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Elisabeth von Thüringen

"Die Landgräfin Elisabeth will gerade heimlich Essen zu Bedürftigen bringen, da wird sie angehalten und kontrolliert. Als sie aber das Tuch von ihrem Korb hebt, sind aus dem Brot im Korb auf wunderbare Weise Rosen geworden." So lautet die berühmteste, geradezu märchenhafte Legende über Elisabeth von Thüringen (1207-1231). Ihr Leben hingegen verlief sehr viel rauer und endete tragisch. Die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und seiner Frau Gertrud von Andechs wurde bereits als Vierjährige mit dem thüringischen Ludwig IV. verlobt und zur Erziehung an seinen Hof übergeben. Zehn Jahre später fand die Hochzeit statt. Die arrangierte Ehe verlief überraschend glücklich und brachte drei Kinder hervor. Wie ihr Vorbild Franz von Assisi wollte Elisabeth den Ärmsten der Gesellschaft dienen. So besuchte sie oft die umliegenden Armenviertel, um karitative Arbeit zu leisten. Den unhöfischen Lebensstil der Landgräfin empfand ihr adliges Umfeld mit Ausnahme ihres Mannes als Zumutung. Als Elisabeth während einer Hungersnot versuchte, das große Leid mit Geld aus der Staatskasse zumindest etwas zu lindern, wurde sie als Verschwenderin beschimpft. 1227 starb Ludwig IV. auf dem Weg zu einem Kreuzzug. Ludwigs jüngerer Bruder Heinrich übernahm die Macht und verjagte seine Schwägerin mit ihren drei kleinen Kindern vom Hof. Von ihrem restlichen Geld gründete die junge Witwe ein Krankenhaus in Marburg. Die Landgräfin wollte sich mit ganzer Kraft in den Dienst der Armen stellen, gab ein Jahr später ihre Kinder weg und trat dem Franziskanerorden bei. Elisabeths strenger Beichtvater Konrad von Marburg trieb sie zu immer weiteren Höchstleistungen in der Armenfürsorge an. Völlig entkräftet und aufgezehrt von der Sorge um andere starb Elisabeth mit nur 24 Jahren am 17. November 1231. Zwei Tage später wurde sie beigesetzt.

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