Erfurter Oberhirte predigte bei Schlussvesper der Herbst-Vollversammlung

Bischof Neymeyr betont gegenüber Amtsbrüdern Einheit mit dem Papst

Aktualisiert am 29.09.2022  –  Lesedauer: 

Fulda ‐ Die Einbindung in die Weltkirche erlebten manche Katholiken hierzulande als ein Hindernis oder gar eine Fessel, sagte Bischof Ulrich Neymeyr in Fulda. Demgegenüber betonte er die Einheit – gerade auch mit dem Papst.

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Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hat die Bedeutung der Einheit der Kirche in Deutschland mit dem Papst und der Weltkirche betont. "Die Einbindung in die Weltkirche erleben manche Katholikinnen und Katholiken hierzulande als ein Hindernis oder gar eine Fessel, die daran hindert, die Kirche nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und zu entwickeln", sagte Neymeyr bei der Schlussvesper der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda. Gerade diejenigen jedoch, die die SED-Diktatur miterlebt hätten, schätzten aus der Erfahrung der Diskriminierung der Christen in der DDR die Einbindung in die Weltkirche als einen "wichtigen Anker", so der Erfurter Bischof.

Die katholische Kirche in Deutschland sei bunt, es gebe "verschiedene Mentalitäten und Kulturen", sagte Neymeyr. "Wir dürfen und sollten nicht nach außen so tun, als seien wir ein monolithischer Block, weil es nicht der Wirklichkeit entspricht und weil es eine Verarmung wäre." Schon der heilige Bonifatius, an dessen Grab sich die deutschen Bischöfe jährlich in Fulda versammeln, habe "sein Werk des Aufbaus der katholischen Kirche fest an den Papst in Rom als Garanten der Einheit" gebunden. "Von ihm hatte er die Vollmacht für sein Werk erbeten und erhalten. Ihm hat er regelmäßig berichtet", so der Bischof. Bonifatius habe "durch die Bindung seines Werkes an den Papst und an die römische Kirche die Einheit der Kirche" gewahrt, erinnerte Neymeyr.

Am Donnerstag endete die seit Montag tagende Vollversammlung der deutschen Bischöfe. Themen waren unter anderem der anstehende Ad-limina-Besuch der Oberhirten in Rom und der deutsche Synodale Weg. Darüber hinaus stand die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Fokus der Beratungen. Mit dem Aachener Bischof Helmut Dieser wurde ein neuer DBK-Missbrauchsbeauftragter gewählt, als sein Stellvertreter der Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Überschattet wurde der letzte Tag der Vollversammlung von einem Vergleich des Synodalen Wegs mit der NS-Zeit durch Kurienkardinal Kurt Koch. Der DBK-Vorsitzende, Limburgs Bischof Georg Bätzing, wies die Aussagen bei der Abschlusspressekonferenz scharf zurück und forderte eine umgehende Entschuldigung. (tmg)