Konsekrierte Hostie im Bauch von schwangerer Gottheit

Bericht: Pachamama-Figur als Monstranz verwendet

Aktualisiert am 05.07.2021  –  Lesedauer: 

Zapopan ‐ Bei der Amazonas-Synode sorgten Figuren der indigenen Göttin Pachamama für große Aufregung. Nun gibt es wieder Schlagzeilen wegen dieser Darstellung der Mutter Erde: Sie wurde als Monstranz bei der Anbetung des Allerheiligsten verwendet.

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Eine Figur der indigenen Gottheit Pachamama hat für Schlagzeilen gesorgt, weil sie in einer Pfarrei in Mexiko als Monstranz verwendet wurde. Fotos von der Anbetung einer konsekrierten Hostie in einer entsprechenden Vorrichtung in Form der Pachamama wurden vom Priester José Luis González Santoscoy auf Facebook veröffentlicht, berichtete die Nachrichtenseite "Catholic News Agency" (CNA) am Wochenende. Die Bilder wurden von González in einer Pfarrei in der mexikanischen Stadt Zapopan im Großraum von Guadalajara aufgenommen und zeigen das Allerheiligste im Bauch der nackten und schwangeren Gottheit. Nach Angaben von CNA wurden die Fotos mittlerweile aus dem sozialen Netzwerk entfernt.

Auf Nachfrage der spanischsprachigen Redaktion von CNA teilte González mit, er wolle keinen Kommentar zu dem Thema abgeben. Er habe darüber bereits mit seinem Bischof und den kirchlichen Autoritäten gesprochen. Auf eine Anfrage von katholisch.de antwortete González bislang nicht. Der zuständige Pfarrer der Kirche, in der die Pachamama-Monstranz zum Einsatz kam, bekräftigte laut Bericht, dass das liturgische Gerät nicht der Pfarrei gehöre. Zudem sei der Gebrauch von ihm nicht autorisiert worden. Das zuständige Erzbistum Guadalajara wollte sich gegenüber CNA nicht zur Berichterstattung äußern.

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González ist in Lateinamerika unter dem Namen "Padre Pollo" ("Hochwürden Hähnchen") als Internet-Seelsorger bekannt. Er betreibt einen Youtube-Kanal mit mehr als 18.000 Abonnenten, der sich an Jugendliche wendet und auf dem er bereits mehrere hundert Videos zu Glaubensthemen veröffentlicht hat. Der Priester tritt dabei stets im Kollarhemd auf und erklärt etwa, wie man eine gute Beichte ablegt oder welche Laster dem Ehesakrament schaden. Ein Video aus dem Jahr 2019 zeigt González während einer Privataudienz mit Papst Franziskus. Mit einem Zaubertrick entlockt er dem Kirchenoberhaupt ein Schmunzeln.

Während der Amazonas-Synode 2019 erlangte die Gottheit Pachamama Bekanntheit, weil sie als Personifizierung der Mutter Erde in den Kulturen mehrerer lateinamerikanischer Völker bei Gebeten in den Vatikanischen Gärten und im Petersdom aufgestellt wurde, bei denen auch Papst Franziskus anwesend war. Ultrakonservative Katholiken sahen darin einen Verstoß gegen den christlichen Monotheismus. Ein Anti-Abtreibungs-Aktivist stahl die Figur aus einer römischen Kirche und warf sie in den Fluss Tiber. Der Vatikan entschuldigte sich daraufhin bei den Indigenen. Die Aktion habe dem "Geist des Dialogs" widersprochen, der bei der Synode vorherrschen sollte. Im vergangenen Jahr gab der Vatikan zudem eine 10-Euro-Gedenkmünze mit einer Darstellung der Pachamama heraus. (rom)