Herrmann: Religionsgemeinschaften sind Vorbilder für Verständigung
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die wichtige Rolle der Religionsgemeinschaften für die Gesellschaft hervorgehoben. Diese gingen voran für mehr Verständigung, für einen starken Beitrag zur Integration und damit für den Frieden, sagte Herrmann laut Redemanuskript am Montagabend in Augsburg. Anlass war die Regionalkonferenz des Bayerischen Bündnisses für Toleranz.
Millionen Menschen in Deutschland lebten jeden Tag ihren Glauben, besuchten Kirchen, Synagogen und Moscheen, feierten religiöse Feste und lebten in ihren Familien die Werte ihres Glaubens vor, so der Minister. Religion sei für unzählige Menschen im Land Halt, Orientierung und ein zentraler Teil des Lebens. "Darum sind für mich die Religionsgemeinschaften gerade jetzt in Zeiten der zunehmenden Polarisierung gefragt. Im Miteinander und im gelingenden Dialog können wir gemeinsam ein Vorbild sein", erklärte Herrmann.
Austausch auf Augenhöhe
Nach den Worten des Ministers sind Dialog, Austausch auf Augenhöhe und Begegnung das beste Mittel gegen Ressentiments und Hass. "Demokratie braucht Religion!" In wertschätzender Atmosphäre würden gegenseitiges Wissen, Verständnis, Toleranz und gesellschaftliche Teilhabe gefördert. All dies trage auch zur Integration von neuzugewanderten Menschen bei, sagte Herrmann.
Das Bayerische Bündnis für Toleranz wurde im Jahr 2005 auf Initiative der beiden großen Kirchen, der Jüdischen Gemeinden, des bayerischen Innenministeriums und des DGB Bayern gegründet. Der bayernweit größte Zusammenschluss aus staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie Religionsgemeinschaften hat sich zum Ziel gesetzt, Demokratie und die Achtung der Menschenwürde zu stärken. Zugleich geht es darum, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen. Das Bündnis versteht sich eigenen Angaben zufolge in erster Linie als Vernetzungsplattform.