei seine benediktinische Spiritualität und sein jahrzehntelanges Wirken auf internationalem Parkett die Basis gewesen, auf der seine bischöfliche Amtszeit beruht habe. "Von ihm habe ich gelernt, als Priester verfügbar und mobil zu bleiben", so Meier.

Marx: "Fürsorglicher Hirte, geschätzter Seelsorger und überzeugter Ordensmann"

In einem Beileidsschreiben an Meier würdigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, den Verstorbenen als Freund und Wegbegleiter. Mit dem Tod von Dammertz gehe ein "fürsorglicher Hirte, geschätzter Seelsorger und überzeugter Ordensmann von uns", schreibt Marx. "Wenngleich das hohe Alter ihn in den zurückliegenden Jahren nur noch selten seinen bischöflichen Dienst hat ausüben lassen, so war er viele erfüllte Jahre seines Lebens unter großem Engagement in unserer Bischofskonferenz dabei." Dankbar denke er dabei an dessen langjährigen Vorsitz der Kommission für Geistliche Berufe und kirchliche Dienste und die Mitarbeit in der Kommission Weltkirche, so Marx. "Gerade Bischof Dammertz war es, der in unserer Bischofskonferenz die Bedeutung und Verankerung des Ordenslebens in der Kirche Deutschlands stets in Erinnerung rief. Wir haben von der Spiritualität und der Herzensgüte des Verstorbenen viel lernen dürfen."

Laut Bistum Augsburg wird der Sarg mit dem Verstorbenen am Donnerstag um 17.30 Uhr mit einer Statio vom Augsburger Domkapitel im Augsburger Dom empfangen. Danach folgten ein Requiem und die Aufbahrung Dammertz' bis Freitagabend in der Gertrudkapelle des Doms. Dort liege auch ein Kondolenzbuch aus. Für Samstag um 9.30 Uhr sei im Dom ein Pontifikalrequiem geplant. Zelebrant werde Kardinal Marx als Metropolit der Kirchenprovinz München und Freising sowie Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz sein. Predigen werde Diözesanadministrator Bertram Meier. Im Anschluss solle Dammertz im Dom seine letzte Ruhe finden.

Dammertz stammte vom Niederrhein. Der Kaufmannssohn studierte Philosophie und Theologie in Münster, Innsbruck und Rom und promovierte 1957 am Kanonistischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München. Während seiner Amtszeit als Bischof von Augsburg galt er als Mann des Ausgleichs.

Vor seiner Bischofsweihe hatte Dammertz 33 Jahre lang Leitungsverantwortung in seinem Orden. Zunächst war er Generalsekretär der Benediktinerkongregation in der oberbayerischen Erzabtei Sankt Ottilien, anschließend Erzabt (1975-1977) und zuletzt Abtprimas der weltweiten Benediktinerkonföderation in Rom (1977-1992). Nach seiner Emeritierung lebte Dammertz erst im Kloster der Benediktinerinnen von Sankt Alban am Ammersee. Zuletzt wohnte er wieder in Sankt Ottilien. Dammertz' Nachfolger als Augsburger Bischöfe waren Walter Mixa (2005-2010) und Konrad Zdarsa (2010-2019). (tmg/KNA)

2.3., 10:25 Uhr: Ergänzt um Statement von Meier. 11:25 Uhr: Ergänzt um Statement von Marx. 12:35 Uhr: Ergänzt um Informationen zur Aufbahrung und Beisetzung.

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