Detroiter Erzbischof: Wählerunterdrückung ist "Affront gegen Gott"
Der Erzbischof von Detroit, Edward Weisenburger, hat eine zunehmende Wahlbehinderung in den USA beklagt. Diese sei ein "Affront gegen Gott" erklärte Weisenburger, wie das "America Magazine" am Montag berichtete. "Wir haben Bedrohungen und Einschüchterungsversuche an Wahllokalen erlebt. Wir sehen Wahlkreismanipulation und Wählerunterdrückung", erklärte Weisenburger So würden zum Beispiel Wahllokale in Vierteln mit einem hohen Anteil an nicht-weißen Menschen geschlossen. "Während einige sagen, dass sei halt Politik, sage ich: Das ist ein Affront gegen Gott", so Weisenburger weiter. Er sprach zusammen mit Vertretern anderer Religionen auf einer Veranstaltung gegen Wählerunterdrückung und für Demokratie.
Kirche in der Pflicht
Weisenburger erklärte, dass Wählen und der Erhalt der Demokratie auch mit dem Glauben zu tun habe. So habe Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika "Magnifica Humanitas" geschrieben, dass der Glaube helfe, Verantwortung zu übernehmen und sich so zu unterstützen und zu vertrauen. "Wir wissen, dass Wählen ein entscheidender Weg ist, wie wir füreinander sorgen", so Weisenburger. Auch deshalb habe die Kirche die Pflicht, sich gegen Rassismus und Wählerunterdrückung einzusetzen, erklärt der Erzbischof.
Die USA verzeichneten zuletzt eine Zunahme an Bedrohungen und Belästigungen gegen Wahllokale und das dortige Personal. So hatten zum Beispiel Anhänger von US-Präsident Donald Trump nach seiner Niederlage 2020 versucht, das Wahlzentrum in Detroit zu stürmen. Auslöser war der Vorwurf der Wahlmanipulation von Seiten Trumps. Weisenburger kritisiert diese Zunahme an Gewalt. "Jeder Wähler sollte aus Gründen der Menschenwürde und des Gemeinwohls uneingeschränkt an Wahlen teilnehmen können."
Am kommenden Dienstag finden in den USA die Midterms statt. Die Wahlen entscheiden, welche Partei die Mehrheit im Kongress stellt und können so Einfluss auf die Politik des Präsidenten nehmen.