Stundenbuch
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Erwacht und singt in der Nacht;
es kommt das göttliche Wort, der Sohn,
der Himmel und Erde gemacht,
vom Thron in unsere Zeit und Niedrigkeit.
Erhebt euch, Menschen, und gebt ihm Ehr’,
der über das All ward gesetzt,
dem Kyrios Christ, der lebt im Jetzt
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
im Urbeginn die Welt erschuf.
Du bist der Anfang und das Ende.
Der Himmel und die ganze Welt
sind deiner Hoheit unterstellt.
Du bist der Zeiten Lot und Wende.
Die Weisheit baute sich ein Haus,
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen.
Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
nicht mehr die Last so drückend schwer:
Der Weg zum Vater steht uns offen.
Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen. Halleluja.
Psalm 37, 1–11 · Das Los der Bösen und der Guten
Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben. (Mt 5,5)
Errege dich nicht über die Bösen,
∗
wegen der Übeltäter ereifere dich nicht!
Denn sie verwelken schnell wie das Gras,
∗
wie grünes Kraut verdorren sie.
Vertrau auf den Herrn und tu das Gute,
∗
bleib wohnen im Land und bewahre Treue!
Freu dich innig am Herrn!
∗
Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt.
Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm;
∗
er wird es fügen.
Er bringt deine Gerechtigkeit heraus wie das Licht
∗
und dein Recht so hell wie den Mittag.
Sei still vor dem Herrn und harre auf ihn!
†
Erhitze dich nicht über den Mann, dem alles gelingt,
∗
den Mann, der auf Ränke sinnt.
Steh ab vom Zorn und lass den Grimm;
∗
erhitze dich nicht, es führt nur zu Bösem.
Denn die Bösen werden ausgetilgt;
∗
die aber auf den Herrn hoffen, werden das Land besitzen.
Eine Weile noch und der Frevler ist nicht mehr da;
∗
schaust du nach seiner Wohnung – sie ist nicht mehr zu finden.
Doch die Armen werden das Land bekommen,
∗
sie werden Glück in Fülle genießen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen. Halleluja.
Meide das Böse und tu das Gute; der Herr verlässt seine Frommen nicht. Halleluja.
Psalm 37, 12–29
Der Frevler sinnt auf Ränke gegen den Gerechten
∗
und knirscht gegen ihn mit den Zähnen.
Der Herr verlacht ihn,
∗
denn er sieht, dass sein Tag kommt.
Die Frevler zücken das Schwert
∗
und spannen ihren Bogen;
sie wollen den Schwachen und Armen fällen
∗
und alle hinschlachten, die den rechten Weg gehn.
Ihr Schwert dringe in ihr eigenes Herz,
∗
und ihre Bogen sollen zerbrechen.
Besser das wenige, das der Gerechte besitzt,
∗
als der Überfluss vieler Frevler.
Denn die Arme der Frevler werden zerschmettert,
∗
doch die Gerechten stützt der Herr.
Der Herr kennt die Tage der Bewährten,
∗
ihr Erbe hat ewig Bestand.
In bösen Zeiten werden sie nicht zuschanden,
∗
sie werden satt in den Tagen des Hungers.
Doch die Frevler gehen zugrunde,
†
die Feinde des Herrn sind wie die Pracht der Auen:
∗
Sie schwinden dahin, wie Rauch schwinden sie hin.
Der Frevler muss borgen und kann nicht bezahlen,
∗
doch freigebig schenkt der Gerechte.
Denn wen der Herr segnet, der wird das Land besitzen,
∗
aber wen er verflucht, der wird ausgetilgt.
Der Herr festigt die Schritte des Mannes,
∗
er hat Gefallen an seinem Weg.
Auch wenn er strauchelt, stürzt er nicht hin;
∗
denn der Herr hält ihn fest an der Hand.
Einst war ich jung, nun bin ich alt,
†
nie sah ich einen Gerechten verlassen
∗
noch seine Kinder betteln um Brot.
Allzeit ist er mildtätig, gern leiht er aus,
∗
seine Kinder werden zum Segen.
Meide das Böse und tu das Gute,
∗
so bleibst du wohnen für immer.
Denn der Herr liebt das Recht
∗
und verlässt seine Frommen nicht.
Doch das Geschlecht der Frevler wird ausgetilgt,
∗
sie werden für immer vernichtet.
Die Gerechten werden das Land besitzen
∗
und darin wohnen für alle Zeiten.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Meide das Böse und tu das Gute; der Herr verlässt seine Frommen nicht. Halleluja.
Hoffe auf den Herrn und bleib auf seinem Weg. Halleluja.
Psalm 37, 30–40
Der Mund des Gerechten bewegt Worte der Weisheit,
∗
und seine Zunge redet, was recht ist.
Er hat die Weisung seines Gottes im Herzen,
∗
seine Schritte wanken nicht.
Der Frevler belauert den Gerechten
∗
und sucht ihn zu töten.
Der Herr überlässt ihn nicht seiner Hand,
∗
lässt nicht zu, dass man ihn vor Gericht verurteilt.
Hoffe auf den Herrn
∗
und bleib auf seinem Weg!
Er wird dich erhöhen zum Erben des Landes;
∗
du wirst sehen, wie der Frevler vernichtet wird.
Ich sah einen Frevler, bereit zu Gewalttat;
∗
er reckte sich hoch wie eine grünende Zeder.
Wieder ging ich vorüber, und er war nicht mehr da;
∗
ich suchte ihn, doch er war nicht zu finden.
Achte auf den Frommen und schau auf den Redlichen!
∗
Denn Zukunft hat der Mann des Friedens.
Die Sünder aber werden alle zusammen vernichtet;
∗
die Zukunft der Frevler ist Untergang.
Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn,
∗
er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not.
Der Herr hilft ihnen und rettet sie,
∗
er rettet sie vor den Frevlern;
er schenkt ihnen Heil,
∗
denn sie suchen Zuflucht bei ihm.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Hoffe auf den Herrn und bleib auf seinem Weg. Halleluja.
Lehre mich Erkenntnis und rechtes Urteil.
Ich vertraue auf deine Gebote.
Das jenseitige Los der Guten und der Bösen
Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand,
und keine Qual kann sie berühren.
In den Augen der Toren sind sie gestorben,
ihr Heimgang gilt als Unglück,
ihr Scheiden von uns als Vernichtung;
sie aber sind in Frieden.
In den Augen der Menschen wurden sie gestraft;
doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit.
Ein wenig nur werden sie gezüchtigt;
doch sie empfangen große Wohltat.
Denn Gott hat sie geprüft
und fand sie seiner würdig.
Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt
und sie angenommen als ein vollgültiges Opfer.
Beim Endgericht werden sie aufleuchten
wie Funken, die durch ein Stoppelfeld sprühen.
Sie werden Völker richten und über Nationen herrschen,
und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit.
Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen,
und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe.
Denn Gnade und Erbarmen wird seinen Erwählten zuteil.
Die Frevler aber werden für ihre Pläne bestraft,
sie, die den Gerechten missachtet haben
und vom Herrn abgefallen sind.
Unglücklich sind alle, die Weisheit und Belehrung verachten;
leer ist ihre Hoffnung, vergeblich sind ihre Mühen und wertlos ihre Taten.
Ihre Frauen sind unverständig und ihre Kinder böse,
fluchbeladen ist ihr Geschlecht.
Kinderlose Gerechte und kinderreiche Frevler
Selig ist die Kinderlose, die unschuldig blieb
und kein Lager der Sünde kannte;
sie wird gleich einer Mutter geehrt,
wenn die Seelen ihren Lohn empfangen.
Selig ist auch der Kinderlose, der sich nicht frevelhaft verging
und gegen den Herrn nichts Böses plante;
besondere Gnade wird seiner Treue zuteil
und ein gar köstlicher Anteil am Tempel des Herrn.
Denn ruhmreich ist der Lohn guter Mühe
und unvergänglich die Wurzel der Klugheit.
Doch die Kinder von Ehebrechern verkümmern,
und die Nachkommen einer sündigen Verbindung schwinden dahin.
Auch wenn sie lange leben, gelten sie nichts,
und ehrlos ist am Ende ihr Alter.
Sterben sie früh, so haben sie keine Hoffnung
und keinen Trost am Tag des Gerichts;
denn schlimm ist das Ende eines schuldhaften Geschlechts.
Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt und sie angenommen als ein vollgültiges Opfer. Beim Endgericht werden sie aufleuchten; * denn Gnade und Erbarmen wird seinen Erwählten zuteil.
Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen, und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe. * Denn Gnade und Erbarmen wird seinen Erwählten zuteil.
Gott ist treu in seinen Verheißungen
Bedenkt, Geliebte, wie der Herr uns immer wieder zu verstehen gibt, dass einst eine Auferstehung kommen wird, zu deren Erstling er den Herrn Jesus Christus gemacht hat, indem er ihn von den Toten erweckte.
Seht, meine Lieben, die Auferstehung, wie sie immer wieder geschieht: Tag und Nacht sind uns offenbares Zeichen der Auferstehung. Die Nacht entschläft, der Tag wacht auf, der Tag vergeht, die Nacht kommt wieder.
Nehmet die Frucht: Wie geschieht die Aussaat? Der Sämann ging aufs Feld und warf jedes Samenkorn in die Erde vgl. Mt 13,3 . Trocken und nackt fällt es in den Ackerboden und stirbt vgl. Joh 12,24 ; die großartige Fürsorge des Herrn erweckt es aus seinem Tod, aus dem einen werden viele und bringen Frucht.
In dieser Hoffnung soll sich unsere Seele fest mit Gott verbinden. Er ist treu in seinen Verheißungen und gerecht in seinem Urteil. Er hat verboten zu lügen, noch weniger lügt er selbst. Nichts ist bei Gott unmöglich vgl. Gen 18,14 außer der Lüge. Daher soll sich in uns der Glaube an ihn aufs neue entzünden. Lasst uns erkennen, dass alles ihm nahe ist.
Durch das Wort seiner Macht entstand das Gefüge des Alls, und mit einem Wort kann er es wieder zerstören. Wer kann zu ihm sagen: Was hast du gemacht? Oder wer kann seiner gewaltigen Macht widerstehen vgl. Weish 11,24 ?
Alles liegt vor ihm offen, und nichts ist seinem Ratschluss verborgen; denn „die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament. Ein Tag sagt es dem anderen, eine Nacht tut es der andern kund, ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme“ Ps 19,2-4 .
Da also alles gesehen und gehört wird, wollen wir ihn fürchten und ablassen von der hässlichen Gier nach bösen Taten, damit wir durch sein Erbarmen vor dem kommenden Gericht bewahrt werden.
Denn wohin kann jemand von uns seiner starken Hand entfliehen? Welche Welt wird jemand aufnehmen, der vor ihm fortläuft? Die Schrift sagt: „Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, wohin mich vor deinem Angesicht flüchten? Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen. Nehme ich die Flügel des Morgenrots und lasse mich nieder am äußersten Meer, auch dort wird deine Hand mich ergreifen und deine Rechte mich fassen“ Ps 139,7-10 . Wohin sollte also jemand gehen, oder wie sollte er dem entrinnen, der das All umfasst?
So lasst uns ihm mit heiliger Seele nahen, die Hände rein und unbefleckt zu ihm erheben. Lasst uns den uns wohlgesinnten und barmherzigen Vater lieben, der uns zu seinem Anteil erwählt hat!
Herr und König, du Herrscher über alles, deiner Macht ist das All unterworfen, und niemand kann sich dir widersetzen. * Um deines Namens willen befreie uns.
Du hast Himmel und Erde gemacht und alles, was wir unter dem Himmel bestaunen. * Um deines Namens willen befreie uns.
Allmächtiger, ewiger Gott, mehre in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Gib uns die Gnade, zu lieben, was du gebietest, damit wir erlangen, was du verheißen hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Singet Lob und Preis.
Dank sei Gott, dem Herrn.