Der Petersdom und der Petersplatz im Vatikan.

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Norbert von Xanten

Aus ihm ist nie ein Volksheiliger geworden – kein Wunder, denn Norbert von Xanten (1080/5-1134) eckte überall an. Als Stiftsherr führte der adlige Norbert ein privilegiertes Leben mit üppigen Einkünften und geringen Verpflichtungen. Im Mai 1115 schlug Norbert jedoch plötzlich eine völlig andere Richtung ein: Er verzichtete auf seinen Besitz, gab seine Ämter auf und zog als Wanderprediger durch Europa. Norbert eiferte apostolischen Idealen nach und wollte die Kirche in diesem Sinne erneuern. Während die einfache Bevölkerung begeistert seinen Predigten lauschte, war der Amtskirche dieser unstete Lebensstil suspekt: Er solle sich doch besser niederlassen. So wurde Norbert zum Ordensgründer wider Willen und rief die strenge Gemeinschaft der Prämonstratenser ins Leben. 1126 nahm Norbert zur großen Überraschung seiner Mitbrüder die Wahl zum Bischof von Magdeburg an. Er glaubte, mit diesem Schritt nun ein ganzes Bistum reformieren zu können. Seine ehemaligen Gefährten hingegen sahen darin einen Rückfall in seinen früheren etablierten Lebensstil und warfen ihm Prunksucht vor. Viele wandten sich enttäuscht von ihm ab. Als umstrittener Bischof schuf er vor allem die Basis für die weitere Mission unter den an sein Bistum angrenzenden Slawen. Norbert starb am 6. Juni 1134 in Magdeburg und wurde 1582 heiliggesprochen.

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