Stundenbuch
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Du Gott des Lichts, dem Vater gleich,
du Licht, dem unser Licht entspringt,
du ew’ger Tag: hör unser Flehn,
das aus der Nacht zum Himmel dringt.
Entreiße uns der Finsternis
und aller Angst der Erdennacht,
streif ab von uns die Müdigkeit,
die uns zum Guten träge macht.
Du, Christus, bist das Licht der Welt,
der Gott, dem gläubig wir vertraun,
auf den im Dunkel dieser Zeit
wir alle unsre Hoffnung baun.
Aus ganzem Herzen preisen wir
dich, Christus, Herr der Herrlichkeit,
der mit dem Vater und dem Geist
uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.
Göttliches Wort, der Gottheit Schrein,
führ uns in dein Geheimnis ein.
Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt,
nenn uns den Namen, den niemand kennt.
Wolkensäule voll Herrlichkeit,
geh uns voran im Dunkel der Zeit.
Schlüssel Davids, der öffnet und schließt,
weis uns die Quelle, die immer fließt.
Logos, Wort und Antwort zugleich,
erschließe uns das Gottesreich.
Lauter Güte ist Gott für Israel, für alle Menschen mit reinem Herzen. Halleluja.
Psalm 73, 1–12 · Gott nahe zu sein ist mein Glück
Wohl dem, der an mir keinen Anstoß nimmt. (Mt 11,6)
(
Lauter Güte ist Gott für Israel,
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für alle Menschen mit reinem Herzen.
)
Ich aber – fast wären meine Füße gestrauchelt,
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beinahe wäre ich gefallen.
Denn ich habe mich über die Prahler ereifert,
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als ich sah, dass es diesen Frevlern so gut ging.
Sie leiden ja keine Qualen,
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ihr Leib ist gesund und wohlgenährt.
Sie kennen nicht die Mühsal der Sterblichen,
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sind nicht geplagt wie andere Menschen.
Darum ist Hochmut ihr Halsschmuck,
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wie ein Gewand umhüllt sie Gewalttat.
Sie sehen kaum aus den Augen vor Fett,
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ihr Herz läuft über von bösen Plänen.
Sie höhnen, und was sie sagen, ist schlecht;
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sie sind falsch und reden von oben herab.
Sie reißen ihr Maul bis zum Himmel auf
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und lassen auf Erden ihrer Zunge freien Lauf.
Darum wendet sich das Volk ihnen zu
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und schlürft ihre Worte in vollen Zügen.
Sie sagen: „Wie sollte Gott das merken?
∗
Wie kann der Höchste das wissen?“
Wahrhaftig, so sind die Frevler:
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Immer im Glück, häufen sie Reichtum auf Reichtum.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Lauter Güte ist Gott für Israel, für alle Menschen mit reinem Herzen. Halleluja.
Das Lachen der Sünder wird sich in Trauer verwandeln, ihre Freude in Betrübnis. Halleluja.
Psalm 73, 13–20
Umsonst hielt ich mein Herz rein
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und wusch meine Hände in Unschuld.
Und doch war ich alle Tage geplagt
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und wurde jeden Morgen gezüchtigt.
Mein Herz war verbittert,
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mir bohrte der Schmerz in den Nieren;
ich war töricht und ohne Verstand,
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war wie ein Stück Vieh vor dir.
Hätte ich gesagt: „Ich will reden wie sie“,
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dann hätte ich an deinen Kindern Verrat geübt.
Da sann ich nach, um das zu begreifen;
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es war eine Qual für mich,
bis ich dann eintrat ins Heiligtum Gottes
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und begriff, wie sie enden.
Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund,
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du stürzt sie in Täuschung und Trug.
Sie werden plötzlich zunichte,
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werden dahingerafft und nehmen ein schreckliches Ende,
wie ein Traum, der beim Erwachen verblasst,
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dessen Bild man vergisst, wenn man aufsteht.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Das Lachen der Sünder wird sich in Trauer verwandeln, ihre Freude in Betrübnis. Halleluja.
Wer dir fern ist, Herr, geht zugrunde; ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück. Halleluja.
Psalm 73, 23–28
Ich bleibe immer bei dir,
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du hältst mich an meiner Rechten.
Du leitest mich nach deinem Ratschluss
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und nimmst mich am Ende auf in Herrlichkeit.
Was habe ich im Himmel außer dir?
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Neben dir erfreut mich nichts auf der Erde.
Auch wenn mein Leib und mein Herz verschmachten,
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Gott ist der Fels meines Herzens
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und mein Anteil auf ewig.
Ja, wer dir fern ist, geht zugrunde;
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du vernichtest alle, die dich treulos verlassen.
Ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück.
†
Ich setze auf Gott, den Herrn, mein Vertrauen.
∗
Ich will all deine Taten verkünden.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Wer dir fern ist, Herr, geht zugrunde; ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück. Halleluja.
Herr, wie köstlich ist deine Verheißung.
Süßer als Honig für meinen Mund.
Die rechte Einstellung zum Erwerb
Mein Sohn, warum willst du dir so viel Mühe bereiten? Es bleibt doch keiner ungestraft, der zu hastig vorandrängt. Läufst du zu rasch, erreichst du das Ziel nicht; fliehst du zu schnell, entkommst du nicht.
Da müht sich einer, plagt sich und hastet, doch umso mehr bleibt er zurück.
Da ermattet einer und bricht unterwegs zusammen, ist arm an Kraft und reich an Schwäche, doch das Auge des Herrn schaut ihn gütig an, er schüttelt den schmutzigen Staub von ihm ab.
Er richtet sein Haupt auf und erhöht ihn, sodass viele über ihn staunen.
Gutes und Böses, Leben und Tod, Armut und Reichtum kommen vom Herrn.
[Weisheit, Einsicht und Kenntnis des Gesetzes sind vom Herrn, Liebe und Rechtschaffenheit kommen von ihm.
Irrtum und Finsternis sind für die Sünder erschaffen; wer sich des Bösen rühmt, mit dem wird das Böse alt.]
Der Lohn des Herrn für den Gerechten steht fest, sein Wille setzt sich für immer durch.
Mancher wird reich, weil er sich plagt, doch verwirkt er seinen Erwerb.
Er sagt zwar zu gegebener Zeit: Ich habe Ruhe gefunden, nun will ich meine Güter genießen. Aber er weiß nicht, wie lange es dauert; er hinterlässt sie andern und stirbt.
Mein Sohn, steh fest in deiner Pflicht und geh ihr nach, bei deinem Tun bleibe bis ins Alter!
Wundere dich nicht über die Übeltäter; früh morgens mach dich auf zum Herrn und hoffe auf sein Licht! Denn leicht ist es in den Augen des Herrn, den Armen plötzlich und schnell reich zu machen.
Gottes Segen ist der Lohn des Gerechten, zur bestimmten Zeit blüht seine Hoffnung auf.
Sag nicht: Ich habe meine Wünsche erfüllt, was geht mir noch ab?
Sag nicht: Ich bin versorgt, welches Unheil könnte über mich kommen?
Das Glück von heute lässt das Unglück vergessen, das Unglück von heute lässt das Glück vergessen.
Denn leicht ist es in den Augen des Herrn, am Todestag dem Menschen nach seinen Taten zu vergelten.
Schlimme Zeit lässt die Lust vergessen, das Ende des Menschen gibt über ihn Auskunft.
Preise niemand glücklich vor seinem Tod; denn erst an seinem Ende erkennt man den Menschen.
Der Reiche sagt: Ich habe Ruhe gefunden, nun will ich meine Güter genießen; * aber er weiß nicht, wie lange es dauert; er hinterlässt sie andern und stirbt.
Der Reiche überlegt: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich meine Vorräte lagern. * Aber er weiß nicht, wie lange es dauert; er hinterlässt sie andern und stirbt.
Nehmen wir uns der Sache Gottes an
Jesu Leben sollen wir nachahmen des Beispiels wegen, das er uns gegeben hat, der Güter wegen, die seine Nachfolge uns einbringt, der Leiden wegen, denen wir doch im Leben und Sterben begegnen, der Vorwürfe wegen, die wir sonst beim Gerichte hören müssten, der ewigen Verdammnis wegen, die uns sonst treffen würde.
Heilige dich: morgen stirbst du!
In unserem Herzen wäre mehr Himmel, wenn sich darin nicht so viel Erde befände.
Ein Gott! Ein Augenblick! Eine Ewigkeit! Ein Gott, der dich sieht. Ein Augenblick, der dir entflieht. Eine Ewigkeit, die auf dich wartet.
Wir müssen darangehen, für Gott das Höchste zu leisten, in allem und jederzeit.
Wohin unsere Werke nicht gelangen können, dahin sollen uns die Schwingen der Sehnsucht demütig und vertrauensvoll im Fluge tragen.
Nehmen wir uns der Sache Gottes an, dann wird auch Gott an uns denken.
Gott ist zufrieden, wenn du tust, was du kannst. Aber mit halben Maßnahmen machen wir die Sache schlechter.
Nicht nach der Menge der Erfolge, sondern nach der Größe der Opfer wird jedem der ewige Lohn zugemessen.
Wenn wir unsere Schwäche kennen, bauen wir unsere Hoffnung auf Gott.
Glücklich die Seele, die sich an das Beispiel der klugen Jungfrauen hält, indem sie allezeit für die Lampe der guten Werke sorgt, ohne je zu sagen: „es reicht!“
Das ist unsere Schuld: Wir zögern, Gott zu lieben, der unendlicher Liebe wert ist.
Wenn in einem Hause die Liebe herrscht, nennt man die Bewohner Engel und das Haus ein Paradies.
Wer keine Demut besitzt, gleicht einem Menschen, der nicht fähig ist, das Gleichgewicht zu bewahren.
Suche Gott, und du wirst ihn finden. Suche ihn in allen Dingen, und du wirst ihn überall finden. Suche ihn zu jeder Zeit, und du wirst ihn immer finden.
Suche Gott zu jeder Zeit, * und du wirst ihn finden.
Suche ihn in allen Dingen. * Und du wirst ihn finden.
Herr, unser Gott, deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns, damit wir dein Wort im Herzen bewahren und immer bereit sind, das Gute zu tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Singet Lob und Preis.
Dank sei Gott, dem Herrn.