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Jesuit Peter Balleis über Obergrenzen für Flüchtlingsaufnahme

Nicht populistisch diskutieren

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Jesuitenpater Peter Balleis
Würzburg - Der Jesuit Peter Balleis hat davor gewarnt, populistisch über Obergrenzen für die Aufnahme von Flüchtlingen zu diskutieren. Allerdings sei es legitim, über praktische Grenzen nachzudenken, sagte der ehemalige Direktor des Jesuitenflüchtlingsdienstes.

Niemandem sei geholfen, wenn eine Balance kippe, "aber pauschal die Zahl 200.000 zu nennen, ist unseriös", sagte Balleis, ohne CSU-Chef Horst Seehofer ausdrücklich zu erwähnen. Der Jesuit lobte das Verhalten Deutschlands gegenüber Flüchtlingen. Das Engagement von Staat und Kommunen sei beachtlich. Beispielhaft sei der ehrenamtliche Einsatz. "Es kann nicht schlecht bestellt sein um ein Land, in dem sich so viele Menschen freiwillig engagieren." Positiv sei, dass Deutschland Flüchtlinge im ganzen Land verteile, während andere Länder sie in Lager steckten und teils ausbeuteten.

Zugleich forderte der Ordensmann eine intensive psychosoziale Begleitung traumatisierter Flüchtlinge. Sie seien angewiesen auf Menschen, die ihnen zuhörten. Ebenso bräuchten die freiwilligen Helfer Unterstützung, denn sie würden mit oft "schwer verdaulichen" Realitäten konfrontiert. Auch die öffentliche Diskussion über das Flüchtlingsthema sei für sie nicht einfach.

Verständnis für die Ängste vieler Menschen

Balleis äußerte Verständnis für die Ängste vieler Menschen. "Wir haben keine Lösungen, aber Gutes zu tun, wird zu Lösungen führen." Angst vor dem Islam zu schüren, sei nicht angebracht. Wenn Christen wirklich aus christlicher Perspektive heraus handelten, dann sei ihre Identität nicht durch Muslime bedroht, sondern werde stärker. Wenn man Menschen helfe, in einer freiheitlichen Gesellschaft zu leben, habe Extremismus keine Chance.

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann lobte das Engagement von Klinik und Institut für Flüchtlinge. Hier werde Unglaubliches geleistet, sagte er. Das MI habe die Ärmsten der Armen im Blick. Ebenso freue er sich, dass sich so viele Menschen im Bistum Würzburg für Flüchtlinge einsetzten. (KNA)

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