Jan Roser SJ
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Nach Tod von Pater Johannes Siebner

Deutsche Jesuiten-Provinz hat neuen Provinzial

Am 16. Juli starb der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten mit nur 58 Jahren an einem Gehirntumor: Jetzt ist klar, wer der Nachfolger von Pater Johannes Siebner ist. Der "Neue" hat bereits seit einiger Zeit die deutsche Leitung inne.

München - 04.08.2020

Pater Jan Roser (50), bislang Vizeprovinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, ist seit 1. August deren neuer Provinzial. Der Generalobere Pater Arturo Sosa ernannte ihn nun offiziell für diese Funktion, wie der Orden am Dienstag in München mitteilte. Anlass für die Neuregelung ist der Tod des bisherigen Provinzials Pater Johannes Siebner am 16. Juli. Nachdem bei diesem im Frühjahr ein Gehirntumor diagnostiziert worden war, hatte Roser bis auf Weiteres bereits kommissarisch die Leitung der Deutschen Provinz übernommen.

Effiziente Leitung werde benötigt

In einem Brief an Roser betonte der Generalobere, dass die Provinz eine effiziente Leitung benötige, um im April 2021 die neue Zentraleuropäische Provinz zu gründen. Als deren künftigen Provinzial hatte er erst kürzlich Pater Bernhard Bürgler bestimmt, der am Tag der Gründung, dem 27. April 2021, sein Amt antreten soll. Außerdem würdigte Sosa Roser für dessen Engagement in den vergangenen Monaten. "Ich möchte meine Dankbarkeit für die Bereitschaft und Großzügigkeit ausdrücken, mit der Sie sich dieser Herausforderung in einer wirklich außergewöhnlichen und schwierigen Situation gestellt haben."

Der 1969 in Freiburg im Breisgau geborene Roser trat nach seinem Abitur und ersten Studienjahren 1996 in die Gesellschaft Jesu ein. Er studierte Philosophie und Theologie in Freiburg, München und Paris. Zuletzt war er von 2014 bis 2019 Geistlicher Rektor der Katholischen Akademie Hamburg und Seelsorger der französischsprachigen Katholiken Hamburgs. Seit September 2019 war er Socius des Provinzials und Oberer der Ausbildungskommunität Aloisius Gonzaga in München.

Die Deutsche Provinz der Jesuiten mit Sitz in München zählt nach eigenen Angaben über 300 Mitglieder an 28 Standorten in Deutschland und Schweden. Siebner war seit 2017 Leiter der katholischen Ordensgemeinschaft in Deutschland gewesen. Am Donnerstag wurde er in seiner Heimatstadt Berlin beerdigt. In der neuen Zentraleuropäischen Provinz werden die bisherigen Provinzen Österreich, Deutschland, Litauen-Lettland und Schweiz zusammengelegt. Sie wird 442 Jesuiten an 36 Standorten umfassen. (tmg/KNA)