Caritas-Präsidentin: CDU-Brandmauer zur Linken ist falsch
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa hält die CDU-Brandmauer zur Linken für falsch. "Ich halte den Unvereinbarkeitsbeschluss in seiner jetzigen Form für falsch", sagte Welskop-Deffaa am Donnerstag der Zeitschrift "Christ in der Gegenwart".
Die CDU hat sich mit dem Unvereinbarkeitsbeschluss verpflichtet, weder mit AfD noch mit der Linken zusammenzuarbeiten, weil beide extremistisch seien. Welskop-Deffaa argumentiert, es gebe klare Unterschiede bei der Bewertung von AfD und Linke. Die AfD werde in verschiedenen Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingeschätzt. "Sie agiert vielerorts klar verfassungsfeindlich."
Die Linke dagegen, so Welskop-Deffaa, vertrete in ihrem Parteiprogramm "manches, was ich persönlich für unklug halte, aber für linksextrem und verfassungsfeindlich halte ich sie nicht". Welskop-Deffaa, die CDU-Mitglied ist, warnte ihre Partei, sich AfD-Positionen anzunähern. "Manche hoffen, in einer gewissen AfD-light-Version Menschen zurückzugewinnen. Doch das funktioniert nicht, so macht man die AfD eher zusätzlich stark." Imitation schüre weitere Vorurteile und Ressentiments, sagte Welskop-Deffaa. Die 67-Jährige ist seit Ende 2021 Präsidentin des Deutschen Caritasverbands. Im kommenden Jahr gibt sie das Amt ab.