Der Augsburger Bischof Bertram Meier bei einer Predigt

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Glaube

Ursula

Wer in Köln Grabungen unternimmt, der muss sich auf unverhoffte Funde gefasst machen. So war es bereits bei der Stadterweiterung von 1106. Die Gläubigen aber machten aus der Not eine Tugend und Köln stieg zu einem wichtigen Reliquienzentrum des Mittelalters auf. Damals kursierten bereits verschiedene Legendenversionen über eine britannische Königstochter namens Ursula. Trotz ihrer Jungfrauenweihe habe Ursulas Vater sie mit dem heidnischen Prinzen Aetherius verheiraten wollen. Zum Schein soll Ursula unter drei Bedingungen eingewilligt haben: Ihr Verlobter müsse sich taufen lassen, ihr sollten zehn Jungfrauen als Gefährtinnen bereitgestellt werden und drei Jahre dürfe sie Pilgerfahrten unternehmen. Ursula sei daraufhin über Köln und Basel bis nach Rom gereist. Auf ihrem Rückweg sollen die Frauen von den heidnischen Hunnen, welche gerade Köln belagerten, grausam überfallen und hingerichtet worden sein. Bei der Stadterweiterung stießen die Arbeiter auf ein riesiges römisches Gräberfeld, welches schnell mit der Ursulalegende verknüpft wurde. Rasch erhöhte sich die Zahl der Märtyrerinnen von 11 auf 11.000. Allerdings fanden sich bei den Grabungen auch Gebeine von Männern und Kindern. Kein Problem: Die Pilgergruppe sei dermaßen charismatisch gewesen, dass sich ihnen zahlreiche Menschen angeschlossen hätten. Durch den (schon damals illegalen) Handel mit den neuentdeckten Reliquien breitete sich die Ursula-Verehrung in Europa aus. Bis heute erinnern die elf Flämmchen oder Blutstropfen im Kölner Stadtwappen an die Märtyrerinnen.

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