Religion als sicherer Hafen: Warum es sich zu glauben lohnt
Durch Studien belegt

Religion als sicherer Hafen: Warum es sich zu glauben lohnt

Spiritea - Der Glaube an etwas Höheres kann eine Konstante im Leben eines jeden Einzelnen sein und in Krisensituationen Kraft und Halt geben. Dabei kommt es nicht auf Religion oder Konfession an – wohl aber auf das Gottesbild.

Von Meike Kohlhoff |  Bonn - 30.08.2021

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Wir leben in einer unruhigen Zeit. Naturkatastrophen erschüttern unser Äußeres, private Probleme unser Inneres. Manchmal wissen wir nicht mehr, wie es weitergehen soll. Auch gläubige Menschen kennen dieses Gefühl. Sie aber vertrauen darauf, dass es eine höhere Instanz gibt, die sie beschützt. Sie glauben daran, dass alles aus einem Grund passiert. Dieses Vertrauen sorgt für eine emotionale Stabilität und hilft, schwere Zeiten leichter zu überstehen. Der Glaube an etwas Höheres ist für viele Mensch eine Konstante im Auf und Ab des Lebens. Unabhängig von Religion und Konfession bietet er Sicherheit.

Schon Pfarrer Kneipp, der sich mit Naturheilkunde auseinandergesetzt hat, sagte: "Wie viele Leute findet man im heutigen Leben, die, solange ihre Kräfte reichten, nur auf ihr Geschäft versessen waren, aber an keinen Gott, an keine Religion dachten. Ihren Frieden, ihr Glück suchten sie nur im Zeitlichen; jetzt sind ihre Kräfte erlahmt, sie verfallen in Trübsinn […]."

Über 100 Studien belegen, dass religiöse Menschen seltener depressiv sind.

Dieses Zitat aus dem 19. Jahrhundert lässt sich mittlerweile sogar wissenschaftlich bestätigen: Über 100 Studien belegen, dass religiöse Menschen seltener depressiv sind – unabhängig davon, welcher Religion sie angehören. Auch andere positive Auswirkungen des Glaubens auf die Psyche wurden bereits bestätigt. Soziologen der Universität Wien fanden heraus, dass Gläubige psychisch besser durch die Corona-Pandemie kamen und zufriedener waren.

Sogar körperliche Leiden scheint der Glaube lindern zu können. So erholen sich gläubige Menschen nachweislich schneller von Operationen. Und selbst in der Ruhe ist er für viele förderlich: Der Glaube kann für einen besseren Schlaf sorgen, sagt eine Studie aus dem "Journal for the Scientific Study of Religion".

Franziskus lacht bei einer Generalaudienz.
Bild: © KNA

Franziskus lacht bei einer Generalaudienz.

Selbstverständlich können bei den Ergebnissen dieser Studien auch andere Gründe als die Religiosität eine Rolle spielen. Gläubige Menschen leben eventuell generell gesünder, beispielsweise konsumieren sie weniger Suchtmittel. Unsere Psyche und unser Körper sind komplex und es gibt keinen linearen Wirkmechanismus von Auslöser und Effekt. Außerdem kann die Religion auch negative Auswirkungen haben. Psychiater und Religionswissenschaftler Peter Kaiser erklärt dem Deutschlandfunk, dass Menschen mit negativem Gottesbild oftmals denken, sie hätten Fehler begangen, für die sie bestraft werden müssen.

Doch auch Kaiser betont, dass der Glaube für Menschen mit positivem Gottesbild eine Stütze sein kann. US-Mediziner Harold Koenig sagte gegenüber dem Deutschlandfunk, dass Religion "negativen Erlebnissen im Leben einen Sinn gibt. Da gibt es Gedanken wie: Gott hat das zugelassen, damit es mich stärker macht." Der Soziologe Terrence D. Hill äußerte gegenüber der Seite "Religion News Service", dass Gläubige mehr Hoffnung haben und sich darum weniger gestresst fühlen.

Auch religiöse Menschen haben Zweifel. Und auch für sie sind Lebenskrisen nicht leicht. Doch der Glaube kann Kraft geben und ein sicherer Hafen in unruhigen Zeiten sein.

Von Meike Kohlhoff

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