Soziologin: Kirchen verschließen vor Islamismus die Augen
Die Hamburger Soziologin Necla Kelek wirft den christlichen Kirchen vor, die Augen vor muslimischem Extremismus in Deutschland zu verschließen. Es fehle die klarere Forderung an die muslimischen Gemeinden, religiösen Extremismus abzulehnen, sagte Kelek am Donnerstag der in Freiburg erscheinenden Zeitschrift "Christ in der Gegenwart". "Die Kirchen schauen bei diesen Themen einfach nur weg." Die Wissenschaftlerin sagte, Moscheen – häufig aus dem Iran oder der Türkei gesteuert – könnten sich "offen und ohne Scheu" zum Islamismus bekennen. Der deutsche Staat reagiere viel zu langsam.
Männer als Frauen-Wächter
Kelek wiederholte auch ihre Einschätzung, dass es in muslimischen Milieus in Deutschland häufig konservative Familienstrukturen gebe, die Frauen systematisch unterdrücken. "Ich erkenne eine sehr traditionelle, reaktionäre Familie daran, dass die Jungen zu Wächtern ihrer Schwestern, aber auch der Mütter erzogen werden."
Sie hoffe weiterhin, dass "die Moderne irgendwann jede und jeden einzelnen" Migranten in Deutschland erfasst, sagte Kelek. "Bei den seit 2015 aus den islamisch geprägten Ländern stammenden Migranten wird es länger brauchen, wenn es überhaupt gelingt."