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Kathedra Petri

Was tun, wenn die ganze Stadt feiert, die eigene Religion die Teilnahme daran aber strikt verbietet? Jedes Jahr im Winter begingen die paganen Römer eine Totengedenkfeier namens "Cathedra" (Sitz), bei der sie bei einem Totenmahl einen leeren Stuhl für den Verstorbenen aufstellten. Die ausgeschlossenen Christen der Stadt fanden Mitte des 4. Jahrhunderts eine einfache Lösung: Sie führten ihren eigenen Feiertag am 18. Januar ein und nannten ihn "Cathedra Petri". In Anlehnung an Mt 16,13-29 gedachten sie der Übertragung des besonderen Hirtenamtes an Petrus und dessen Zeit auf dem Bischofsstuhl Roms. Nach 200 Jahren geriet dieses Fest jedoch langsam in Vergessenheit – bis es im Gallien des 6./7. Jahrhunderts neu aufblühte: Hier gedachten die Christen am 18. Januar ebenfalls der Berufung des Petrus zum Leitungsamt. Von dort kehrte das Fest nach Rom zurück, wurde jedoch am 22. Februar begangen und mit neuem Inhalt gefüllt: Paulus berichtet im Galaterbrief (2,11) von einem Aufenthalt des Petrus in Antiochia (heutige Türkei). In der christlichen Überlieferung soll Petrus als erster Bischof der Stadt sogar sieben Jahre in Antiochia gewirkt haben. Diese Tradition rückte mehr und mehr in den Mittelpunkt, sodass Papst Paul IV. 1558 den 18. Februar als eigenen Gedenktag für den Amtsantritt des Petrus in Rom festlegte. Verwirrt? Papst Johannes XXIII. sah das 1960 ähnlich, vereinigte beide Feste und legte sie auf den 22. Februar.

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