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Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
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Lesehore

Gedächtnis Mariens am Samstag
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Erwartet den Herrn

Erwartet den Herrn,
steht als Knechte bereit an der Tür.
Schon jauchzt jeder Stern.
Seht, er kommt, seht, er kommt, wir sind hier.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Entzündet die Lampen, ihr Mägde,
erglühet im Geist
im Kommen des EwigGeliebten,
der Kyrios heißt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du wirfst dein Feuer zur Erde
und willst, dass es brennt,
und wir sind der Mund,
der anbetend dein Kommen bekennt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du Wort, das der Vater spricht

Du Wort, das der Vater spricht,
behältst deine Gottheit nicht
als Beute und Raub,
du springst in den Staub:
Du Leben, du Licht
wirst Mensch, der zerbricht,
da fließen die lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Herr, gib uns zu trinken davon.
Dein Wort ist nicht irgendein Ton.
Es dringt in uns ein
wie Feuer, wie Wein:
Wer glaubt, der hat schon
das Leben im Sohn,
dem Urquell der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Du Wort des Herrn bist ein Schwert,
das Sehne und Mark durchfährt
und Wahrheit heißt
und Macht ist und Geist,
das ewig währt
und uns verklärt
in der Kraft der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Den Erde, Meer und Firmament

Den Erde, Meer und Firmament
verehren, loben, beten an,
der die drei Reiche trägt und lenkt,
ihn birgt Mariens reiner Schoß.

Dem Sonne, Mond und jeder Stern
durch alle Zeiten dienstbar sind,
ihn trägt der Leib der reinen Magd,
vom Hauch der Gnade ganz durchströmt.

Beglückte Mutter, reich beschenkt:
In deinem Schoße schließt sich ein
er, dessen Hand die Welt umfängt,
der Höchste, der das All erschuf.

Dir ward des Engels Botschaft kund,
und du empfingst vom Heil’gen Geist:
Aus deinem Schoße trat hervor,
der aller Völker Sehnsucht ist.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,
Gott, den die Jungfrau uns gebar,
Lob auch dem Vater und dem Geist
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Sei gegrüßt, die den König gebar

Sei gegrüßt, die den König gebar,​du heilige Mutter,
ihn, der Himmel und Erde erhält​im Wandel der Zeiten,
dessen Walten das All umfasst​mit ewigem Kreise,
dessen Reich ohne Ende besteht:

Dein seliger Leib hat
Freuden der Mutter gepaart​mit reiner Ehre der Jungfrau.
Dir, der keine je glich,​wird keine fürderhin gleichen,
denn vor allen Frauen erwählte​dich, Einzige, Christus.

Psalmodie
1. Ant.

Wer so klein sein kann wie ein Kind, der ist im Himmelreich der Größte.

Psalm 131 · Frieden in Gott wie ein Kind bei der Mutter

Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. (Mt 11,29)

Herr, mein Herz ist nicht stolz,  ∗
nicht hochmütig blicken meine Augen.

Ich gehe nicht um mit Dingen,  ∗
die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;  ∗
wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

Israel, harre auf den Herrn  ∗
von nun an bis in Ewigkeit.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wer so klein sein kann wie ein Kind, der ist im Himmelreich der Größte.

2. Ant.

Mit ungeteiltem Herzen habe ich freudig alles gegeben, Herr, du mein Gott.

Psalm 132, 1–10 · Die Erwählung des Zion

Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. (Lk 1,32)

O Herr, denk an David,  ∗
denk an all seine Mühen,

wie er dem Herrn geschworen,  ∗
dem starken Gott Jakobs gelobt hat:

„Nicht will ich mein Zelt betreten  ∗
noch mich zur Ruhe betten,

nicht Schlaf den Augen gönnen  ∗
noch Schlummer den Lidern,

bis ich eine Stätte finde für den Herrn,  ∗
eine Wohnung für den starken Gott Jakobs.“

Wir hörten von seiner Lade in Efrata,  ∗
fanden sie im Gefilde von Jáar.

„Lasst uns hingehen zu seiner Wohnung  ∗
und niederfallen vor dem Schemel seiner Füße!“

„Erheb dich, Herr, komm an den Ort deiner Ruhe,  ∗
du und deine machtvolle Lade!“

Deine Priester sollen sich bekleiden mit Gerechtigkeit,  ∗
und deine Frommen sollen jubeln.

„Weil David dein Knecht ist,  ∗
weise deinen Gesalbten nicht ab!“

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Mit ungeteiltem Herzen habe ich freudig alles gegeben, Herr, du mein Gott.

3. Ant.

Der Herr hat David Treue geschworen; er hat seine Herrschaft auf ewig gefestigt.

Psalm 132, 11–18

Der Herr hat David geschworen,  ∗
einen Eid, den er niemals brechen wird:

„Einen Spross aus deinem Geschlecht  ∗
will ich setzen auf deinen Thron.

Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren,  ∗
mein Zeugnis, das ich sie lehre,

dann sollen auch ihre Söhne  ∗
auf deinem Thron sitzen für immer.“

Denn der Herr hat den Zion erwählt,  ∗
ihn zu seinem Wohnsitz erkoren:

„Das ist für immer der Ort meiner Ruhe;  ∗
hier will ich wohnen, ich hab’ ihn erkoren.

Zions Nahrung will ich reichlich segnen,  ∗
mit Brot seine Armen sättigen.

Seine Priester will ich bekleiden mit Heil,  ∗
seine Frommen sollen jauchzen und jubeln.

Dort lasse ich Davids Macht erstarken  ∗
und stelle für meinen Gesalbten ein Licht auf.

Ich bedecke seine Feinde mit Schande;  ∗
doch auf ihm erglänzt seine Krone.“

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Der Herr hat David Treue geschworen; er hat seine Herrschaft auf ewig gefestigt.

Versikel

Kommt und schaut die Taten des Herrn.

Der Wunderbares vollbringt auf der Erde.

Erste Lesung
Aus dem Buch Jesus Sirach. 51,1-2

Danklied

Ich will dich preisen, mein Herr und König,
ich will dich loben, Gott meines Heils.
Ich will deinen Namen verkünden, du Hort meines Lebens,
denn du hast mich vom Tod errettet.
Du hast meinen Leib vor dem Grab bewahrt,
meinen Fuß dem Griff der Unterwelt entrissen.

Du hast mich befreit von der Geißel böser Zungen,
von den Lippen treuloser Lügner.
Gegen meine Widersacher standest du mir zur Seite,
in deiner großen Huld hast du mir geholfen
aus der Schlinge derer, die auf meinen Fall lauern,
aus der Hand jener, die mir nach dem Leben trachten.

Aus vielen Nöten hast du mich erlöst,
aus der Bedrängnis der Flammen, die mich umringten,
aus Gluten, die nicht wirklich geschürt,
aus dem Schoß der Flut, nicht wirklich von Wasser,
sondern von schändlichen Lippen und Erfindern von Lüge,
von den Pfeilen der falschen Zunge.

Schon war ich dem Tod nahe
und mein Leben den Tiefen der Unterwelt.
Ich wandte mich nach allen Seiten und fand keinen Helfer,
ich spähte nach einem Beistand, doch keiner war da.
Da dachte ich an das Erbarmen des Herrn,
an die Taten seiner Huld, die seit Ewigkeit bestehen.

Er hilft allen, die auf ihn vertrauen,
und erlöst sie aus jeder Gefahr.
So erhob ich von der Erde meine Stimme,
ich schrie von den Toren der Unterwelt her.
Ich rief: Herr, mein Vater bist du,
mein Gott, mein rettender Held.
Verlass mich nicht am Tag der Not,
am Tag der Vernichtung und Verwüstung!
Deinen Namen will ich allzeit loben,
an dich denken im Gebet.

Da hörte der Herr meine Stimme
und achtete auf mein Flehen.
Er erlöste mich von allem Unheil
und rettete mich am Tag der Not.
Darum danke ich dem Herrn
und will seinen Namen loben und verherrlichen.

( Danket dem Herrn, denn er ist gut,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Gott der Lobgesänge,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Wächter Israels,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Schöpfer des Alls,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Erlöser Israels,
denn seine Huld währt ewig.

Danket dem, der Israels Versprengte sammelt,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Erbauer seiner Stadt und seines Heiligtums,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem, der dem Haus David Macht verlieh,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem, der Zadoks Söhne zu Priestern erwählt hat,
denn seine Huld währt ewig.

Danket dem Schild Abrahams,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Fels Isaaks,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Starken Jakobs,
denn seine Huld währt ewig.

Danket dem, der Zion erwählt hat,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem König der höchsten Könige,
denn seine Huld währt ewig.

Seinem Volk verleiht er Macht –
das ist ein Ruhm für all seine Frommen,
für Israels Söhne, das Volk, das sich ihm nahen darf. Halleluja!
)

Ich will dich preisen, mein Herr und König, * denn du hast mich vom Tod errettet.

Ich will deinen Namen verkünden, du Herr meines Lebens. * Denn du hast mich vom Tod errettet.

Zweite Lesung
Proclus von Konstantinopel († 446) Aus einer Predigt zum Weihnachtsfest.

Der die Menschen liebt, ist Mensch geworden, geboren von der Jungfrau

„Die Himmel sollen sich freuen, die Wolken Gerechtigkeit regnen, denn der Herr hat sich seines Volkes erbarmt. Die Himmel sollen sich freuen“, denn als sie geschaffen wurden, wurde auch Adam von seinem Schöpfer gebildet aus jungfräulicher Erde; er wurde Gottes Freund und Hausgenosse.

„Die Himmel sollen sich freuen“ Ps 96,11 , denn heute wurde durch das Kommen des Herrn im Fleisch die Erde geheiligt und die Menschen von den Götzenopfern befreit.

„Die Wolken sollen Gerechtigkeit regnen“ vgl. Jes 45,8 , denn heute wurde die Sünde Evas weggenommen und vergeben um der Reinheit der Jungfrau Maria willen und durch den, der als Gott und Mensch von ihr geboren wurde. Heute wurde Adam von jenem schrecklichen Urteil befreit, das ihn einst zur Todesnacht verdammt hatte.

Heute wurde Christus geboren von der Jungfrau, aus der er nach dem Heilsplan Gottes Fleisch angenommen hatte.

„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ Joh 1,14 , und daher wurde die Jungfrau zur Mutter Gottes. Sie wurde Mutter und blieb doch Jungfrau, denn ohne eines Mannes Zutun ist das Wort Fleisch geworden und wurde von ihr geboren; so bewahrte sie ihre Jungfräulichkeit durch die wunderbare Geburt dessen, der es so gewollt hatte.

Sie ist Mutter wegen der menschlichen Natur des göttlichen Wortes, das in ihr Fleisch geworden und der Welt erschienen ist; Wort und Fleisch wurden eins gemäß der Weisheit und dem Willen dessen, der große Wunder vollbringt.

Er ist aus menschlichem Geschlecht, wie der heilige Paulus sagt. Er war, was er nun ist und sein und bleiben wird.

Unseretwillen ist er Mensch geworden. Er, der den Menschen liebt, ist Mensch geworden, was er vorher nicht war. Er ist Mensch geworden und blieb doch Gott, ohne jede Veränderung. Er ist mir also ähnlich geworden um meinetwillen; er ist geworden, was er nicht war, und bewahrte dennoch, was er war. Er ist Mensch geworden, um sich unsere Leiden zu eigen zu machen, um uns die Macht zu geben, „Kinder Gottes zu werden“ Joh 1,12 , und uns sein Reich zu schenken.

Dessen mache uns würdig die Gnade und Barmherzigkeit des Herrn Jesus Christus, dem mit dem Vater und dem Heiligen Geist Ruhm und Ehre und Macht ist jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Guerricus (Werricho von Igny) († 1157) Aus einer Predigt zu Mariä Aufnahme in den Himmel.

Maria, die Mutter Christi und die Mutter der Christen

Einen einzigen Sohn hat Maria geboren. Wie dieser im Himmel der einzige Sohn des Vaters ist, so ist er auf Erden der einzige Sohn seiner Mutter. Sie, die einzige Jungfrau-Mutter, die sich rühmen darf, des Vaters einzigen Sohn geboren zu haben, umfängt diesen, ihren einzigen Sohn, in all seinen Gliedern. Sie scheut sich nicht, Mutter all derer genannt zu werden, in denen sie erkennt, dass ihr Christus schon Gestalt angenommen hat oder annimmt.

Die Urmutter Eva war weniger eine Mutter als eine Stiefmutter: Sie gab ihre Kinder dem Tode preis, noch bevor diese das Licht des Tages erblickten. Sie heißt zwar „Mutter aller Lebenden“ Gen 3,20 , doch in Wirklichkeit ist sie die Mörderin der Lebenden oder die Gebärerin der Sterbenden, denn ihr Gebären ist nichts anderes als ein Gebären zum Tod.

Weil Eva ihren Namen nicht wahrzumachen vermochte, hat Maria den geheimnisvollen Sinn dieses Namens verwirklicht. Denn wie die Kirche, deren Vorbild sie ist, ist sie die Mutter aller, die zum Leben wiedergeboren werden. Sie ist in Wahrheit die Mutter derer, die das Leben haben, denn indem sie das Leben selber gebar, hat sie in gewisser Weise allen, die von diesem Leben leben sollten, das neue Leben geschenkt.

Aufgrund dieses Geheimnisses erkennt sich die selige Mutter Christi als die Mutter der Christen; sie erweist sich auch als deren Mutter durch ihre Fürsorge und ihre liebevolle Zuneigung. Sie ist niemals hart gegenüber ihren Kindern, so als wären sie nicht ihr eigen. Denn ihr Schoß, der zwar nur einmal ein Kind getragen hat, blieb auch nachher nicht ohne Frucht, niemals hörte er auf, Früchte des Erbarmens zu gebären.

Wenn schon Paulus, der Knecht Christi, immer wieder neuen Kindern das Leben schenkt, erfüllt vom brennenden Verlangen, dass Christus in ihnen Gestalt gewinne vgl. Gal 4,19 , um wie viel mehr Maria, die Mutter Christi. Paulus schenkte ihnen das Leben, indem er ihnen das Wort der Wahrheit verkündete, durch das sie wiedergeboren wurden. Maria aber schenkte ihnen das Leben auf eine Gott ähnlichere und weit heiligere Weise, indem sie das göttliche Wort selber gebar. An Paulus lobe ich den Dienst der Verkündigung, an Maria aber bewundere und verehre ich das Geheimnis ihrer Mutterschaft.

Bedenkt nun, ob nicht auch die Kinder ihrerseits ganz offensichtlich ihre Mutter erkennen: Getrieben von einem gleichsam angeborenen Vertrauen, rufen sie in allen möglichen Gefahren zuerst und ganz besonders ihren Namen an und flüchten sich zu ihr wie die Kleinen in die Arme ihrer Mutter. Deshalb halte ich es nicht für abwegig, dass auf diese Kinder angewandt werden kann, was durch den Propheten verheißen ist: „Deine Kinder werden in dir wohnen“, ohne zu übersehen, dass diese Verheißung in erster Linie von der Kirche gilt.

Denn schon jetzt wohnen wir im Schutz der Mutter des Allerhöchsten, wir sind unter ihrer Obhut geboren, gleichsam „im Schatten ihrer Flügel“. Dereinst werden wir durch die Teilhabe an ihrer Herrlichkeit Ruhe finden in ihren Armen. Dann werden alle sich freuen und wie aus einem Munde ihrer Mutter zurufen: Wir alle freuen uns, denn „unsere Wohnstatt ist in dir“, heilige Mutter Gottes.

Johannes Chrysostomus († 407) Aus einer Homilie zum Karfreitag.

Adam und Christus, Eva und Maria

Hast du den staunenswerten Sieg gesehen? Hast du die herrlichen Tage des Kreuzes gesehen? Soll ich dir sagen, was noch wunderbarer ist? Achte auf die Art und Weise, wie der Sieg errungen wurde, und du wirst noch mehr staunen. Das nämlich, wodurch der Teufel einst gesiegt hat, genau dadurch hat Christus über ihn gesiegt. Mit seinen eigenen Waffen hat er ihn geschlagen. Höre, wie das geschah:

Eine Jungfrau, ein Holz und der Tod, das waren die Symbole der Niederlage. Die Jungfrau war Eva, denn noch hatte sie keinen Mann erkannt; das Holz war ein Baum; der Tod war die Strafe, die über Adam verhängt war.

Doch siehe, die Jungfrau, das Holz und der Tod, diese Symbole der Niederlage, sind zu Zeichen des Sieges geworden. An die Stelle Evas trat Maria, an die Stelle des Holzes der Erkenntnis von Gut und Böse trat das Holz des Kreuzes; an die Stelle des Todes Adams ist Christi Tod getreten.

Siehst du, dass der Teufel mit den gleichen Waffen besiegt wurde, mit denen er gesiegt hatte? Unter dem Baum hat der Teufel den Adam zu Fall gebracht; am Kreuz hat Christus den Teufel bezwungen. Jenes Holz schickte zur Unterwelt; dieses aber führte sogar die aus der Unterwelt zurück, die dorthin bereits hinabgestiegen waren.

Der eine Baum versteckte den gefallenen Menschen, der sich seiner Nacktheit schämte vgl. Gen 3,8 ; der andere Baum hat vor aller Augen einen nackten Menschen als Sieger erhöht.

Jener Tod verdammte alle, die nach ihm geboren wurden, dieser aber erweckte von den Toten, sogar jene, die vor ihm geboren waren.

„Wer wird die Großtaten des Herrn verkünden?“ Ps 106,2 Sein Sterben hat uns unsterblich gemacht: Das sind die wunderbaren Werke des Kreuzes. Begreifst du diesen Sieg! Begreifst du, wie er zustande kam?

Höre nun, wie dieser Sieg ohne unsere Mühen und unseren Schweiß errungen wurde. Wir haben keine Waffen mit Blut gerötet, wir haben in keiner Schlachtreihe gestanden, uns wurden keine Wunden geschlagen, wir haben keinen Krieg gesehen und doch den Sieg davongetragen. Des Herrn war der Kampf, unser ist die Krone.

Da dieser Sieg auch unser Sieg ist, so lasst uns, den Kriegern gleich, heute mit freudiger Stimme Siegeslieder singen; lasst uns den Herrn preisen, indem wir rufen: „Verschlungen ist der Tod im Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“{#1 Kor 15,55}

Das sind die herrlichen Werke, die das Kreuz vollbracht hat zu unserem Heil; das Kreuz ist das Siegeszeichen, aufgerichtet gegen die Dämonen; es ist das gegen die Sünde gezückte Schwert, das Schwert, mit dem Christus die Schlange durchbohrt hat. Das Kreuz ist der Wille des Vaters, der Ruhm des Eingeborenen, die Freude des Heiligen Geistes, die Zierde der Engel, die Sicherheit der Kirche, der Stolz des Paulus{#vgl. Gal 6,14}, das Bollwerk der Heiligen, ein Licht für die ganze Welt.

II. Vatikanisches Konzil (1962–1965) Aus der dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen gentium“.

Die selige Jungfrau und die Kirche

Die selige Jungfrau ist durch das Geschenk und die Aufgabe der göttlichen Mutterschaft, durch die sie mit ihrem Sohn und Erlöser vereint ist, und durch ihre einzigartigen Gnaden und Gaben auch mit der Kirche auf das innigste verbunden. Die Gottesmutter ist, wie schon der heilige Ambrosius lehrte, der Typus der Kirche unter der Rücksicht des Glaubens, der Liebe und der vollkommenen Einheit mit Christus.

Im Geheimnis der Kirche, die ja auch selbst mit Recht Mutter und Jungfrau genannt wird, ist die selige Jungfrau Maria vorangegangen, da sie in hervorragender und einzigartiger Weise das Urbild sowohl der Jungfrau wie der Mutter darstellt. Im Glauben und Gehorsam gebar sie den Sohn des Vaters auf Erden, und zwar ohne einen Mann zu erkennen, vom Heiligen Geist überschattet, als neue Eva, die nicht der alten Schlange, sondern dem Boten Gottes einen von keinem Zweifel verfälschten Glauben schenkte. Sie gebar aber einen Sohn, den Gott gesetzt hat zum Erstgeborenen unter vielen Brüdern Röm 8,29 . Mit mütterlicher Liebe wirkt sie mit bei deren Geburt und Erziehung in mütterlicher Liebe mit.

Nun aber wird die Kirche, indem sie Marias geheimnisvoll Heiligkeit betrachtet, ihre Liebe nachahmt und den Willen des Vaters getreu erfüllt, durch die gläubige Annahme des Wortes Gottes auch selbst Mutter: Durch Predigt und Taufe nämlich gebiert sie die vom Heiligen Geist empfangenen und aus Gott geborenen Kinder zum neuen und unsterblichen Leben. Auch sie ist Jungfrau, da sie das Treuewort, das sie dem Bräutigam gegeben hat, unversehrt und rein bewahrt und in Nachahmung der Mutter ihres Herrn in der Kraft des Heiligen Geistes jungfräulich einen unversehrten Glauben, eine feste Hoffnung und eine aufrichtige Liebe bewahrt.

Während aber die Kirche in der seligsten Jungfrau schon zur Vollkommenheit gelangt ist, in der sie ohne Makel und Runzel ist vgl. Eph 5,27 , bemühen sich die Christgläubigen noch, die Sünde zu besiegen und in der Heiligkeit zu wachsen. Daher richten sie ihre Augen auf Maria, die der ganzen Gemeinschaft der Auserwählten als Urbild der Tugenden voranleuchtet. Indem die Kirche über Maria in frommer Erwägung nachdenkt und sie im Licht des menschgewordenen Wortes betrachtet, dringt sie verehrend in das erhabene Geheimnis der Menschwerdung tiefer ein und wird ihrem Bräutigam mehr und mehr gleichgestaltet.

Denn Maria vereinigt, da sie zuinnerst in die Heilsgeschichte eingegangen ist, gewissermaßen die größten Glaubensgeheimnisse in sich und strahlt sie wider. Daher ruft ihre Verkündigung und Verehrung die Gläubigen hin zu ihrem Sohn und seinem Opfer und zur Liebe des Vaters.

Die Kirche aber wird, um die Ehre Christi zu mehren, ihrem erhabenen Typus ähnlicher durch dauerndes Wachstum in Glaube, Hoffnung und Liebe und durch das Suchen und Befolgen des Willens Gottes in allem.

Daher blickt die Kirche auch in ihrem apostolischen Wirken mit Recht zu ihr auf, die Christus geboren hat, der dazu vom Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau geboren wurde, dass er durch die Kirche auch in den Herzen der Gläubigen geboren werde und wachse. Diese Jungfrau war in ihrem Leben das Beispiel jener mütterlichen Liebe, von der alle beseelt sein müssen, die in der apostolischen Sendung der Kirche zur Wiedergeburt der Menschen mitwirken.

Sophronius von Jerusalem († 638) Aus einer Rede über die Verkündigung des Herrn.

Durch Maria ist den Menschen der Segen des Vaters aufgeleuchtet

„Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ Lk 1,28 . Jungfrau Mutter, welche Freude könnte für dich größer sein als diese? Welche Gnade großartiger als die, welche allein dir von Gott zuerkannt wurde? Oder was ließe sich Beglückenderes und Leuchtenderes erdenken? Alles ist weit entfernt von dem Wunder, das wir in dir schauen; alles liegt unter deiner Begnadung. Ihr steht alles andere nach, auch das Höchstgeschätzte; von diesem Glanz wird alles weit überstrahlt.

„Der Herr ist mit dir“: Wer könnte dir da den Rang streitig machen wollen? Gott aus dir: Wer wird vor dir nicht zur Seite treten und dir mit freudem Vortritt und Vorrang lassen?

Ich sehe deinen Vorrang über alle Geschöpfe und rufe dir mit höchstem Lobpreis zu: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.“ Denn nicht nur den Menschen ist aus dir Freude zuteil geworden; auch die überirdischen Mächte haben sie empfangen.

Wahrhaft „gesegnet bist du unter den Frauen“ Lk 1,42 ; denn du hast den Fluch über Eva in Segen verwandelt, hast erwirkt, dass Adam durch dich gesegnet wurde, der zuvor, vom Fluch getroffen, dahingestreckt lag.

Wahrhaft „gesegnet bist du unter den Frauen“; denn durch dich ist über den Menschen der Segen des Vaters aufgeleuchtet und hat sie vom alten Fluch befreit.

Wahrhaft „gesegnet bist du unter den Frauen“; denn durch dich finden deine Ahnen das Heil; du wirst ja den Retter gebären, der ihnen das göttliche Heil bereitet.

Wahrhaft „gesegnet bist du unter den Frauen“; denn ohne Samen hast du jene Frucht gebracht, die dem Erdkreis Segen spendet und ihn von dem Fluch erlöst, der Dornen sprossen ließ.

Wahrhaft „gesegnet bist du unter den Frauen“; denn du, von Natur eine irdische Frau, wirst wahrhaft Gottesmutter sein. Und wenn der, der aus dir geboren wird, in Wahrheit menschgewordener Gott ist, dann nennt man dich mit Fug und Recht Gottesgebärerin, weil du wirklich Gott gebierst.

Du beherbergst im Gemach deines Schoßes Gott selbst, ihn, der als Mensch in dir wohnt und aus dir hervorgeht wie ein Bräutigam, der allen Freude bereitet und dem All göttliches Licht spendet.

Denn in dir, Jungfrau, hat Gott wie im reinsten, strahlenden Himmel sein Zelt errichtet. Er wird aus dir hervorgehen wie der Bräutigam aus dem Brautgemach. Einem Giganten gleich wird er im Leben seinen Weg laufen, der für alle Lebenden zum Heil führt und sich vom höchsten Himmel zum höchsten Himmel spannt, um alles mit göttlicher Glut und lebenspendendem Glanz zu erfüllen.

Aelred von Rievaulx († 1167) Aus einer Predigt zu Mariae Geburt.

Maria, unsere Mutter

Lasst uns hintreten zur Braut Christi, hintreten zu seiner Mutter, hintreten zu seiner besten Magd. All das ist die selige Maria.

Aber was sollen wir ihr tun? Was für Gaben ihr bringen? Könnten wir ihr wenigstens geben, worauf sie von Rechts wegen Anspruch hat? Wir schulden ihr Ehre, schulden ihr Dienst, schulden ihr Liebe, schulden ihr Lob.

Wir schulden ihr Ehre, weil sie die Mutter unseres Herrn ist. Denn wer die Mutter nicht ehrt, versagt ohne Zweifel die Ehre dem Sohn. In der Schrift steht ja: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ Ex 20,1-2 . Was sollen wir da sagen? Ist sie nicht unsere Mutter? Ganz gewiss, Brüder: Sie ist wirklich unsere Mutter. Durch sie sind wir geboren, nicht für die Welt, sondern für Gott. Ihr glaubt und wisst es: Wir waren alle im Tod, im Alter, in Finsternis, im Elend, im Tod, denn wir hatten Gott verloren; im Alter, weil im Zerfall, in der Finsternis, denn wir hatten das Licht der Weisheit verloren und so waren wir ganz und gar untergegangen.

Aber durch die selige Maria sind wir weit besser geboren worden als durch Eva, weil von Maria Christus geboren worden ist. Anstelle des Alters haben wir die Neuheit gewonnen, anstelle des Zerfalls die Unvergänglichkeit, anstelle der Finsternis das Licht.

Unsere Mutter ist sie, Mutter unseres Lebens, Mutter unserer Unvergänglichkeit, Mutter unseres Lichts. Der Apostel sagt vom Herrn: „Er wurde für uns Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligung und Erlösung“ 1 Kor 1,30 . Sie, die Mutter Christi, ist die Mutter unserer Weisheit, Mutter unserer Gerechtigkeit, Mutter unserer Heiligung, Mutter unserer Erlösung. Darum ist sie uns mehr Mutter als unsere leibliche Mutter. Unsere Geburt aus ihr hat höheren Rang; denn aus ihr stammt unsere Heiligkeit, unsere Weisheit, unsere Gerechtigkeit, unsere Heiligung, unsere Erlösung.

In der Schrift steht: „Lobt den Herrn in seinen Heiligen“ Ps 150,1 Vg . Wenn man Gott in jenen Heiligen loben soll, durch die er Machttaten und Wunder schafft, wie sehr muss man ihn dann loben in der Frau, in der er sich selbst geschaffen hat, er, der über alle Wunder wunderbar ist.

II. Vatikanisches Konzil (1962–1965) Aus der dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen gentium“.

Die Mutterschaft Marias in der Ordnung der Gnade

Die selige Jungfrau, die von Ewigkeit her zusammen mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes als Mutter Gottes vorherbestimmt wurde, war nach dem Ratschluss der göttlichen Vorsehung hier auf Erden die erhabene Mutter des göttlichen Erlösers, in einzigartiger Weise vor anderen seine großmütige Gefährtin und die demütige Magd des Herrn. Indem sie Christus empfing, gebar und nährte, im Tempel dem Vater darstellte und mit ihrem am Kreuz sterbenden Sohn litt, hat sie beim Werk des Erlösers in durchaus einzigartiger Weise in Gehorsam, Glaube, Hoffnung und brennender Liebe mitgewirkt zur Wiederherstellung des übernatürlichen Lebens der Seelen. Deshalb ist sie uns in der Ordnung der Gnade Mutter.

Diese Mutterschaft Marias in der Gnadenordnung dauert unaufhörlich fort, von der Zustimmung an, die sie bei der Verkündigung gläubig gab und unter dem Kreuz ohne Zögern festhielt, bis zur ewigen Vollendung aller Auserwählten. In den Himmel aufgenommen, hat sie diesen heilbringenden Auftrag nicht aufgegeben, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu erwirken. In ihrer mütterlichen Liebe trägt sie Sorge für die Brüder ihres Sohnes, die noch auf der Pilgerfahrt sind und in Gefahren und Bedrängnissen weilen, bis sie zur ewigen Heimat gelangen. Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter dem Titel der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen.

Das ist so zu verstehen, dass es der Würde und Wirksamkeit Christi, des einzigen Mittlers, nichts abträgt und nichts hinzufügt. Kein Geschöpf nämlich kann mit dem menschgewordenen Wort und Erlöser jemals in einer Reihe aufgezählt werden.

Am Priestertum Christi nehmen, wenn auch in verschiedener Weise, sowohl die Amtspriester als auch das gläubige Volk teil. Überhaupt ist die eine Gutheit Gottes auf die Geschöpfe in verschiedener Weise ausgegossen. So ist auch Christus zwar der eine und einzige Mittler, aber das schließt nicht aus, dass es im geschöpflichen Bereich eine vielfache und unterschiedliche Teilnahme an dieser einzigen Quelle (dem einzigen Erlöser und Mittler) gibt. Gerade dadurch wird eine so reiche Mitwirkung möglich.

Eine solche untergeordnete Aufgabe Marias zu bekennen, zögert die Kirche nicht, sie erfährt sie auch ständig und legt sie den Gläubigen ans Herz, damit sie unter diesem mütterlichen Schutz dem Mittler und Erlöser inniger anhangen.

Laurentius Justiniani († 1455) Aus einer Predigt am Fest der Darstellung des Herrn.

Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen

Als Maria all das bei sich erwog, was sie durch Lesen, Hören und Sehen erkannt hatte, wie sehr wuchsen da ihr Glaube und ihre Verdienste! Mehr und mehr wurde sie erleuchtet durch die Weisheit und entzündet von der Glut der Liebe.

Über die alte Offenbarung der himmlischen Geheimnisse hinaus wurde sie weitergeführt, ihre Freude wurde vollendet, im Übermaß wurde sie befruchtet durch den Heiligen Geist. Sie wurde zu Gott hingeführt und wurde doch in der Demut bewahrt.

Von solcher Art ist die Wirkung der göttlichen Gnade, dass sie den Menschen aus der Tiefe erhebt zur Höhe und ihn umgestaltet von Klarheit zu Klarheit.

Ja, selig das Herz der Jungfrau, das durch die Einwohnung und Führung des Heiligen Geistes allezeit und in allem dem Befehl des Wortes Gottes gehorchte. Nicht von ihrem eigenen Sinn, nicht von ihrem eigenen Willen ließ sie sich leiten, sondern, was die Weisheit in ihrem Herzen sie zu glauben aufforderte, das wurde nach außen hin durch den Dienst des Leibes der Jungfrau bewirkt. Es ziemte sich nämlich für die göttliche Weisheit, als sie sich das Haus der Kirche als Wohnung erbauen wollte, dass sie die selige Jungfrau Maria wegen ihrer Gesetzestreue und Herzensreinheit, wegen ihrer beispielhaften Demut und ihrer geistlichen Hingabe als Mittel dazu benutze.

Gläubige Seele, ahme Maria nach! Geh in den Tempel deines Herzens, damit du im Geist gereinigt werden kannst von der Befleckung der Sünden. Gott achtet nämlich in allem, was wir tun, mehr auf unsere Gesinnung als auf unser Werk. Sei es daher, dass wir durch die Übung der Betrachtung in unserem Herzen Gott Raum geben und für ihn frei sind, sei es, dass wir durch die Übung der Tugenden und durch gute Werke danach streben, enthaltsam zu sein zum Wohl unseres Nächsten, immer sollen wir so handeln, dass allein die Liebe Christi uns drängt. Das nämlich ist das wohlgefällige Opfer geistlicher Reinigung, das nicht in einem von Menschenhand gebauten Tempel dargebracht wird, sondern in einem Herzen, in das der Herr Jesus Christus mit Freuden eintritt.

Leo der Große († 461) Aus einer Weihnachtspredigt.

Maria empfing in ihrem Geist, bevor sie in ihrem Leib empfing

Eine Jungfrau aus dem königlichen Geschlecht Davids wird erwählt. Sie wird schwanger von heiliger Frucht. Sie sollte diesen Sohn, der zugleich Gott ist und Mensch, in ihrem Geist empfangen, bevor sie ihn in ihrem Leib empfing.

Damit sie nicht in Unkenntnis des göttlichen Ratschlusses über die ungewöhnlichen Vorgänge erschrecke, erfuhr sie aus dem Gespräch mit dem Engel, was der Heilige Geist in ihr wirken sollte. So denkt sie denn nicht an die Verletzung ihrer Keuschheit, obwohl sie schon bald Gott gebären sollte. Wie sollte sie der nie gehörten Art der Empfängnis misstrauen, da das versprochene Ereignis doch durch die Kraft des Allerhöchsten gewirkt werden wird?

Das Vertrauen ihres Glaubens wird durch ein Wunder gestärkt, das vorher geschehen soll: Elisabet wird fruchtbar gegen alle Erwartung. Maria soll nicht daran zweifeln, dass Gott, der der Unfruchtbaren die Kraft gibt zu empfangen, sie auch der Jungfrau verleihen wird.

Das Wort Gottes also, Gott selbst, der Sohn Gottes, der ‚im Anfang bei Gott war, durch den alles geworden ist und ohne den nichts geworden ist‘ vgl. Joh 1,1.3 , er ist Mensch geworden, um die Menschen vom ewigen Tod zu befreien. Er ließ sich ohne Minderung seiner Herrlichkeit dazu herab, unsere Niedrigkeit anzunehmen. Er blieb, was er war, und nahm an, was er nicht war, und vereinigte so die Knechtsgestalt mit der Gottesgestalt, in der er dem Vater gleich war.

Beide Naturen verband er so eng, dass die Verherrlichung das Niedere nicht verschlang und dass die Annahme des Niederen das Höhere nicht minderte. Beide Naturen behielten ihre Besonderheit und vereinigten sich zu einer Person. So wurde die Niedrigkeit von der Majestät angenommen, die Schwachheit von der Kraft, die Sterblichkeit von der Ewigkeit.

Um die Schuld, in der wir stehen, abzuzahlen, wurde die unverletzliche Natur mit der leidensfähigen verbunden; der wahre Gott mit dem wahren Menschen zur Einheit des Herrn zusammengefügt. So konnte, wie es für unser Heil angemessen war, der ‚eine‘ und gleiche ‚Mittler zwischen Gott und den Menschen‘ vgl. 1 Tim 2,6 in der einen Natur sterben und durch die andere auferstehen.

Mit Recht fügte die Geburt des Heils der Unversehrtheit der Jungfrau keinen Schaden zu; denn die Geburt der Wahrheit bewahrte die Keuschheit.

Meine Lieben, für Christus, die Kraft und Weisheit Gottes, ziemte sich eine solche Geburt, durch die er sich das Menschsein anpasste und uns durch die Gottheit überragte. Denn wäre er nicht wahrer Gott, könnte er uns keine Heilung bringen, und wäre er nicht wahrer Mensch, könnte er uns nicht Vorbild sein.

Darum jubeln die Engel bei der Geburt des Herrn und singen: „Ehre sei Gott in der Höhe!“, und sie verkünden: „Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“ vgl. Lk 2,24 . Denn sie sehen, wie aus allen Völkern der Welt das himmlische Jerusalem erbaut wird. Wie sehr muss sich der Mensch in seiner Erniedrigung freuen über diese unfassbare Liebe Gottes, wenn schon die Engel in der Höhe darüber voll Freude jubeln?

Amadeus von Lausanne († 1159) Aus einer Homilie über Maria.

Königin der Welt und Königin des Friedens

Schon vor der Aufnahme Marias in den Himmel erstrahlte ihr Name auf der ganzen Erde; ihr erhabener Ruf verbreitete sich überall, noch bevor ihre Hoheit über die Himmel erhoben wurde vgl. Ps 8,2 Vg .

So war es angemessen: Um der Ehre ihres Sohnes willen musste die jungfräuliche Mutter zunächst auf der Erde herrschen, dann erst durfte sie den Himmel empfangen; ihr Ruf musste sich zunächst hier unten verbreiten, um dann in heiliger Fülle in die überirdischen Reiche Eingang zu finden; wie sie in dieser Welt getragen wurde von stets wachsender Kraft vgl. Ps 84,8 , so musste sie auch in der anderen Welt durch den Geist des Herrn getragen werden von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.

Als sie noch im Irdischen lebte, kostete sie bereits die Erstlingsgaben des kommenden Reiches: Bald preist sie die unaussprechliche Hoheit Gottes; bald lässt sie sich in unsagbarer Liebe zu den Mitmenschen herab. Bald dienen ihr die Engel, bald betet sie Gott an durch den Dienst an den Menschen. Gabriel diente ihr mit den Engeln. Johannes freut sich, dass ihm die jungfräuliche Mutter unter dem Kreuz anvertraut wird, und er dient ihr mit den Aposteln. Die einen freuen sich, ihre Königin zu schauen, die anderen, ihre Herrin zu sehen. Alle dienen ihr mit liebender Hingabe.

Jetzt thront sie in der hohen Burg des Himmels. Ein Meer göttlicher Gaben strömt von ihr aus, und sie selber gießt über das dürstende Volk der Gläubigen in verschwenderischer Fülle jene Gnade aus, durch die sie alle überragt. Sie schenkt dem Leib Gesundheit, der Seele Salbung; sie hat die Macht, vom Tod des Leibes und der Seele zu erwecken.

Wer ist jemals von ihr gegangen, krank oder traurig, ohne der himmlischen Geheimnisse innezuwerden? Wer kam nicht nach Hause, froh und glücklich, von der Mutter des Herrn erlangt zu haben, was er erbat?

Die Braut, die Mutter des einzigen Bräutigams, ist überreich an hohem Gut. Gütig und liebenswert ist sie in ihrer Seligkeit, Quelle im Garten des Lebens, Brunnen lebendigen und lebenspendenden Wassers, das machtvoll vom göttlichen Libanon herabfließt. Vom Berg Zion kommt es, bis es draußen alle Völker umfließt: Ströme des Friedens und Bäche der Gnaden, die vom Himmel kommen.

Als die Jungfrau der Jungfrauen von Gott und ihrem Sohn, dem König der Könige, entrückt wurde, jubelten die Engel, freuten sich die Erzengel, der Himmel brach in Lobrufe aus, und die Weissagung des Psalmisten kam in Erfüllung: „Die Braut steht dir zur Rechten, ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen.“ Ps 45,10.14

Bernhard von Clairvaux († 1153) Aus einer Rede über Mariä Namen.

Und der Name der Jungfrau war Maria: Stern des Meeres

„Der Name der Jungfrau“, sagt der Evangelist, „war Maria“ Lk 1,27 . Wir wollen ein wenig über diesen Namen sprechen. Er heißt übersetzt: Stern des Meeres und eignet sich sehr wohl für die Jungfrau-Mutter. Sehr zutreffend nämlich ist sie einem Stern vergleichbar.

Wie der Stern ohne Einbuße seiner selbst seinen Strahl aussendet, so hat sie als Jungfrau den Sohn geboren, ohne dass ihre Jungfräulichkeit gemindert wurde. Der Strahl mindert nicht des Sternes Helligkeit, so auch nicht der Sohn die Unversehrtheit der Jungfrau.

Sie ist jener hehre Stern, aufgegangen aus Jakob, dessen Strahl die ganze Welt erleuchtet, dessen Glanz die Himmel überstrahlt, die Tiefen durchdringt und alle Lande erhellt. Er erwärmt mehr den Geist als den Körper, lässt die Tugenden reifen und verbrennt die Laster. Sie ist, sage ich, jener herrliche, auserlesene Stern, unendlich erhoben über das weite Meer, strahlend durch Verdienste, leuchtend als Vorbild.

Wenn du erfährst, dass dieses Erdenleben mehr ein Dahintreiben in Wellen, Wind und Wetter ist als ein Dahinschreiten auf festem Land: Wende deine Augen nicht ab vom Licht dieses Sternes, damit du nicht untergehst in den Stürmen.
Wenn die Sturmwinde der Versuchungen daherbrausen, wenn du zwischen die Klippen der Drangsale verschlagen wirst, blick auf zum Stern, ruf zu Maria!
Wenn dich emporschleudern Wogen des Stolzes, des Ehrgeizes, der Verleumdung, der Eifersucht – blick auf zum Stern, ruf zu Maria!
Wenn Zorn, Habsucht oder die Begierde des Eleisches deine Seele erschüttern – blick auf zu Maria!
Wenn dich die Last der Sünden drückt und die Schmach des Gewissens beschämt, wenn dich die Strenge des Gerichtes schreckt, wenn du drohst von abgrundtiefer Traurigkeit und Verzweiflung verschlungen zu werden – denk an Maria!

In Gefahren, in Ängsten, in Zweifeln – denk an Maria, ruf zu Maria! Ihr Name weiche nicht aus deinem Munde, weiche nicht aus deinem Herzen!

Damit du aber ihre Hilfe und Fürbitte erlangest, vergiss nicht das Vorbild ihres Wandels!
Folge ihr, und du wirst nicht vom Wege weichen.
Bitte sie, und niemals bist du hoffnungslos.
Denk an sie, dann irrst du nicht.
Hält sie dich fest, wirst du nicht fallen.
Schützt sie dich, dann fürchte nichts.
Führt sie dich, wirst du nicht müde.

Ist sie dir gnädig, dann kommst du ans Ziel und wirst selbst erfahren, wie richtig es heißt: Und der Name der Jungfrau war Maria – Stern des Meeres.

Bernhard von Clairvaux († 1153) Aus einer Predigt über den Aquädukt.

Wir sollen die Geheimnisse des Heils betrachten

„Darum wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden“ Lk 1,35 , Quell der Weisheit, Wort des Vaters in der Höhe! Durch dich, heilige Jungfrau, wird das Wort Fleisch. Er, der da spricht: „Ich bin im Vater, und der Vater ist in mir“ Joh 14,10 , sagt trotzdem auch: „Von Gott bin ich ausgegangen und gekommen.“ Joh 8,42

„Im Anfang“, heißt es, „war das Wort.“ Joh 1,1 Schon sprudelt der Quell, aber zunächst noch in sich. „Das Wort war Gott“ ebd. und wohnte infolgedessen im unzugänglichen Licht vgl. 1 Tim 6,16 . Der Herr sprach von Anbeginn: „Ich denke Gedanken des Friedens, nicht des Unheils.“ Jer 29,11 Vg. Aber dieses Denken ist in dir, und wir wissen es nicht, was du denkst, „denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?“ Röm 11,34

So steigt der Gedanke des Friedens herab zum Werk des Friedens: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Joh 1,14 Es wohnt durch den Glauben in unseren Herzen vgl. Eph 3,17 , es wohnt in unserem Gedächtnis, in unserem Denken, ja es steigt bis in unsere Vorstellungskraft hinab.

Was sollte der Mensch vorher von Gott denken? Es reichte vielleicht aus, sich im Herzen ein Götzenbild zu machen. Gott war unbegreiflich, unnahbar, unsichtbar und völlig unausdenkbar. Aber jetzt wollte er begriffen werden, wollte gesehen, wollte gedacht werden.

Wie? fragst du. Nun, dadurch, dass er in der Krippe lag, im Schoß der Jungfrau weilte, auf dem Berg predigte, Nächte hindurch betete, dadurch, dass er am Kreuz hing, im Tod erblasste, frei unter Toten vgl. Ps 88,6 röm. in der Welt des Todes sich als Herr erwies, am dritten Tag auferstand, den Aposteln die Male der Nägel, die Zeichen seines Sieges zeigte, und zuletzt dadurch, dass er vor ihnen in den Himmel aufstieg.

Welcher von all diesen Gedanken wäre nicht wirklich, fromm und heilig? Was immer ich hiervon bedenke: ich denke Gott, und in allem ist er mein Gott. Das zu betrachten, sage ich, ist Weisheit, und ich hielt es für Klugheit, wenn das Gedächtnis überquillt von Süßigkeit, die der Stab des Priesters aus solchen Kernen reich hervorfließen lässt vgl. Ex 17,6 .

Maria schöpft aus dem Quell im Himmel und lässt die Weisheit überreich auf uns niederströmen.

Augustinus († 430) Aus einer Predigt über Maria als Vorbild christlichen Glaubens.

Im Glauben vertraute sie, im Glauben empfing sie

Achtet darauf, was Christus der Herr gesagt hat: „Er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ Mt 12,49-50

Handelte nun die Jungfrau Maria etwa nicht nach dem Willen des Vaters, sie, die im Glauben vertraute und im Glauben empfing; sie, die dazu erwählt wurde, für uns unter den Menschen das Heil zur Welt zu bringen; sie, die Christus der Herr schuf, noch ehe Christus in ihr erschaffen wurde?

Ja, die heilige Maria handelte nach dem Willen des Vaters, sie tat es in vollem Umfang. Darum ist es von größerer Bedeutung, dass sie Jüngerin Christi, als dass sie seine Mutter war. Mehr und seliger war es, Jüngerin Christi zu sein als seine Mutter. Maria war selig, dass sie Christus im Schoße trug, ehe sie ihn zur Welt brachte, ihn, den Meister.

Sieh, ob es nicht so ist, wie ich sage: Als der Herr mit den ihm folgenden Scharen einherzog und göttliche Wunder wirkte, da sagte eine Frau: „Selig die Frau, deren Leib dich getragen hat!“ Lk 11,27 Und was entgegnete der Herr, damit niemand nach irdischem Glück sucht? „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen!“ Lk 11,28

Auch Maria ist darum selig zu preisen, weil sie das Wort Gottes hörte und befolgte. Es war bedeutungsvoller, dass sie in ihrem Herzen die Wahrheit, als dass sie in ihrem Leib das Fleisch Christi bewahrte.

Christus ist Wahrheit und Fleisch zugleich. Als Wahrheit ist er im Herzen, als Fleisch im Leib Marias. Dass er im Herzen ist, bedeutet mehr, als dass er im Leib getragen wurde.

Heilig ist Maria, selig ist sie. Aber noch seliger zu preisen als Maria ist die Kirche. Wieso das? Weil Maria ein Glied der Kirche ist, zwar ein heiliges, ein hervorragendes, ein überaus erhabenes Glied, aber doch ein Glied des ganzen Leibes. Wenn sie Glied des ganzen Leibes ist, dann ist doch sicherlich der ganze Leib mehr als das Glied. Der Herr ist das Haupt, der ganze Christus ist Haupt und Leib. Was soll ich sagen? Wir haben ein göttliches Haupt, wir haben Gott als Haupt!

Liebe Brüder, achtet also darauf, dass auch ihr Glieder Christi, Leib Christi seid. Bedenkt, wieso ihr seid, was er sagt: „Das sind meine Mutter und meine Brüder.“ Wieso seid ihr seine Mutter? „Wer hört und nach dem Willen meines Vaters im Himmel handelt, der ist für mich Bruder, Schwester und Mutter.“

Athanasius († 373) Aus dem Buch „Gegen die Heiden“.

Durch das Wort fügen sich alle Dinge zu einer wahrhaft göttlichen Harmonie

Unter allem, was besteht und entsteht, gibt es nichts, was nicht im Wort und durch das Wort geschaffen wäre und im Dasein erhalten würde, wie auch der Theologe lehrt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ Joh 1,1-3

Wie ein Musiker seine Laute harmonisch stimmt, die tiefen Töne mit den hohen und die mittleren mit den übrigen kunstvoll verbindet und so die eine Melodie zum Vortrag bringt, so hält die Weisheit Gottes die ganze Welt wie eine Laute, verbindet die Dinge in der Luft mit denen auf der Erde und die im Himmel mit denen des Äthers, verknüpft das Ganze mit dem einzelnen, leitet es nach seinem Wink und Wollen und schafft so schön und voll Wohlklang die eine Welt und die eine Ordnung der Welt.

Inzwischen bleibt das göttliche Wort selbst unbewegt beim Vater, bewegt aber alles bei seiner eigenen Beständigkeit, wie es dem Willen des Vaters entspricht.

Schließlich gibt er allem je nach Maß seiner Natur Leben und Ordnung. So fügen sich alle Dinge durch ihn zu einer wunderbaren und wahrhaft göttlichen Harmonie.

Man kann die große Sache in einem Bild verständlich machen. Ich stelle dir einen großen Chor vor Augen als Beispiel für die Gemeinde. In einem Chor, der sich aus Menschen verschiedener Art zusammensetzt, aus Knaben und Frauen, aus alten und noch jungen Männern, der von einem Dirigenten geleitet wird, singt jeder nach seiner Natur und Fähigkeit: der Mann als Mann, der Knabe als Knabe, der alte Mann als alter und der junge als junger Mann. Trotzdem bringen sie die eine Harmonie zustande.

Ähnlich ist es mit unserer Seele. Zu gleicher Zeit setzt sie unsere verschiedenen Sinne je nach der Wirkweise eines jeden in Bewegung. Das Auge sieht, das Ohr hört, die Hand tastet, der Geruchsinn riecht, der Geschmacksinn schmeckt, und auch andere Glieder regen sich – die Füße zum Beispiel laufen. Ebenso geht es auch im Weltganzen zu. Wenn das Bild auch nur schwach ist, so soll es doch zu vertiefter Einsicht verhelfen.

Durch einen kraftvollen Wink des göttlichen Wortes also wird alles in Ordnung gehalten, und die einzelnen Dinge tun, was einem jeden von ihnen eigentümlich ist, und doch schaffen sie alle zusammen den einen Kosmos.

Preist Gott und lobt ihn! * Gebt ihm die Ehre und bezeugt vor allen Menschen, was er für euch getan hat.

Es ist gut, Gott zu preisen und seinen Namen zu verherrlichen. * Gebt ihm die Ehre und bezeugt vor allen Menschen, was er für euch getan hat.

Oration

Man kann eine der folgenden Orationen auswählen: 1    Herr und Gott, auf die Fürsprache der jungfräulichen Mutter Maria schenke uns die Gesundheit des Leibes und das Heil der Seele. Nimm von uns die Traurigkeit dieser Zeit und führe uns zur ewigen Freude. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

2    Barmherziger Gott, mit unserem eigenen Tun können wir vor dir nicht bestehen. Darum höre auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria. Schau nicht auf unser Versagen, sondern sei uns gnädig und rette uns. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

3    Barmherziger Gott, du kennst unsere Schwachheit und unsere Not. Auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria nimm von uns die Last der Sünde, verzeih uns und richte uns auf. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

4    Gütiger Gott, komm uns zu Hilfe auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria. Befreie uns aus allen Gefahren und lass uns froh werden in deinem Frieden. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

5    Allmächtiger Gott, wir gedenken der seligen Jungfrau Maria, die du aus allen Menschen erwählt und geheiligt hast. Höre auf ihre Fürsprache und schenke auch uns Heil und Segen aus der Fülle deiner Gnade. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

6    Allmächtiger Gott, im Vertrauen auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau flehen wir zu dir. Befreie uns von allem Bösen, das uns auf Erden bedroht, und schenke uns im Himmel die unvergängliche Freude. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut. © staeko.net

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