Papst im Gespräch mit Bischöfen

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Matthias

Er ist nicht so vorlaut wie Johannes, steht nicht so oft im Mittelpunkt wie Petrus und redet nicht so viel wie Paulus – wer etwas über den Apostel Matthias (gest. um 63) erfahren will, muss zwischen den Zeilen lesen. Obwohl er in den Evangelien nicht namentlich erwähnt wird, beschreibt die Apostelgeschichte Matthias als einen treuen Jünger, der Jesus von der Taufe im Jordan bis zur Himmelfahrt nachgefolgt ist (vgl. Apg 1,21f). Darum wird Matthias als einer von zwei Kandidaten für die Nachfolge des abgefallenen Judas Iskariot aufgestellt. Die versammelten Apostel beten und werfen schließlich das Los; "das Los fiel auf Matthias und er wurde den elf Aposteln zugezählt" (Apg 1,26). Doch selbst den ehrwürdigen Titel des (neuen) zwölften Apostels muss sich Matthias bescheiden teilen – denn er wird auch Paulus zugesprochen. Nach seiner Apostelernennung verliert sich Matthias' Spur: Je nach Legende missionierte er in seiner judäischen Heimat oder im heidnischen Äthiopien. Im 4. Jahrhundert soll die Kaisermutter Helena die Gebeine des Apostels im Heiligen Land gefunden haben. Der Trierer Bischof Agritius sorgte dann für eine Überführung in sein Bistum. Erst jetzt erhielt Matthias die volle Aufmerksamkeit: Seine Ruhestätte ist das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich sein Sarkophag in der Trierer Benediktinerabtei St. Matthias zu einem bedeutenden Pilgerzentrum. Die Liturgiereform verlegte den Gedenktag auf den 14. Mai, doch wegen seiner besonderen Bedeutung im deutschsprachigen Raum wird der Apostel hier weiterhin am 24. Februar gefeiert.

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