Gemeindereferent gesteht Vergewaltigung junger Frau – Deal mit Gericht
Ein ehemaliger Gemeindereferent hat vor dem Landgericht Traunstein die Vergewaltigung einer jungen Frau gestanden. Er habe die unter Depressionen leidende Frau 2018 in einem Münchner Hotel gefesselt und brutal vergewaltigt, berichtet der BR am Mittwoch. Das Geständnis kurz nach Beginn des Prozesses dürfte dessen Ablauf deutlich abkürzen.
Kurz nach Beginn der Verhandlung hatten sich die Prozessparteien auf einen Deal geeinigt. Demnach erwartet den Angeklagten lediglich eine Strafe von bis zu zwei Jahren auf Bewährung, wenn er der psychisch kranken Frau durch sein Geständnis eine Aussage vor Gericht erspart. Er soll zudem 10.000 Euro zahlen. Eigentlich war der Mann auch wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener angeklagt, das Gericht regte jedoch an, diesen Punkt einzustellen. Teil des Deals ist laut Gericht auch, dass der Mann verspricht, "künftig keine vergleichbaren Beziehungen mehr mit jungen Frauen zu führen".
Der Gemeindereferent hatte die Frau im Rahmen seiner Arbeit kennengelernt, als sie 16 Jahre alt war. Er war damals als Jugendseelsorger tätig. Er traf sich regelmäßig mit der Jugendlichen, die seit ihrem 12. Lebensjahr an Depressionen litt. Bei der Vergewaltigung war sie 18 Jahre alt. Das Urteil soll am Dienstag fallen. (cph)