Beatrice von Weizsäcker: Reformbedarf bei katholischer Kirche enorm

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Glaube

Charles de Foucauld

Es gibt Menschen, denen im Leben scheinbar alles spielend leicht gelingt – Charles de Foucauld (1858-1916) gehört nicht dazu. Er wurde in Straßburg als ältestes Kind einer der reichsten Familien Frankreichs geboren. Bereits 1865 starben jedoch sein Vater an Tuberkulose und seine Mutter im Wochenbett. Der Sechsjährige wurde in die Obhut seines Großvaters gegeben. Charles entwickelte sich zu einem verhaltensauffälligen Jugendlichen und wurde wegen schlechten Benehmens seiner Privatschule verwiesen. Mit zwanzig Jahren erbte Charles von seinem Großvater ein großes Vermögen, welches er innerhalb weniger Jahre für Prostituierte und Trinkgelage ausgab. Als Soldat und Abenteurer kam er mit der tiefgläubigen muslimischen Bevölkerung des Maghreb in Berührung, die ihn sehr beeindruckte: Er suchte nach Wegen, seinen eigenen Glauben neu zu entdecken und radikaler zu leben. Nach Stationen in Nazareth und Jerusalem errichtete der nun zum Priester geweihte Charles eine abgelegene Einsiedelei im heutigen Algerien. Er leistete humanitäre Hilfe und studierte die Kultur der ansässigen Bevölkerung, betrieb aber keine aktive Mission. Charles wünschte sich Gefährten und reichte vergeblich mehrere Gemeinschaftsregeln zur Genehmigung bei Bischöfen ein. Zeit seines Lebens blieb er allein. Am 1. Dezember 1916 wurde Charles bei einem Überfall von Aufständischen erschossen. Erst eine 1920 von René Bazin verfasste Biographie machte ihn in Europa bekannt. Heute berufen sich rund 20 religiöse Gemeinschaften auf Charles de Foucauld (links im Bild).

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