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Demonstrationsfreiheit sei hohes Gut

Deutsche Bischöfe mahnen Gewaltverzicht bei Lützerath-Räumung an

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Rolf Lohmann
Bonn/Lützerath - Seit Mittwoch läuft die polizeiliche Räumung des Dorfes Lützerath, das dem Braunkohletagebau von RWE weichen muss. Jetzt melden sich auch die deutschen Bischöfe dazu zu Wort. Unterdessen wird die Zerstörung eines Gottesdienstortes beklagt.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am dritten Tag der polizeilichen Räumung des rheinischen Dorfs Lützerath alle Parteien zum Gewaltverzicht ermahnt. Ausnahmslos alle Beteiligten sollten auf die Anwendung von Gewalt verzichten und die Rechtsstaatlichkeit achten, sagte Umwelt-Bischof Rolf Lohmann am Freitag. Seit Mittwoch läuft die Räumung in Lützerath, das dem Braunkohletagebau von RWE weichen muss. Klimaaktivisten protestieren gegen die Räumung. "Meinungs- und Demonstrationsfreiheit sind hohe Güter, die es unbedingt zu achten und konsequent zu schützen gilt", so Lohmann.

Der Münsteraner Weihbischof sagte weiter, im Zuge des Braunkohletagebaus litten viele Menschen schon seit Jahren unter Umsiedlungen. Die Bewahrung der Schöpfung sei Kernbestandteil des christlichen Glaubens, deshalb sei möglichst alles zu unterlassen, was dem Klima, der Umwelt oder der Biodiversität schade. "Zu einer guten Klimapolitik gehört daher ein zügiger Ausstieg aus den fossilen Energien", sagte Lohmann.

Initiative beklagt Zerstörung der "Eibenkapelle"

Die christliche Bewegung "Die Kirche(n) im Dorf lassen" kritisierte unterdessen die Räumung und Zerstörung der "Eibenkapelle" in Lützerath scharf. Die Kapelle als "Ort einer befreienden und ökologischen Spiritualität" sei den Planungen eines börsennotierten Konzerns zum Opfer gefallen, sagte Pressesprecher Anselm Meyer-Antz am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Kreuz sei von Polizisten entfernt worden. Ein Beamter habe es allerdings "achtungsvoll" weggetragen.

Bis Mittwoch war die freiliegende kleine Umfriedung mit vier Treppenstufen an der Ecke zu einem Hof Treffpunkt für Christen und Menschen, die sich der christlichen Klimabewegung verbunden fühlten. Der Ort mit Kreuzen, Kerzen und Blumen am historischen Standort eines einstigen Kreuzes aus dem 19. Jahrhundert war als "Freiluftkapelle" auch Gottesdienstort.

Unzählige Menschen hätten in diesem "von der Natur geschaffenen Heiligtum Trost gefunden, in sich hinein gehorcht und Kraft für den Kampf für eine Welt im Einklang mit Gottes Plänen getankt", sagte Meyer-Antz. Bis zuletzt sei der Ort von Menschen aus der Gottesdienstgemeinde bewacht worden, um den Zugriff durch ihre Anwesenheit zu verhindern. Die Bewacher seien von der Polizei mit Gewalt entfernt worden. Die Initiative erklärte, auch in den kommenden Tagen den "Widerstand gegen eine für die Erde tödliche Wirtschaftsform und unseren Kampf für das Leben" fortsetzen zu wollen. (tmg/epd)

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