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Zehn Verpflichtungen

Kardinäle unterstützen Initiative gegen Machtmissbrauch und Hass

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Der Erzbischof von Rijeka, Mate Uzinic
Rijeka - Gegen religiösen Machtmissbrauch, Polarisierung und Hass: Hochrangige Kirchen- und Religionsvertreter verpflichten sich zu mehr Dialog.

Hochrangige Vertreter der katholischen Kirche und anderer Religionsgemeinschaften wollen sich künftig gemeinsam stärker gegen Hass, Polarisierung und religiösen Machtmissbrauch einsetzen. Dabei handle es sich nicht um eine weitere Erklärung, sondern um "eine gemeinsame Verpflichtung, die von jedem Unterstützer persönliche Verantwortung erfordert", sagte der Erzbischof im kroatischen Rijeka, Mate Uzinić (Foto oben), bei der Vorstellung der Initiative am Dienstag.

Zu den zehn Verpflichtungen gehört es, "verbale Gewalt zu meiden, auch im digitalen Raum, ebenso jedes Abstempeln und Dämonisieren anderer". Zudem wollen sich die Unterstützer vor dem Missbrauch religiöser Symbole hüten. Zu den bisherigen Unterzeichnern zählen die Kardinäle Timothy Radcliffe, Jean-Paul Vesco und Ladislav Nemet sowie der US-Jesuit James Martin und der italienische Theologe Sergio Massironi vom vatikanischen Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen.

Kardinal: Kleine Gesten nicht unterschätzen

Radcliffe schaltete sich per Video aus dem italienischen Assisi zu. Dort wurde am Dienstag an das historische interreligiöse Friedenstreffen erinnert, zu dem Papst Johannes Paul II. (1978–2005) im Jahr 1986 eingeladen hatte. Der britische Kardinal ermutigte dazu, kleine Friedensgesten nicht zu unterschätzen. Selbst scheinbar unbedeutende Taten könnten unerwartete Früchte tragen. Neben Radcliffe und Erzbischof Uzinić sprachen auch der für Deutschland zuständige serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije sowie Mufti Aziz Hasanović als Vertreter der islamischen Gemeinschaft.

Die Initiative geht auf die jährlich von der Erzdiözese Rijeka organisierten "Mediterranen Theologischen Begegnungen" zurück. Beim jüngsten Treffen im Juli, bei dem auch Kardinal Blase Cupich aus Chicago für mehr Dialog warb, wurde der "Mittelmeerbund für den Frieden" vorgestellt. Das Dokument umfasst zehn Verpflichtungen zu Gewaltfreiheit, Dialog, Versöhnung, Solidarität und konkretem Friedenseinsatz. Auf der Website "peacefulrain.org" können zudem Bildungsworkshops, Kulturveranstaltungen, interreligiöse Treffen, Freiwilligenaktionen und weitere Friedensinitiativen auf einer interaktiven Weltkarte eingetragen werden. Außerdem könne nach Angaben der Initiatoren jeder Mensch – unabhängig von Religion, Nationalität oder Weltanschauung – die Initiative unterstützen.

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