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Unterstützung für Klimaproteste

Jesuiten wollen sich für mehr Klimaschutz einsetzen

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Nürnberg/Vierzehnheiligen - Im globalen Süden seien die Auswirkungen der Erderwärmung bereits seit Jahrzehnten spürbar, sagt Jesuitenprovinzial Bernhard Bürgler: "Die Rolle der Kirche ist es, die Armen und Unterdrückten der Welt zu unterstützen".

Die Jesuiten in Zentraleuropa wollen sich mehr für den Klimaschutz starkmachen. Das teilte die Pressestelle des Ordens am Freitag in München mit. "Die Rolle der Kirche ist es, die Armen und Unterdrückten der Welt zu unterstützen sowie sich für den Schutz der Lebensgrundlagen und das Gemeinwohl einzusetzen", sagte Provinzial Bernhard Bürgler auf dem jüngsten Jahrestreffen der Gemeinschaft in Vierzehnheiligen. Im globalen Süden seien die Auswirkungen der Erderwärmung bereits seit Jahrzehnten spürbar. "Hier sind wir Jesuiten im reichen globalen Norden in der Pflicht", erklärte der Provinzial.

Die Klimakrise sei eine existenzielle Krise, die die Lebensgrundlagen und den gesellschaftlichen Wohlstand bedrohe, so Bürgler. "Wenn wir den Hebel zu einer post-fossilen Gesellschaft nicht sofort umlegen, werden wir die 1,5-Grad-Grenze mit Sicherheit überschreiten." Rasches Handeln sei notwendig, da schon ab einer Erderhitzung von 1,5 Grad Kipppunkte im Klimasystem erreicht werden könnten.

Thinktank in Nürnberg gegründet

Der Provinzial betonte, die Klimafrage sei auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit. Von der Klimakrise seien zuerst und am stärksten diejenigen betroffen, die am wenigsten zu ihr beigetragen hätten. Im Jahr 2030 könnten die ökonomischen Kosten der Klimakrise in Ländern des globalen Südens 580 Milliarden betragen. Die Jesuiten wollten daher ihr eigenes Engagement verstärken. Sie gründen ein Sozial-Ökologischen Zentrum in Nürnberg, hieß es. Der Thinktank in Nürnberg solle als Bildungsstätte, Vernetzungsort für Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik sowie als Anlaufstelle für Aktivisten dienen.

Die Jesuiten in Zentraleuropa wollen zudem auch das Engagement junger Klimaaktivisten unterstützen. Im oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen befassten sich 155 Jesuiten auch mit den aktuellen Protesten der Aktivisten der "Letzten Generation", die seit Beginn des Jahres mit Blockaden ein Ende von Energie aus Öl, Gas und Kohle fordern.

Der Nürnberger Jesuit Jörg Alt sprach sich für eine Unterstützung solcher Aktionen aus. Er hat selbst im Dezember 2021 an einer Lebensmittel-Rettungs-Aktion der "Letzten Generation" teilgenommen und wartet auf seinen Strafprozess wegen besonders schweren Diebstahls. "Es kann Zeiten geben, in denen gewaltfreier ziviler Ungehorsam oder ziviler Widerstand nötig ist, um eine Beschäftigung mit dringenden Fragen unübersehbar und unignorierbar zu machen", sagte Alt. (cbr/epd/KNA)

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