Porträt von Pater Jan Roser SJ
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Ordensgeneral Sosa entlastet Johannes Siebner von Aufgaben

Provinzial schwer erkrankt – neue Leitung für Deutsche Jesuiten

Die Deutsche Jesuitenprovinz hat eine neue Leitung – vorerst. Pater Jan Roser übernimmt als Vizeprovinzial ab sofort auf Anweisung aus Rom das Kommando. Grund ist eine schwere Krankheit des bisherigen Chefs.

München/Rom - 20.03.2020

Die Deutsche Provinz der Jesuiten wird seit Donnerstag von dem bisherigen Socius des Provinzials Jan Roser geleitet. Wie der Orden am Freitag mitteilte, wurde der Provinzial Johannes Siebner aufgrund einer Krebserkrankung durch den Ordensgeneral Arturo Sosa von seinen Aufgaben entlastet, "bis sich sein Gesundheitszustand entscheidend verbessert hat". Dazu wurde Roser zum Vizeprovinzial ernannt und dazu mit allen  Befugnissen ausgestattet, die im Normalfall der regulär eingesetzte Provinzial innehat. Die Regelung gelte bis auf Widerruf durch den Generaloberen.

Die Regelung sei erforderlich, um die anstehende Neuordnung der Struktur des Ordens durch die für April 2021 geplante Gründung einer Zentraleuropäischen Ordensprovinz nicht zu gefährden. Die neue Provinz soll die bisherigen Provinzen von Deutschland/Schweden, Litauen/Lettland sowie Österreich und der Schweiz zu einer Ordensprovinz zusammenfassen. Sosa betonte,  dass "die Deutsche Provinz nicht nur eine effiziente Verwaltung der aktuellen Angelegenheiten, sondern auch wichtige Entscheidungen und weitreichende Lösungen benötigt."

Provinzial erholt sich von schwerer Krebserkrankung

Beim bisherigen Provinzial Siebner seien Anfang Februar zwei Gehirntumore diagnostiziert worden, die operativ entfernt wurden. Der Jesuit befinde sich derzeit in Hamburg in stationärer Behandlung. Sosa ermutigte den Provinzial in einem persönlichen Brief, "mit seiner schweren Krankheit umzugehen, nicht aufzugeben und mit denen zusammenzuarbeiten, die mit ihm gegen den Krebs kämpfen".

Siebner ist seit 2017 Oberer der Deutschen Ordensprovinz. In der Regel dauern die Amtszeiten der Oberen im Orden sechs Jahre. Der gebürtige Freiburger Roser ist seit 1996 Jesuit. Er ist seit September 2019 als Socius des Provinzials dessen Assistent. Zudem ist er Oberer der Ausbildungskommunität Aloisius Gonzaga in München. Im Normalfall ernennt der Provinzial bei Abwesenheit oder Verhinderung einen Vizeprovinzial, der ihn vertritt.

Die Deutsche Ordensprovinz umfasst Deutschland und Schweden. Zu ihr gehören derzeit 312 Ordensmänner in 26 Kommunitäten. Weltweit ist der Jesuitenorden mit über 15.000 Mitgliedern der größte Männerorden in der Kirche. (fxn)