Bund Katholischer Unternehmer lehnt Frühstartrente ab
Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) hat die vom Bundestag beschlossene Frühstartrente kritisiert. Geschäftsführer David Dekorsi nannte die Frühstartrente am Dienstag in Köln "eine Fehltherapie mit Ansage". Statt jungen Menschen Investitionen und Anlagen zu ermöglichen, übernehme der Staat die Vorsorge gleich selbst, bemängelte Dekorsi.
Wo Familien nicht selbst vorsorgen könnten, dürfe der Staat durchaus helfen. Daraus folge aber nicht, dass die Vermögensbildung aller Kinder mit einer staatlichen Zahlung beginnen müsse, erklärte er. Mit Subsidiarität als Kernprinzip der katholischen Soziallehre sei das nicht vereinbar, auch nicht mit der sozialen Marktwirtschaft.
Geld vom Staat für Vorsorgedepot
Am Freitag hatte der Bundestag beschlossen, dass Kinder ab sechs Jahren vom kommenden Jahr an bis zum 18. Geburtstag zehn Euro im Monat für ihre Altersvorsorge bekommen. Das Geld vom Staat soll in ein Vorsorgedepot fließen, das die Eltern für das Kind eröffnen und in das sie zusätzlich einzahlen können. Gibt es kein individuelles Depot, legt der Staat die Summe zunächst kollektiv an.
Dekorsi forderte, Finanzbildung in Schulen zu lehren. Wenn fehlendes Finanzwissen der Grund sei, dass der Staat Vorsorge übernehme, drehe man sich im Kreis, warnte er: Dann würden Menschen nicht zu Eigenvorsorge befähigt, "sondern immer wieder nur mit neuen Staatsprogrammen traktiert".