Eine Nonne sitzt in der Kirche und betet

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Maria Goretti

Maria Gorettis (1890-1902) tragische Geschichte klingt zunächst nach dem altbekannten Teufelskreis aus Armut, Gewalt und Vergeltung: Marietta, so ihr Rufname, war das dritte von sechs Kindern ärmlicher Bauern. Auf der Suche nach einem besseren Leben zog die Familie 1897 in die Nähe Roms, wo ihr Vater kurz darauf an Malaria starb. Der Sohn des Vermieters, Alesandro, bedrohte und belästigte Marietta – und wohnte im selben Haus. Am 5. Juli 1902 versuchte Alessandro, die nur Elfjährige zu vergewaltigen. Als sie sich wehrte, stach er vierzehnmal mit einem Messer auf sie ein. Einen Tag später erlag Marietta ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus. Der erst 16 Jahre alte Täter wurde zu 30 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Doch etwas ist anders an Mariettas Geschichte. Noch auf dem Sterbebett vergab sie ihrem Mörder: "Ich verzeihe ihm; ich will ihn bei mir im Himmel haben." Später berichtete Alessandro von einem Traum, in welchem ihm Marietta vierzehn Lilien schenkte. 1928 wurde er wegen guter Führung vorzeitig entlassen und bat Mariettas Mutter um Vergebung, die sie ihm gewährte. Der reumütige Straftäter trat daraufhin den Franziskanern bei. 1950 sprach Papst Pius XII. Marietta im Beisein ihrer Mutter heilig.

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