Der Kreuzweg: Jesus auch im Leiden nahe sein

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Glaube

Karfreitag

Ausgerechnet einen Gekreuzigten als den Gesalbten (Christus) Gottes verkünden? Für Paulus' Umwelt musste das entweder eine "Torheit" oder gar ein "Ärgernis" sein (vgl. 1 Kor 1,23). Heute ist das Kreuz zentrales Symbol des christlichen Glaubens und irgendwie alltäglich geworden. Da gerät leicht in Vergessenheit, wofür es im Römischen Reich stand: Das Kreuz war nicht nur eine grausame Foltermethode, die sicher zum Tod führte – für die Menschen der Antike war es zudem die größte nur vorstellbare Schande. Gekreuzigt wurden vor allem politische Widerstandskämpfer; aus römischer Sicht allesamt Terroristen. Wer bei einer solchen Kreuzigung Sympathien mit dem Verurteilten zeigte, der geriet schnell selbst in das Fadenkreuz der römischen Behörden. Und so hatten auch Jesu Jünger bei seiner Kreuzigung längst das Weite gesucht, um sich selbst in Sicherheit zu bringen. Wer so beschämt und verlassen starb, der musste von Gott verflucht sein, da waren sich die Vorbeikommenden sicher. Kopfschüttelnd höhnten sie: "Er hat auf Gott vertraut, der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat; er hat doch gesagt: Ich bin Gottes Sohn." (Mt 27,43). Und selbst der sterbende Jesus schrie verzweifelt: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"(Mk 15,34). Was soll das für ein Sohn Gottes sein? Ein urchristlicher Hymnus versuchte dieses Geheimnis bereits im ersten Jahrhundert so zu beschreiben: "Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters." (Phil 2,6-11).

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