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Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
Aktuelles Stundengebet
Jetzt beten: Sext
Samstag, 17. Oktober 2026
28. Woche im Jahreskreis

Lesehore

Wochentag
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Erwartet den Herrn

Erwartet den Herrn,
steht als Knechte bereit an der Tür.
Schon jauchzt jeder Stern.
Seht, er kommt, seht, er kommt, wir sind hier.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Entzündet die Lampen, ihr Mägde,
erglühet im Geist
im Kommen des EwigGeliebten,
der Kyrios heißt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du wirfst dein Feuer zur Erde
und willst, dass es brennt,
und wir sind der Mund,
der anbetend dein Kommen bekennt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du Wort, das der Vater spricht

Du Wort, das der Vater spricht,
behältst deine Gottheit nicht
als Beute und Raub,
du springst in den Staub:
Du Leben, du Licht
wirst Mensch, der zerbricht,
da fließen die lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Herr, gib uns zu trinken davon.
Dein Wort ist nicht irgendein Ton.
Es dringt in uns ein
wie Feuer, wie Wein:
Wer glaubt, der hat schon
das Leben im Sohn,
dem Urquell der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Du Wort des Herrn bist ein Schwert,
das Sehne und Mark durchfährt
und Wahrheit heißt
und Macht ist und Geist,
das ewig währt
und uns verklärt
in der Kraft der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
im Urbeginn die Welt erschuf.
Du bist der Anfang und das Ende.

Der Himmel und die ganze Welt
sind deiner Hoheit unterstellt.
Du bist der Zeiten Lot und Wende.

Die Weisheit baute sich ein Haus,
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen.

Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
nicht mehr die Last so drückend schwer:
Der Weg zum Vater steht uns offen.

Geist, der das Leben weckt

Geist, der das Leben weckt,
du bist der Schwachen Kraft,
gibst ihnen Zuversicht
mitten in Todesnot;
hell wird uns offenbar,
was uns der Glaube sagt:
Christus hat unsern Tod besiegt.

Alles verwelkt im Tod,
Staub wird des Menschen Leib.
Doch wer in Christus stirbt,
wird mit ihm auferstehn:
Wer sich zu ihm bekennt,
fürchtet die Marter nicht,
wird im Tode mit Christus eins.

Ihm, der als Weizenkorn
für uns zerrieben ward,
folgen die Jünger nach,
bringen sich dar mit ihm,
werden wie er zum Brot,
welches das Leben nährt,
Pilger stärkt auf dem Weg zu Gott.

Dich, Herr, verehren wir,
König der Märtyrer,
Dein ist die Herrlichkeit,
von der ihr Glaube zeugt.
Führ uns durch deinen Geist
heim in des Vaters Reich,
wo in Ewigkeit Friede herrscht. Amen.

Psalmodie
1. Ant.

Dem Himmel und der Erde ruft Gott zu, er werde sein Volk nun richten.

Psalm 50, 1–6 · Der rechte Gottesdienst

Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen. (Mt 5,17)

Der Gott der Götter, der Herr, spricht,  †
er ruft der Erde zu
 ∗
vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.

Vom Zion her, der Krone der Schönheit,  ∗
geht Gott strahlend auf.

Unser Gott kommt und schweigt nicht;  ∗
Feuer frisst vor ihm her; um ihn stürmt es gewaltig.

Dem Himmel droben und der Erde ruft er zu,  ∗
er werde sein Volk nun richten:

„Versammelt mir all meine Frommen,  ∗
die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.“

Die Himmel sollen seine Gerechtigkeit künden;  ∗
Gott selbst wird Richter sein.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Dem Himmel und der Erde ruft Gott zu, er werde sein Volk nun richten.

2. Ant.

Rufe mich an am Tag der Not, und ich werde dich retten.

Psalm 50, 7–15

„Höre, mein Volk, ich rede.  †
Israel, ich klage dich an,
 ∗
ich, der ich dein Gott bin.

Nicht wegen deiner Opfer rüg’ ich dich,  ∗
deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.

Doch nehme ich von dir Stiere nicht an  ∗
noch Böcke aus deinen Hürden.

Denn mir gehört alles Getier des Waldes,  ∗
das Wild auf den Bergen zu Tausenden.

Ich kenne alle Vögel des Himmels,  ∗
was sich regt auf dem Feld, ist mein Eigen.

Hätte ich Hunger, ich brauchte es dir nicht zu sagen,  ∗
denn mein ist die Welt und was sie erfüllt.

Soll ich denn das Fleisch von Stieren essen  ∗
und das Blut von Böcken trinken?

Bring Gott als Opfer dein Lob  ∗
und erfülle dem Höchsten deine Gelübde!

Rufe mich an am Tag der Not;  ∗
dann rette ich dich und du wirst mich ehren.“

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Rufe mich an am Tag der Not, und ich werde dich retten.

3. Ant.

Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich; wer rechtschaffen lebt, dem zeig’ ich mein Heil.

Psalm 50, 16–23

Zum Frevler spricht Gott:  †
„Was zählst du meine Gebote auf
 ∗
und nimmst meinen Bund in deinen Mund?

Dabei ist Zucht dir verhasst,  ∗
meine Worte wirfst du hinter dich.

Siehst du einen Dieb, so läufst du mit,  ∗
du machst dich mit Ehebrechern gemein.

Dein Mund redet böse Worte  ∗
und deine Zunge stiftet Betrug an.

Von deinem Bruder redest du schändlich,  ∗
auf den Sohn deiner Mutter häufst du Verleumdung.

Das hast du getan und ich soll schweigen?  †
Meinst du, ich bin wie du?
 ∗
Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.

Begreift es doch, ihr, die ihr Gott vergesst!  ∗
Sonst zerreiße ich euch, und niemand kann euch retten.

Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich;  ∗
wer rechtschaffen lebt, dem zeig’ ich mein Heil.“

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich; wer rechtschaffen lebt, dem zeig’ ich mein Heil.

Versikel

Wir hören nicht auf, für euch zu beten.

Dass ihr den Willen Gottes erkennt.

Erste Lesung
Aus dem Buch Jesus Sirach. 24,1-34

Lob der Weisheit

Die Weisheit lobt sich selbst,
sie rühmt sich bei ihrem Volk.
Sie öffnet ihren Mund in der Versammlung Gottes
und rühmt sich vor seinen Scharen:

Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor,
und wie Nebel umhüllte ich die Erde.
Ich wohnte in den Höhen,
auf einer Wolkensäule stand mein Thron.
Den Kreis des Himmels umschritt ich allein,
in der Tiefe des Abgrunds ging ich umher.

Über die Fluten des Meeres und über alles Land,
über alle Völker und Nationen hatte ich Macht.
Bei ihnen allen suchte ich einen Ort der Ruhe,
ein Volk, in dessen Land ich wohnen könnte.
Da gab der Schöpfer des Alls mir Befehl;
er, der mich schuf, wusste für mein Zelt eine Ruhestätte.
Er sprach: In Jakob sollst du wohnen,
in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben.

Vor der Zeit, am Anfang, hat er mich erschaffen,
und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht.
Ich tat vor ihm Dienst im heiligen Zelt
und wurde dann auf dem Zion eingesetzt.
In der Stadt, die er ebenso liebt wie mich, fand ich Ruhe,
Jerusalem wurde mein Machtbereich.
Ich fasste Wurzel bei einem ruhmreichen Volk,
im Eigentum des Herrn, in seinem Erbbesitz.

Wie eine Zeder auf dem Libanon wuchs ich empor,
wie ein wilder Ölbaum auf dem Hermongebirge.
Wie eine Palme in En‑Gedi wuchs ich empor,
wie Oleandersträucher in Jericho,
wie ein prächtiger Ölbaum in der Schefela,
wie eine Platane am Wasser wuchs ich empor.

Wie Zimt und duftendes Gewürzrohr,
wie beste Myrrhe strömte ich Wohlgeruch aus,
wie Galbanum, Onyx und Stakte,
wie Weihrauchwolken im heiligen Zelt.
Ich breitete wie eine Terebinthe meine Zweige aus,
und meine Zweige waren voll Pracht und Anmut.
Wie ein Weinstock trieb ich schöne Ranken,
meine Blüten wurden zu prächtiger und reicher Frucht.

Kommt zu mir, die ihr mich begehrt,
sättigt euch an meinen Früchten!
An mich zu denken ist süßer als Honig,
mich zu besitzen ist besser als Wabenhonig.
Mein Andenken reicht bis zu den fernsten Generationen.

Wer mich genießt, den hungert noch,
wer mich trinkt, den dürstet noch.
Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden,
wer mir dient, fällt nicht in Sünde.

Weisheit und Gotteswort

Dies alles ist das Bundesbuch des höchsten Gottes,
das Gesetz, das Mose uns vorschrieb
als Erbe für die Gemeinde Jakobs.
Es ist voll von Weisheit, wie der Pischonfluss (voll Wasser ist),
wie der Tigris in den Tagen der ersten Ähren;
es strömt über von Einsicht, ähnlich der Flut des Eufrat,
ähnlich dem Jordan in den Tagen der Ernte;
es fließt von Belehrung über, ähnlich dem Nil,
ähnlich dem Gihon in den Tagen der Weinlese.

Wer als Erster es erforschte, kam nicht ans Ende,
ebenso wenig ergründet es der Letzte.
Übervoll wie das Meer ist sein Sinn,
sein Rat ist tiefer als der Ozean.

Ich selbst war wie ein Bewässerungsgraben,
wie ein Kanal, der hinabfließt zum Garten.
Ich dachte: Ich will meinen Garten tränken,
meine Beete bewässern.
Da wurde mir der Kanal zum Strom,
und mein Strom wurde zum Meer.

So strahle ich weiterhin Belehrung aus wie die Morgenröte,
ich lasse sie leuchten bis in die Ferne.
Weiterhin gieße ich Lehre aus wie Prophetenworte
und hinterlasse sie den fernsten Generationen.
Seht, nicht allein für mich habe ich mich geplagt,
sondern für alle, die Weisheit suchen.

Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor, * bis in Ewigkeit vergehe ich nicht.

Vor der Zeit, am Anfang, hat er mich erschaffen. * Bis in Ewigkeit vergehe ich nicht.

Zweite Lesung
Ignatius von Antiochien († nach 107) Aus dem Brief an die Römer.

Weizen Gottes bin ich; die Zähne der wilden Tiere sollen mich mahlen

Ich schreibe allen Kirchen und teile ihnen mit, dass ich willig für Gott sterbe – wenn ihr es nicht verhindert. Ich ermahne euch alle: Erweist mir nicht eine Gunst zur unrechten Zeit! Überlasst mich den Tieren zum Fraß; denn durch sie kann ich zu Gott gelangen. Weizen Gottes bin ich; die Zähne der wilden Tiere sollen mich mahlen, damit ich reines Brot Christi werde. Betet für mich, dass ich durch sie als Werkzeuge ein Opfer für Gott werde.

Die Freuden der Erde und ihre Königreiche helfen mir nichts. Für mich ist es besser, in Jesus Christus zu sterben, als König über die ganze Erde zu werden. Ihn suche ich, der für uns gestorben, nach ihm verlange ich, der für uns auferstanden ist.

Ich stehe vor der Geburt. Verzeiht mir, Brüder! Hindert mich nicht, zum Leben zu gelangen, wollt nicht, dass ich sterbe! Ich möchte Gott gehören, gönnt mich nicht der Welt und täuscht mich nicht mit dem Irdischen! Lasst mich das reine Licht empfangen! Wenn ich dorthin gelange, dann erst bin ich Mensch. Lasst mich meinen Gott im Leiden nachahmen! Jeder, der ihn in sich trägt, soll begreifen, was ich will.

Der Fürst dieser Welt will mich zerreißen und meinen auf Gott gerichteten Sinn zerstören. Keiner von euch, die dabei sind, soll ihm behilflich sein. Steht lieber auf meiner, das heißt auf Gottes Seite. Führt nicht Jesus Christus im Mund, um dann doch nach der Welt zu verlangen. Neid wohne nicht in euch. Sollte ich euch auch selbst bitten, gehorcht mir nicht! Gehorcht vielmehr dem, was ich euch hier schreibe. Ich schreibe euch als ein Lebender, der zu sterben wünscht.

Meine Liebe ist gekreuzigt, und in mir ist kein Feuer, das die Materie liebt. Lebendiges und redendes Wasser ist in mir. Es spricht in mir: Auf zum Vater! Ich habe keine Freude an vergänglicher Speise und an den Freuden dieses Lebens. Ich will das Brot Gottes – das Fleisch Jesu Christi, der aus dem Samen Davids stammt –, und als Trank will ich sein Blut, die unvergängliche Liebe.

Ich möchte nicht mehr nach Menschenart leben. Das werde ich erlangen, wenn ihr es wollt. Wollt es, so bitte ich euch, damit auch ihr Wohlwollen findet.

Mit ein paar Buchstaben bitte ich euch: Glaubt mir doch! Jesus Christus wird euch zeigen, dass ich die Wahrheit sage, und er ist der Mund ohne Lüge, durch den wirklich der Vater gesprochen hat.

Betet für mich, dass ich ans Ziel gelange. Ich habe euch nicht nach Fleischesart, sondern im Sinn Gottes geschrieben. Wenn ich leide, dann habt ihr mich geliebt; wenn ich nicht für wert gehalten werde, dann habt ihr mich gehasst.

Nichts ist euch verborgen, wenn ihr vollkommenen Glauben und vollkommene Liebe zu Gott habt. * Der Glaube ist der Anfang, die Liebe das Ziel.

Erneuert euch im Glauben – der Glaube ist das Fleisch des Herrn. Erneuert euch in der Liebe – sie ist das Blut Jesu Christi. * Der Glaube ist der Anfang, die Liebe das Ziel.

Romano Guardini († 1968) Aus dem Buch „Vorschule des Betens“.

Anbetung

Die Schrift ist von Gottes Größe ganz erfüllt. Sie spricht gern so davon, dass sie die Mächtigkeit der Welt fühlen lässt und dann sagt: Vor Gott ist alles das nichts.

Auf ihren ersten Seiten steht der gewaltige Hymnus von der Erschaffung der Welt. Deren Bereiche entfalten sich vor unseren Augen, aber jedes Mal gehen sie aus Gottes Wort hervor. Sie sind durch Ihn; Er selbst ist aus sich. Sie sind, was Er ihnen zuweist; Er ist der Ein‑und‑Alles. Niemand hilft Ihm beim Werk, Er findet dazu weder Stoff noch Plan vor; alles wird durch Ihn allein. Er ist nicht nur größer als die Welt, sondern absolut groß, groß schlechthin, und sie ist etwas nur durch Ihn und vor Ihm.

Diese Größe ist frei, mühelos fällt der Befehl. Gott spricht: „Es werde!“, und alles wird. Diese Größe ist licht, Ursprung aller Ordnung. Wo sie auf den Trotz des Menschen stößt, wird sie furchtbar und wandelt sich in den „Gotteszorn“, von welchem die zerstörenden Naturgewalten, wie Gewitter, Erdbeben, Sonnenglut, Sturm auf dem Meere, warnende Offenbarungen sind vgl. Ps 76; Ps 97 . Doch ist die Furchtbarkeit ganz in Güte, Weisheit, in Zartheit gebunden; lehrt Gott doch in einer Stunde, wo es um das Letzte geht, seinen Propheten, dass Er nicht „im Sturm sei“, noch im Erdbeben, noch im Feuer, sondern im leisen, sanften Hauch vgl. 1 Kön 19,1-14 .

Die eigentliche Offenbarung der Größe Gottes aber liegt in der Lehre von der Vorsehung. Das Erschreckende des Allwissens, das Unausdenkliche des Allvermögens und das Verwirrende einer die unabsehlichen Daseinsfäden meisternden Weisheit wird da zu lauter Liebe, und der All‑Große wird zum Vater.

Vor dieser Größe beugt sich der Mensch. Aber nicht nur tatsächlich, indem er, der Kleine, ihr nachgibt, sondern von innen her, im Raum der Andacht, in Frömmigkeit. Und nicht nur bis zu einem gewissen Grade; auch nicht nur sehr tief oder sehr bereitwillig, sondern ganz, endgültig, als Geschöpf vor dem Schöpfer, das heißt: er betet an.

Die Anbetung ist der lebendige Vollzug der Tatsache, dass Gott einfachhin „groß“, der Mensch aber ebenso einfachhin „klein“ ist; dass Gott durch sich und in sich, der Mensch aber durch Gott und in Gottes Macht besteht. Die Anbetung sagt: „Du bist Gott, ich bin der Mensch. Du bist der wahrhaft Seiende, aus Dir selbst, wesenhaft und ewig; ich bin durch Dich und vor Dir. Du hast alle Mächtigkeit des Wesens, alle Fülle des Wertes, alle Hoheit des Sinnes, bist Deiner selbst Herr und genügest selig Dir selbst. Der Sinn meines Daseins hingegen kommt mir durch Dich; ich lebe aus Deinem Licht, und die Maße meines Daseins sind in Dir.“

Die Anbetung ist von größter Wichtigkeit nicht nur für das religiöse, sondern auch für das geistige Leben des Menschen.

So müssen wir die Anbetung üben. Uns sammeln, in der Sammlung uns die Größe Gottes vergegenwärtigen, vor dieser Größe uns in Ehrfurcht und in der Freiheit unseres Herzens neigen.

Dann wird Wahrheit in uns, Wahrheit des Lebens. Die Beziehungen des Daseins kommen in Ordnung, und die Maße werden richtiggestellt. Diese Wahrheit wird uns wohltun. Sie wird das, was durch die Verwirrung und den Trug des Lebens durcheinandergebracht ist, wieder zurechtrücken. Wir werden geistig gesunden und neu beginnen können.

Ein anderer Engel flog hoch am Himmel und rief mit lauter Stimme: * Fürchtet Gott und erweist ihm die Ehre!

Betet ihn an, der die Himmel und die Erde, das Meer und die Wasserquellen geschaffen hat. * Fürchtet Gott und erweist ihm die Ehre!

Oration

Allmächtiger, ewiger Gott, das Blutzeugnis deiner Märtyrer ist der Ruhm der ganzen Kirche. Gib, dass das glorreiche Leiden, das den heiligen Ignatius zur ewigen Herrlichkeit führte, uns deinen beständigen Schutz erwirke. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut.

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