Stundenbuch
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Erwacht und singt in der Nacht;
es kommt das göttliche Wort, der Sohn,
der Himmel und Erde gemacht,
vom Thron in unsere Zeit und Niedrigkeit.
Erhebt euch, Menschen, und gebt ihm Ehr’,
der über das All ward gesetzt,
dem Kyrios Christ, der lebt im Jetzt
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
im Urbeginn die Welt erschuf.
Du bist der Anfang und das Ende.
Der Himmel und die ganze Welt
sind deiner Hoheit unterstellt.
Du bist der Zeiten Lot und Wende.
Die Weisheit baute sich ein Haus,
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen.
Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
nicht mehr die Last so drückend schwer:
Der Weg zum Vater steht uns offen.
Erhebe dich, Herr, und komm mir zu Hilfe. Halleluja.
Psalm 35, 1–2.3b.9–12 · Gott schafft mir Recht
Sie versammelten sich … und beschlossen, Jesus mit List in ihre Gewalt zu bringen und ihn zu töten. (Mt 26,3.4)
Streite, Herr, gegen alle, die gegen mich streiten,
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bekämpfe alle, die mich bekämpfen!
Ergreife Schild und Waffen;
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steh auf, um mir zu helfen! Sag zu mir: „Ich bin deine Hilfe.“
Meine Seele aber wird jubeln über den Herrn
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und sich über seine Hilfe freuen.
Mit Leib und Seele will ich sagen:
∗
Herr, wer ist wie du?
Du entreißt den Schwachen dem, der stärker ist,
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den Schwachen und Armen dem, der ihn ausraubt.
Da treten ruchlose Zeugen auf.
∗
Man wirft mir Dinge vor, von denen ich nichts weiß.
Sie vergelten mir Gutes mit Bösem;
∗
ich bin verlassen und einsam.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Erhebe dich, Herr, und komm mir zu Hilfe. Halleluja.
Tritt ein für mein Recht, denn du bist mächtig. Halleluja.
Psalm 35, 13–16
Ich zog ein Bußkleid an, als sie erkrankten,
†
und quälte mich ab mit Fasten.
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Nun kehre mein Gebet zurück in meine Brust.
Als wäre es ein Freund oder ein Bruder,
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so ging ich betrübt umher,
wie man Leid trägt um die Mutter,
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trauernd und tief gebeugt.
Doch als ich stürzte, lachten sie
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und taten sich zusammen.
Sie taten sich gegen mich zusammen
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wie Fremde, die ich nicht kenne.
Sie hören nicht auf, mich zu schmähen;
†
sie verhöhnen und verspotten mich,
∗
knirschen gegen mich mit den Zähnen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Tritt ein für mein Recht, denn du bist mächtig. Halleluja.
Deine Gerechtigkeit will ich verkünden den ganzen Tag. Halleluja.
Psalm 35, 17–23.27–28
Herr, wie lange noch wirst du das ansehn?
†
Rette mein Leben vor den wilden Tieren,
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mein einziges Gut vor den Löwen!
Ich will dir danken in großer Gemeinde,
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vor zahlreichem Volk dich preisen.
Über mich sollen die sich nicht freuen,
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die mich ohne Grund befeinden.
Sie sollen nicht mit den Augen zwinkern,
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die mich grundlos hassen.
Denn was sie reden, dient nicht dem Frieden;
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gegen die Stillen im Land ersinnen sie listige Pläne.
Sie reißen den Mund gegen mich auf und sagen:
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„Dir geschieht recht. Jetzt sehen wir’s mit eigenen Augen.“
Du hast es gesehen, Herr. So schweig doch nicht!
∗
Herr, bleib mir nicht fern!
Wach auf, tritt ein für mein Recht,
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verteidige mich, mein Gott und mein Herr!
Alle sollen sich freuen und jubeln,
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die wünschen, dass ich im Recht bin.
Sie sollen jederzeit sagen: „Groß ist der Herr,
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er will das Heil seines Knechtes.“
Meine Zunge soll deine Gerechtigkeit verkünden,
∗
dein Lob alle Tage.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Deine Gerechtigkeit will ich verkünden den ganzen Tag. Halleluja.
Mein Sohn, bewahre meine Worte.
Beachte meine Gebote und du wirst leben.
Das Lob des Schöpfers in der Natur
Ich will der Werke Gottes gedenken;
was ich gesehen habe, will ich erzählen:
Durch Gottes Wort entstanden seine Werke;
seine Lehre ist ein Ausfluss seiner Liebe.
Über allem strahlt die leuchtende Sonne,
die Herrlichkeit des Herrn erfüllt alle seine Werke.
Die Heiligen Gottes vermögen nicht,
alle seine Wunder zu erzählen.
Gott gibt seinen Heerscharen die Kraft,
vor seiner Herrlichkeit zu bestehen.
Meerestiefe und Menschenherz durchforscht er,
und er kennt alle ihre Geheimnisse.
Der Höchste hat Kenntnis von allem,
bis in die fernste Zeit sieht er das Kommende.
Vergangenheit und Zukunft macht er kund
und enthüllt die Rätsel des Verborgenen.
Es fehlt ihm keine Einsicht,
kein Ding entgeht ihm.
Seine machtvolle Weisheit hat er fest gegründet,
er ist der Einzige von Ewigkeit her.
Nichts ist hinzuzufügen, nichts wegzunehmen,
er braucht keinen Lehrmeister.
Alle seine Werke sind vortrefflich,
doch sehen wir nur einen Funken und ein Spiegelbild.
Alles lebt und besteht für immer,
für jeden Gebrauch ist alles bereit.
Jedes Ding ist vom andern verschieden,
keines von ihnen hat er vergeblich gemacht.
Eines ergänzt durch seinen Wert das andere.
Wer kann sich satt sehen an ihrer Pracht?
Die Größe Gottes in der Schöpfung
Überaus Ehrfurcht gebietend ist der Herr,
unbegreiflich ist seine Stärke.
Ihr, die ihr den Herrn lobt, singt laut, so viel ihr könnt;
denn nie wird es genügen.
Ihr, die ihr ihn preist, schöpft neue Kraft,
werdet nicht müde; denn fassen könnt ihr es nie.
Wer hat ihn gesehen, dass er erzählen könnte,
und wer kann ihn loben, wie es ihm entspricht?
Die Menge des Verborgenen ist größer als das Genannte,
nur wenige von seinen Werken habe ich gesehen.
Alles hat der Herr gemacht,
und den Frommen hat er Weisheit verliehen.
Ehrfurchtgebietend ist der Herr, * unbegreiflich ist seine Stärke.
Ihr, die ihr den Herrn lobt, singt laut. * Unbegreiflich ist seine Stärke.
Das Wort Gottes stattet das All aus, ordnet es und umfängt es
Der allheilige und über alle Geschöpfe erhabene Vater Christi gleicht einem vortrefflichen Steuermann. Mit seiner eigenen Weisheit und seinem eigenen Wort, mit unserem Herrn und Heiland Christus, lenkt er überall alles zum Heil und ordnet und wirkt alles, wie er es für recht erkennt. Recht aber ist, dass alles so ist, wie es geschehen ist und wie es vor unseren Augen geschieht, weil er es so will, was gewiss keiner bestreiten wird.
Denn wenn die Bewegung der Geschöpfe ohne vernünftige Ordnung abliefe und die Welt sich einfach so dahinbewegte, brauchte man mit Fug und Recht dem Gesagten keinen Glauben zu schenken. Wenn die Welt aber in vernünftiger Ordnung mit Weisheit und Einsicht geschaffen und wohl ausgestattet ist, dann kann nur das Wort Gottes ihr Urheber und Ordner sein.
Ich meine das lebendige und schöpferische Wort an sich, das Wort des Guten, des Gottes aller Dinge, das Wort, das selber Gott ist, das verschieden ist von allem Geschöpflichen, das allein im eigentlichen Sinn Wort des guten Vaters ist und das durch seine Vorsehung die ganze Welt geordnet hat und erleuchtet.
Denn als das gute Wort des guten Vaters hat es die Ordnung aller Dinge verfügt. Es hat Gegensätze miteinander verbunden und zwischen ihnen ein einträchtiges Zusammenklingen geschaffen. Es ist der eine und einziggeborene Gott, der aus dem Vater hervorgeht gleichsam als der Gute aus der guten Quelle, der alles ordnet und zusammenhält.
Gott, der durch sein ewiges Wort alles gemacht und den geschaffenen Dingen das Dasein gegeben hat, ließ nicht zu, dass die Schöpfung – ihrer eigenen Natur überlassen und von ihr fortgerissen – wieder ins Nichts zurücksinke. Weil er vielmehr gut ist, lenkt und erhält er die ganze Natur durch sein Wort, das selbst Gott ist.
Er erleuchtet sie durch Vorsehung, Führung und Walten des Wortes und gibt ihr so die Kraft fest im Dasein zu verharren. Die Natur soll ja teilhaben am Wort des Vaters, das wahrhaft seiend ist, und sie soll von ihm im Dasein erhalten werden, damit sie nicht aufhört zu sein.
Sie würde nämlich vernichtet, wenn sie nicht durch das Wort erhalten würde, das selbst „Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“; denn durch ihn und in ihm hat alles Bestand, alles Sichtbare und Unsichtbare. Er ist das Haupt der Kirche, wie die Diener der Wahrheit in den heiligen Schriften lehren vgl. Kol 1,15-18 .
Dieses allmächtige und heilige Wort des Vaters durchwaltet alle Dinge, entfaltet seine Kräfte überall und erleuchtet alles Sichtbare und Unsichtbare. Es fasst alles in sich zusammen und hält es fest. Nichts entlässt es aus seiner Macht. Jedem für sich und allgemein allen zugleich schenkt er vielmehr allem durch das All hin Leben und Bestand.
Der Herr hat mich geschaffen vor allem Anfang, ehe er die Quellen schuf. * Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.
Als er den Himmel baute, war ich dabei; als er die Fundamente der Erde abmaß, da war ich als geliebtes Kind bei ihm. * Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.
Allmächtiger Gott, du bist unser Herr und Gebieter. Mach unseren Willen bereit, deinen Weisungen zu folgen, und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Singet Lob und Preis.
Dank sei Gott, dem Herrn.