Heimliche Häresien: Warum dem "sensus fidelium" die Luft ausgeht

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Franziska von Rom

Die Patronin der Autofahrer – konnte selbst nicht Auto fahren. Wie sie dennoch zu diesem "Job" kam? Bei genauem Blick auf Franziskas Lebensweg (1384-1440) finden sich gleich drei gute Gründe für ihre Wahl. Erstens: Sie ließ sich nicht ablenken. Als Franziska 1384 in Rom geboren wurde, war die Ewige Stadt alles – nur nicht heilig. Während der Papst seinen Sitz bereits nach Avignon verlegt hatte, verwahrloste Rom, litt unter den Kleinkriegen lokaler Herrscherfamilien und wurde von der Pest heimgesucht. Als Tochter einer römischen Adelsfamilie hätte Franziska das eigennützige Leben der Oberschicht teilen können, doch sie ließ sich von der grassierenden Sittenlosigkeit nicht anstecken. Schon als junges Mädchen sorgte für Bedürftige und wollte Ordensfrau werden. Ihre Eltern aber hatten andere Pläne und verheirateten sie im Alter von 12 Jahren. Zweitens: Sie fand immer einen Weg. Franziska blieb 40 Jahre lang verheiratet und bekam 6 Kinder. Und doch blieb sie ihren Idealen treu. Mit dem Segen ihres verständnisvollen Ehemannes widmete sich Franziska intensiv der Krankenpflege, lebte selbst streng asketisch und verbrachte die Nächte im Gebet. Nach dem Tod ihres Mannes 1436 trat Franziska in ein zuvor von ihr gegründetes Kloster ein. Drittens: Sie behielt den Überblick. Franziska war mystisch begabt und fürchtete sich vor den quälenden Höllenvisionen, die sie heimsuchten. In den letzten Jahren ihres Lebens aber sah sie ständig einen Engel an ihrer Seite, der ihr Sicherheit vermittelte. Sein verklärtes Licht nutzte Franziska praktisch zum nächtlichen Lesen und Schreiben. Franziska starb am 9. März 1440 und wurde 1608 heiliggesprochen. Papst Pius XI. ernannte sie 1925 zur Schutzheiligen der Autofahrer.

Das Bild zeigt ihre Begräbnisstätte in Rom.

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