Suche

Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
Aktuelles Stundengebet
Jetzt beten: Non
Mittwoch, 21. Oktober 2026
29. Woche im Jahreskreis

Lesehore

Hl. Ursula und Gefährtinnen
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Erwartet den Herrn

Erwartet den Herrn,
steht als Knechte bereit an der Tür.
Schon jauchzt jeder Stern.
Seht, er kommt, seht, er kommt, wir sind hier.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Entzündet die Lampen, ihr Mägde,
erglühet im Geist
im Kommen des EwigGeliebten,
der Kyrios heißt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du wirfst dein Feuer zur Erde
und willst, dass es brennt,
und wir sind der Mund,
der anbetend dein Kommen bekennt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du Wort, das der Vater spricht

Du Wort, das der Vater spricht,
behältst deine Gottheit nicht
als Beute und Raub,
du springst in den Staub:
Du Leben, du Licht
wirst Mensch, der zerbricht,
da fließen die lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Herr, gib uns zu trinken davon.
Dein Wort ist nicht irgendein Ton.
Es dringt in uns ein
wie Feuer, wie Wein:
Wer glaubt, der hat schon
das Leben im Sohn,
dem Urquell der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Du Wort des Herrn bist ein Schwert,
das Sehne und Mark durchfährt
und Wahrheit heißt
und Macht ist und Geist,
das ewig währt
und uns verklärt
in der Kraft der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Es fiel das Feuer des Herrn in dich

Es fiel das Feuer des Herrn in dich.
Da warst du Flamme und folgtest dem Lamme,
Christus dem Herrn.

Er führt’ dich durch Fluten und Finsternis.
Da warst du hohe, lobpreisende Lohe
in Christus dem Herrn.

Nun preis mit uns, Schwester, den Vater im Geist,
auch wir sind erhoben ins Leben und Loben
mit Christus dem Herrn.

Geist, der das Leben weckt

Geist, der das Leben weckt,
du bist der Schwachen Kraft,
gibst ihnen Zuversicht
mitten in Todesnot;
hell wird uns offenbar,
was uns der Glaube sagt:
Christus hat unsern Tod besiegt.

Alles verwelkt im Tod,
Staub wird des Menschen Leib.
Doch wer in Christus stirbt,
wird mit ihm auferstehn:
Wer sich zu ihm bekennt,
fürchtet die Marter nicht,
wird im Tode mit Christus eins.

Ihm, der als Weizenkorn
für uns zerrieben ward,
folgen die Jünger nach,
bringen sich dar mit ihm,
werden wie er zum Brot,
welches das Leben nährt,
Pilger stärkt auf dem Weg zu Gott.

Dich, Herr, verehren wir,
König der Märtyrer,
Dein ist die Herrlichkeit,
von der ihr Glaube zeugt.
Führ uns durch deinen Geist
heim in des Vaters Reich,
wo in Ewigkeit Friede herrscht. Amen.

Psalmodie
1. Ant.

Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke. Halleluja.

Psalm 18, 2–7 · Herr, du mein Fels und meine Burg

In jenem Augenblick geschah ein gewaltiges Erdbeben. (Offb 11,13)

( Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke, )  ∗
Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter,

mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge,  ∗
mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.

Ich rufe: Der Herr sei gepriesen!,  ∗
und ich werde vor meinen Feinden gerettet.

Mich umfingen die Fesseln des Todes,  ∗
mich erschreckten die Fluten des Verderbens.

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich,  ∗
über mich fielen die Schlingen des Todes.

In meiner Not rief ich zum Herrn  ∗
und schrie zu meinem Gott.

Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen,  ∗
mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke. Halleluja.

2. Ant.

Der Herr befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen. Halleluja.

Psalm 18, 8–20

Es wankte und schwankte die Erde,  †
die Grundfesten der Berge erbebten.
 ∗
Sie wankten, denn sein Zorn war entbrannt.

Rauch stieg aus seiner Nase auf,  †
aus seinem Mund kam verzehrendes Feuer,
 ∗
glühende Kohlen sprühten aus von ihm.

Er neigte den Himmel und fuhr herab,  ∗
zu seinen Füßen dunkle Wolken.

Er fuhr auf dem Kerub und flog daher;  ∗
er schwebte auf den Flügeln des Windes.

Er hüllte sich in Finsternis,  ∗
in dunkles Wasser und dichtes Gewölk wie in ein Zelt.

Von seinem Glanz erstrahlten die Wolken,  ∗
Hagel fiel nieder und glühende Kohlen.

Da ließ der Herr den Donner im Himmel erdröhnen,  ∗
der Höchste ließ seine Stimme erschallen.

Er schoss seine Pfeile und streute sie,  ∗
er schleuderte Blitze und jagte sie dahin.

Da wurden sichtbar die Tiefen des Meeres,  ∗
die Grundfesten der Erde wurden entblößt

vor deinem Drohen, Herr,  ∗
vor dem Schnauben deines zornigen Atems.

Er griff aus der Höhe herab und fasste mich,  ∗
zog mich heraus aus gewaltigen Wassern.

Er entriss mich meinen mächtigen Feinden,  ∗
die stärker waren als ich und mich hassten.

Sie überfielen mich am Tag meines Unheils,  ∗
doch der Herr wurde mein Halt.

Er führte mich hinaus ins Weite,  ∗
er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Der Herr befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen. Halleluja.

3. Ant.

Herr, lass meine Leuchte erstrahlen, mach meine Finsternis hell. Halleluja.

Psalm 18, 21–30

Der Herr hat gut an mir gehandelt und mir vergolten,  ∗
weil ich gerecht bin und meine Hände rein sind.

Denn ich hielt mich an die Wege des Herrn  ∗
und fiel nicht ruchlos ab von meinem Gott.

Ja, ich habe alle seine Gebote vor Augen,  ∗
weise seine Gesetze niemals ab.

Ich war vor ihm ohne Makel,  ∗
ich nahm mich in Acht vor der Sünde.

Darum hat der Herr mir vergolten, weil ich gerecht bin  ∗
und meine Hände rein sind vor seinen Augen.

Gegen den Treuen zeigst du dich treu,  ∗
an dem Aufrichtigen handelst du recht.

Gegen den Reinen zeigst du dich rein,  ∗
doch falsch gegen den Falschen.

Dem bedrückten Volk bringst du Heil,  ∗
doch die Blicke der Stolzen zwingst du nieder.

Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen,  ∗
mein Gott macht meine Finsternis hell.

Mit dir erstürme ich Wälle,  ∗
mit meinem Gott überspringe ich Mauern.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Herr, lass meine Leuchte erstrahlen, mach meine Finsternis hell. Halleluja.

Versikel

Alle staunten über die Kraft seiner Rede.

Über die Worte aus seinem Mund.

Erste Lesung
Aus dem Buch Jesus Sirach. 35,1-22

Opfer und Gebet

Viele Opfer bringt dar, wer das Gesetz befolgt;
Heilsopfer spendet, wer die Gebote hält;
Speiseopfer bringt dar, wer Liebe erweist;
Dankopfer spendet, wer Almosen gibt.

Abkehr vom Bösen findet das Gefallen des Herrn:
als Sühne gilt ihm die Abkehr vom Unrecht.

Erscheine nicht mit leeren Händen vor dem Herrn,
denn das alles muss geschehen, weil es angeordnet ist.
Die Opfergabe des Gerechten macht den Altar glänzend von Fett,
und ihr Wohlgeruch steigt zum Höchsten auf.
Das Opfer des Gerechten ist angenehm,
sein Gedenkopfer wird nicht vergessen werden.

Freigebig ehre den Herrn,
nicht gering sei die Gabe in deinen Händen.
Bei all deinen guten Werken zeig ein frohes Gesicht
und weihe deinen Zehnten mit Freude!
Wie Gott dir gegeben hat, so gib auch ihm,
freigebig und so gut, wie du kannst.
Denn er ist ein Gott, der vergilt,
siebenfach wird er es dir erstatten.

Versuche nicht, ihn zu bestechen, denn er nimmt nichts an;
vertrau nicht auf Opfergaben, die durch Unterdrückung erworben sind.
Er ist ja der Gott des Rechts,
bei ihm gibt es keine Begünstigung.
Er ist nicht parteiisch gegen den Armen,
das Flehen des Bedrängten hört er.
Er missachtet nicht das Schreien der Waise
und der Witwe, die viel zu klagen hat.

Rinnt nicht die Träne über die Wange,
und klagt nicht Seufzen gegen den, der sie verursacht?
Denn von der Wange steigt sie zum Himmel empor;
der Herr achtet darauf, und es missfällt ihm.

Die Nöte des Unterdrückten nehmen ein Ende,
das Schreien des Elenden verstummt.
Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken,
es ruht nicht, bis es am Ziel ist.
Es weicht nicht, bis Gott eingreift
und Recht schafft als gerechter Richter.

Bei all deinen guten Werken zeige ein frohes Gesicht; * wie Gott dir gegeben hat, so gib auch ihm, freigebig und so gut, wie du kannst.

Denn er ist ein Gott, der vergilt, siebenfach wird er es dir erstatten. * Wie Gott dir gegeben hat, so gib auch ihm, freigebig und so gut, wie du kannst.

Zweite Lesung
Joseph Teusch († 1976) Aus einer Predigt am Gedenktag der heiligen Ursula.

Das Blut der Märtyrer ist Same neuer Christen

Im letzten Buch der Heiligen Schrift, der Geheimen Offenbarung, schreibt Johannes: ,Dann schaute ich auf, und siehe da: eine große Schar, die niemand zu zählen vermochte, aus allen Völkern und Stämmen und Zungen und Sprachen. Sie trugen weiße Gewänder und Palmen in den Händen. Sie standen vor dem Throne und dem Lamm‘ vgl. Offb 7,9–10 .

Die mit den weißen Gewändern sind die Märtyrer aus allen Völkern und Jahrhunderten. Wenn wir aber die große Schar schauen, die niemand zu zählen vermag, dann erkennen wir, dass die Märtyrer aus unserem Jahrhundert zahlreicher sind als die Märtyrer aus den übrigen Jahrhunderten zusammengenommen. Wir sind eine Kirche der Märtyrer und eine Kirche der Bekenner.

Nach dem Vorbild und Auftrag Christi verbreitet sich der Glaube durch die Verkündigung. Der Verkündiger wird glaubhaft durch die Werke der Liebe: „Seht., wie sie einander lieben“, und: „Der Herr führte ihnen täglich Neue zu“ vgl. Apg 2,47 .

Die Verkündigung wird aber auch glaubhaft durch das Martyrium. Wenn jemand Freiheit und Leben, Besitz und Einkommen, ja das Wohl der eigenen Familie aufs Spiel setzt, dann muss es ihm doch wohl ernst sein mit dem, was er verkündigt. So hat sich schon früh in der Christenheit das Wort gebildet: „Das Blut der Märtyrer ist Same neuer Christen.“

Bis zum Jahr 313 von Geschlecht zu Geschlecht, unaufhörlich, ohne dass ein Ende abzusehen ist, Verfolgung über Verfolgung. Wenn dann 313 die äußere Freiheit kommt, hat das Römische Reich eine christliche Bürgerschaft, besonders in den Städten. Die neu eintretenden Völker der Germanen und Slawen werden Christen. So sind die Grundlagen gelegt für das christliche Mittelalter, für das christliche Abendland. Wir verneigen uns vor all den Märtyrern des Römischen Reiches.

Gläubige kann man töten, den Glauben nicht. Im Gegenteil: Das Blut der Märtyrer ist Same neuer Christen.

Wenn wir jetzt die Feier zu Ehren der heiligen Ursula und ihrer Schar begehen, dann sind wir einbezogen in diesen großen Gottesdienst, den im Himmel die Chöre der Märtyrer und aller Heiligen und die Chöre der Engel feiern und zu dem hier Erde und Meer und alles, was darin ist, ihr Echo geben. Wir danken Gott, dem Herrn, dass er die Chöre der Engel geschaffen und durch seinen Geist die Chöre der Märtyrer und der Heiligen aufgebaut hat; wir bitten ihn, dass derselbe Geist als Geist der mutigen Verkündigung, als Geist der tätigen Liebe, als Geist zumindest der Bereitschaft zu allem in uns lebendig bleibe.

Breviarium Coloniense (1521)

Dient untadelig eurem himmlischen König

Die heilige Ursula setzte ihr Vertrauen auf das Wort der göttlichen Verheißung. Dennoch war sie auch bemüht um die menschliche Gebrechlichkeit. Sie hatte ihre Mitjungfrauen schon mit Worten und durch das christliche Beispiel belehrt. Doch nun ermahnte sie alle: In eurer bedrängten Lage müsst ihr um so entschlossener an der Tür des göttlichen Erbarmens pochen! Den Gürtel der Keuschheit dürft ihr niemals verlieren! Er ist ja das Zeichen, unter dem ihr eurem himmlischen König untadelig dient.

Mit diesen Worten „gab sie einen Sporn denen, die schon liefen“! Die gottverlobten Jungfrauen brachen in Tränen aus. Von ganzem Herzen und in der Glut des Geistes begannen sie die göttliche Hilfe anzurufen: Gott möge jeder einzelnen, besonders aber der Königin, die Jungfräulichkeit erhalten!

Der gütige Gott ist allzeit denen nahe, die ihn in der Wahrheit anrufen. Darum wies er ein so frommes Gebet nicht ab. Aus seinen Schatzkammern holte er den Wind hervor. Von ihm wurden die Schiffe so angetrieben, dass sie in einem Tag und einer Nacht in glücklicher Fahrt zum Hafen gelangten, der Tyele heißt. Die Zahl der Schiffe und die Schar der Mädchen erlitt unterdessen keinen Schaden.

Sie gingen ans Ufer, das ihr Ziel war. Die Frau, die ihre Anführerin war, wurde Maria der Prophetin ähnlicher, als sie das Rote Meer vor den Heeren des Pharao durchschritten hatte. Sie sang dem himmlischen Bräutigam das hochzeitliche Lob, das sie ihm schuldete. Die Gemeinschaft der Mädchen stimmte darin ein, nicht mit lautem Rufen, sondern in der Harmonie des Gesanges. Sie sangen das frohe Lied der Schwester des Mose. Es klang empor zum Ohr Gott Zebaots wie lieblicher Klang.

Dort machten sie zur Nacht Station. Am folgenden Tag kauften sie, was sie notwendig hatten. Es war dort Markt. Dann gingen sie zu den Schiffen zurück und lichteten die Anker. Gegen die Strömung des Flusses ruderten sie. So kamen sie zu jener berühmten Stadt Köln, wo heute noch ihre Leiber in Frieden ruhen.

Sie gingen an Land. Nach dem Abendbrot überwältigte der Schlaf die von gottgefälliger Arbeit Übermüdeten. Die heilige Jungfrau Ursula hatte Gottes Wohlgefallen gefunden durch das Bekenntnis zur engelgleichen Keuschheit. Darum sah sie im Traum eine Engelsgestalt voll Licht und Hoheit. Er sagte ihr: Wisse, Tochter, was du so sehr ersehnt hast, wirst du unter dem himmlischen Schutz Gottes mit dieser lieben Gemeinschaft deiner Schwestern erlangen. Du wirst nach Rom gelangen. Die Zahl deiner Gefährtinnen wird keine Minderung erfahren. Die Gelöbnisse werden unvermindert erhalten. Gott hat euch hier die Ruhe in Ewigkeit bestimmt. Hier werdet ihr in Frieden ruhen.

Heinrich Seuse († 1366) Aus dem „Büchlein von der Ewigen Weisheit“.

Das Suchen des Menschen nach Gott

Es hatte sich ein wildes Gemüt bei seiner ersten Auskehr aus sich selbst verirrt in die Wege der Ungleichheit hier wohl: Unausgeglichenheit . Da begegnete ihm in geistlicher unsäglicher Erscheinung die Ewige Weisheit und führte den Menschen durch Süß und Sauer, bis sie ihn auf den rechten Pfad der göttlichen Wahrheit brächte. Und wie er die wunderlichen Wege recht überdachte, da sprach er zu Gott:

Liebster Herr, mein Gemüt hat seit Kindertagen irgend etwas mit dürstendem Verlangen gesucht, Herr, aber was es ist, das habe ich noch nicht vollkommen begriffen. Herr, ich hab’ ihm viele Jahre heftig nachgejagt, und es konnte mir doch nie recht zuteil werden, denn ich weiß nicht recht, was es ist, und es ist doch etwas, das mein Herz und meine Seele an sich zieht und ohne das ich niemals recht zur Ruhe kommen kann.

Herr, ich wollte es in den frühesten Tagen meiner Kindheit suchen, wie ich es vor mir wirken sah in den Kreaturen. Aber je mehr ich suchte, desto weniger fand ich, und je näher ich hinging, desto weiter entfernte ich mich davon. Denn von jeder wahrgenommenen Erscheinung sprach es auf mich ein, ehe ich sie ganz erfahren hatte oder mich ihr mit Ruhe hingab: das ist es nicht, was du suchst. Und dieses Getriebensein ist mir immer und immer bei allen Dingen zuvorgekommen.

Herr, nun wütet mein Herz danach, denn es hätte es gerne, und es hat immer wieder empfunden, was es nicht ist, Herr, aber was es ist, das ist ihm noch nicht gezeigt worden. Ach geliebter Herr vom Himmelreich, was ist es und wie ist es beschaffen, was so verborgen in mir spielt?

Antwort der Ewigen Weisheit:
Erkennst du es nicht? Es hat dich doch liebend umfangen und hat dir oft den Weg verstellt, bis es dich nun für sich allein gewonnen hat.

Der Diener:
Herr, ich sah es nie und hörte es nie, ich weiß nicht, was es ist.

Antwort der Ewigen Weisheit:
Das ist nicht unbillig, denn das kommt von deiner Vertrautheit mit den Kreaturen und von deiner Fremdheit ihm gegenüber.

Aber nun tu deine inneren Augen auf und schau, wer ich bin. Ich bin es, die Ewige Weisheit, die dich in Ewigkeit für sich auserwählt hat mit dem Umfangen meiner ewigen Vorsehung.

Ich habe dir so oft den Weg versperrt, sooft du von mir geschieden wärest, wenn ich dich verlassen hätte. Du fandest in allen Dingen immer einen Widerstand; und das ist das sicherste Zeichen meiner Auserwählten, dass ich sie für mich selber haben will.

Was ist es und wie ist es beschaffen, was so verborgen in mir spielt? * Ich bin es, die Ewige Weisheit, die dich in Ewigkeit für sich auserwählt hat.

Das ist das sicherste Zeichen meiner Auserwählten, dass ich sie für mich selber haben will. * Ich bin es, die Ewige Weisheit, die dich in Ewigkeit für sich auserwählt hat.

Oration

Gott, du hast der heiligen Ursula und ihren Gefährtinnen Kraft und Standhaftigkeit im Martyrium gegeben und sie so zur Schau deiner Herrlichkeit geführt. Stärke uns auf ihre Fürbitte im Glauben und in der Liebe und gib uns ewige Gemeinschaft mit ihnen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut. © staeko.net

Unser Netzwerk

kna-katholisch-swarm-node3 (0.022s)