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Karl-Rudolf Korte wünscht sich "mutige Positionierung im politischen Diskurs"

Politologe: Kirchen bedeutend für Demokratie

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Essen - In den vergangenen Monaten hatten einige CSU-Politiker der Kirche vorgworfen, sich zu stark in die Politik einzumischen. Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte stimmt nun andere Töne an.

Für den Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte haben die Kirchen eine bedeutende Rolle innerhalb der demokratischen Gesellschaft. "Die Demokratie braucht Fanmeilen, denn sie lebt von Unterstützung und natürlich auch von Einmischung", sagte der an der Universität Duisburg-Essen lehrende Korteim Interview des Essener Bistumsmagazins "Bene".

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Um die Demokratie zu stärken, könnten die Kirchen "als gesellschaftlich nach wie vor fest verankerte Institutionen" politische Zeichen setzen. "Dabei geht es nicht um neue Hirtenbriefe mit konkreten Wahlempfehlungen, sondern um eine mutige Positionierung im politischen und gesellschaftlichen Diskurs." Diese Signale könnten auch bei Bürgern Anklang finden, die keiner Kirche angehören.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere CSU-Politiker die Kirchen dazu aufgerufen, nicht zur Ersatzpartei zu werden und eine zu starke Einmischung in die Politik kritisiert. Kaum eine  Entscheidung des Bundestages und der Regierung bleibe kirchlicherseits unkommentiert, hatte er der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Johannes Singhammer kritisiert. Bayerns Finanzminister Markus Söder sagte, die Kirche solle sich darauf konzentrieren, der Mission Jesu zu folgen.

Zur Entwicklung der Demokratie in Deutschland in den vergangenen Monaten und Jahren sagte der Wissenschaftler: "Die Krise ist zum Normalfall der Politik geworden." Zudem sei der Populismus mittlerweile salonfähig. Das wirke sich auf die gesamte Gesellschaft aus. So sei die politische Mitte nervös und "in Teilen auch anfällig für diese zukunftsängstliche Empörungsbewegung."

Korte: Parteienlandschaft "fluider"

Diese Tendenzen haben nach den Worten Kortes vor allem die Parteiendemokratie beeinflusst, die "fluider und bunter geworden" sei. Dadurch seien die herkömmlichen Konstellationen zwischen den Parteien nicht mehr in der Lage, auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren. Diese Entwicklung stelle Parteien vor die Aufgabe, "eine neue Flexibilität auf dem Koalitionsmarkt" zu zeigen. (gho/KNA)

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