Wenn der Priester an seinem Bild zerbricht

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Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (1098-1179) gilt als die Universalgelehrte des deutschen Mittelalters – dabei beherrschte sie kaum die damalige Bildungssprache Latein. Als zehntes Kind des Edelfreien Hildebert wurde sie mit nur sieben Jahren Gott geweiht und der Benediktinerin Jutta von Spanheim zur Erziehung übergeben. Später stieg Hildegard selbst zur Leiterin der Gemeinschaft auf und gründete ein eigenes Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen. Ihr charismatisches Auftreten machte sie im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. Dabei rief Hildegard in ihren Predigten nicht nur das Volk zur Umkehr auf, sondern kritisierte auch hohe Kleriker. Im Mittelalter herrschte die Ansicht, Frauen seien gar nicht zu eigenem theologischem Denken in der Lage. Hildegard bezeichnete sich darum als "ungebildet" und berief sich bei ihrer Lehre auf Visionen, die sie seit früher Kindheit erlebte. Zahlreiche Menschen suchten die berühmte Nonne als Ratgeberin auf. Neben ihren Predigtreisen war Hildegard als Komponistin, Dichterin und Naturwissenschaftlerin tätig. Ihre Leitlinien von Einheit und Ganzheit wurden in den 1970er Jahren neu aufgegriffen und führten zu einem medialen "Wiederentdeckung" der mittelalterlichen Benediktinerin. Papst Benedikt XVI. erklärte sie 2012 zur Kirchenlehrerin.

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