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Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
Aktuelles Stundengebet
Jetzt beten: Invitatorium
Mittwoch, 28. Oktober 2026
30. Woche im Jahreskreis

Lesehore

Wochentag
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Was habt ihr gesehen in jener Zeit

Was habt ihr gesehen in jener Zeit,
Apostel des Herrn, auf dem See?
Wir sahen das Heil, das Himmel und Welt
im ewigen Leben erhält.

O Herrlichkeit Gottes in Jesus Christ!
Ihr habt sie mit Augen geschaut.

Was habt ihr vernommen in jener Zeit,
Apostel des Herrn, auf dem Berg?
Wir hörten sein Wort: Seid alle bereit!
Das Himmelreich bricht in die Zeit.

O Gnade, o Liebe in Jesus Christ!
Ihr habt sie mit Augen geschaut.

Nun herrscht ihr mit Christus in Ewigkeit
im Glanze der Stadt, seiner Braut.
So preist ihn mit uns in Jubel und Lob,
der euch auf zwölf Throne erhob.

O selig, ihr Freunde des Herrn Jesus Christ!
Euch hat er sein Reich anvertraut.

Erwartet den Herrn

Erwartet den Herrn,
steht als Knechte bereit an der Tür.
Schon jauchzt jeder Stern.
Seht, er kommt, seht, er kommt, wir sind hier.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Entzündet die Lampen, ihr Mägde,
erglühet im Geist
im Kommen des EwigGeliebten,
der Kyrios heißt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du wirfst dein Feuer zur Erde
und willst, dass es brennt,
und wir sind der Mund,
der anbetend dein Kommen bekennt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du Wort, das der Vater spricht

Du Wort, das der Vater spricht,
behältst deine Gottheit nicht
als Beute und Raub,
du springst in den Staub:
Du Leben, du Licht
wirst Mensch, der zerbricht,
da fließen die lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Herr, gib uns zu trinken davon.
Dein Wort ist nicht irgendein Ton.
Es dringt in uns ein
wie Feuer, wie Wein:
Wer glaubt, der hat schon
das Leben im Sohn,
dem Urquell der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Du Wort des Herrn bist ein Schwert,
das Sehne und Mark durchfährt
und Wahrheit heißt
und Macht ist und Geist,
das ewig währt
und uns verklärt
in der Kraft der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Psalmodie
1. Ant.

Ihre Botschaft ging in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde. Halleluja.

Psalm 19, 2–7 · Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes

Das Licht aus der Höhe hat uns besucht … um unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. (Lk 1,78.79)

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,  ∗
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.

Ein Tag sagt es dem andern,  ∗
eine Nacht tut es der andern kund,

ohne Worte und ohne Reden,  ∗
unhörbar bleibt ihre Stimme.

Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,  ∗
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.

Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut.  ∗
Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam;

sie frohlockt wie ein Held  ∗
und läuft ihre Bahn.

Am einen Ende des Himmels geht sie auf  †
und läuft bis ans andere Ende;
 ∗
nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Ihre Botschaft ging in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde. Halleluja.

2. Ant.

Sie verkündeten Gottes Taten und bedachten sein Wirken. Halleluja.

Psalm 64 · Bitte um Schutz vor den Feinden

In diesem Psalm geht es vor allem um die Passion des Herrn. (Augustinus)

Höre, o Gott, mein lautes Klagen,  ∗
schütze mein Leben vor dem Schrecken des Feindes!

Verbirg mich vor der Schar der Bösen,  ∗
vor dem Toben derer, die Unrecht tun.

Sie schärfen ihre Zunge wie ein Schwert,  ∗
schießen giftige Worte wie Pfeile,

um den Schuldlosen von ihrem Versteck aus zu treffen.  ∗
Sie schießen auf ihn, plötzlich und ohne Scheu.

Sie sind fest entschlossen zu bösem Tun.  ∗
Sie planen, Fallen zu stellen, und sagen: Wer sieht uns schon?

Sie haben Bosheit im Sinn,  ∗
doch halten sie ihre Pläne geheim.

Ihr Inneres ist heillos verdorben,  ∗
ihr Herz ist ein Abgrund.

Da trifft sie Gott mit seinem Pfeil;  ∗
sie werden jählings verwundet.

Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall.  ∗
Alle, die es sehen, schütteln den Kopf.

Dann fürchten sich alle Menschen;  †
sie verkünden Gottes Taten
 ∗
und bedenken sein Wirken.

Der Gerechte freut sich am Herrn und sucht bei ihm Zuflucht.  ∗
Und es rühmen sich alle Menschen mit redlichem Herzen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Sie verkündeten Gottes Taten und bedachten sein Wirken. Halleluja.

3. Ant.

Sie verkündeten die Gerechtigkeit des Herrn, und alle Völker schauten seine Herrlichkeit. Halleluja.

Psalm 97 · Gottes Herrlichkeit

Dieser Psalm deutet hin auf den Erlöser der Welt und darauf, dass die Völker an ihn glauben. (Athanasius)

( Der Herr ist König. Die Erde frohlocke! )  ∗
Freuen sollen sich die vielen Inseln.

Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel,  ∗
Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.

Verzehrendes Feuer läuft vor ihm her  ∗
und frisst seine Gegner ringsum.

Seine Blitze erhellen den Erdkreis;  ∗
die Erde sieht es und bebt.

Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn,  ∗
vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt.

Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel,  ∗
seine Herrlichkeit schauen alle Völker.

Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden,  †
alle, die sich der Götzen rühmen.
 ∗
Vor ihm werfen sich alle Götter nieder.

Zion hört es und freut sich,  ∗
Judas Töchter jubeln, Herr, über deine Gerichte.

Denn du, Herr, bist der Höchste über der ganzen Erde,  ∗
hoch erhaben über alle Götter.

Ihr, die ihr den Herrn liebt, hasst das Böse!  †
Er behütet das Leben seiner Frommen,
 ∗
er entreißt sie der Hand der Frevler.

Ein Licht erstrahlt den Gerechten  ∗
und Freude den Menschen mit redlichem Herzen.

Ihr Gerechten, freut euch am Herrn  ∗
und lobt seinen heiligen Namen!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Sie verkündeten die Gerechtigkeit des Herrn, und alle Völker schauten seine Herrlichkeit. Halleluja.

1. Ant.

Wir seufzen in unserem Herzen und warten auf die Erlösung unseres Leibes.

Psalm 39, 2–6 · Im Angesicht des Todes

Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen … durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung. (Röm 8,20)

Ich sagte: „Ich will auf meine Wege achten,  ∗
damit ich nicht sündige mit meiner Zunge.

Ich lege meinem Mund einen Zaum an,  ∗
solange der Frevler vor mir steht.“

So blieb ich stumm und still;  †
ich schwieg, vom Glück verlassen,
 ∗
doch mein Schmerz war aufgerührt.

Heiß wurde mir das Herz in der Brust,  †
bei meinem Grübeln entbrannte ein Feuer;
 ∗
da musste ich reden:

„Herr, tu mir mein Ende kund und die Zahl meiner Tage!  ∗
Lass mich erkennen, wie sehr ich vergänglich bin!“

Du machtest meine Tage nur eine Spanne lang,  †
meine Lebenszeit ist vor dir wie ein Nichts.
 ∗
Ein Hauch nur ist jeder Mensch.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wir seufzen in unserem Herzen und warten auf die Erlösung unseres Leibes.

2. Ant.

Höre mein Gebet, o Herr, und schweige nicht zu meinen Tränen.

Psalm 39, 7–14

Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher,  †
um ein Nichts macht er Lärm.
 ∗
Er rafft zusammen und weiß nicht, wer es einheimst.

Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen?  ∗
Auf dich allein will ich harren.

Entreiß mich allen, die mir Unrecht tun,  ∗
und überlass mich nicht dem Spott der Toren!

Ich bin verstummt, ich tue den Mund nicht mehr auf.  ∗
Denn so hast du es gefügt.

Nimm deine Plage weg von mir!  ∗
Unter der Wucht deiner Hand vergehe ich.

Du strafst und züchtigst den Mann wegen seiner Schuld,  †
du zerstörst seine Anmut wie Motten das Kleid,
 ∗
ein Hauch nur ist jeder Mensch.

Hör mein Gebet, Herr, vernimm mein Schreien,  ∗
schweig nicht zu meinen Tränen!

Denn ich bin nur ein Gast bei dir,  ∗
ein Fremdling wie all meine Väter.

Wende dein strafendes Auge ab von mir,  †
sodass ich heiter blicken kann,
 ∗
bevor ich dahinfahre und nicht mehr da bin.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Höre mein Gebet, o Herr, und schweige nicht zu meinen Tränen.

3. Ant.

Auf Gottes Huld vertraue ich immer und ewig. Halleluja.

Psalm 52 · Gott wird den Mann der Bosheit verderben

Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn. (1 Kor 1,31)

Was rühmst du dich deiner Bosheit, du Mann der Gewalt,  ∗
was prahlst du allzeit vor dem Frommen?

Du Ränkeschmied, du planst Verderben;  ∗
deine Zunge gleicht einem scharfen Messer.

Du liebst das Böse mehr als das Gute  ∗
und Lüge mehr als wahrhaftige Rede.

Du liebst lauter verderbliche Worte,  ∗
du tückische Zunge.

Darum wird Gott dich verderben für immer,  †
dich packen und herausreißen aus deinem Zelt,
 ∗
dich entwurzeln aus dem Land der Lebenden.

Gerechte werden es sehen und sich fürchten;  ∗
sie werden über ihn lachen und sagen:

Seht, das ist der Mann,  ∗
der nicht zu Gott seine Zuflucht nahm;

auf seinen großen Reichtum hat er sich verlassen  ∗
und auf seinen Frevel gebaut.

Ich aber bin im Haus Gottes wie ein grünender Ölbaum;  ∗
auf Gottes Huld vertraue ich immer und ewig.

Ich danke dir, Herr, in Ewigkeit;  ∗
denn du hast das alles vollbracht.

Ich hoffe auf deinen Namen im Kreis der Frommen;  ∗
denn du bist gütig.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Auf Gottes Huld vertraue ich immer und ewig. Halleluja.

Versikel

Sie priesen den Herrn und erzählten von seiner Macht. Halleluja.

Von den Wundertaten, die er vollbracht. Halleluja.

Erste Lesung
Aus dem Buch der Weisheit. 4,1-20

Gerechte und Frevler

Besser ist Kinderlosigkeit mit Tugend;
unsterblich ist ihr Ruhm, sie steht in Ehren
bei Gott und bei den Menschen.
Ist sie zugegen, ahmt man sie nach;
ist sie entschwunden, sehnt man sie herbei.
In der Ewigkeit triumphiert sie, geschmückt mit dem Kranz,
Siegerin im Wettstreit um einen edlen Preis.

Doch die große Kinderschar der Frevler bringt keinen Nutzen;
sie ist ein unechtes Gewächs,
treibt keine Wurzeln in die Tiefe
und fasst keinen sicheren Grund.
Breitet es auch eine Zeit lang üppig seine Zweige aus,
so wird es doch vom Wind hin und her geschüttelt
und von der Gewalt der Stürme entwurzelt.
Die Äste, die noch schwach sind, werden geknickt;
ihre Frucht ist unbrauchbar, unreif und ungenießbar,
zu gar nichts geeignet.
Denn die Kinder eines sündigen Beischlafs
treten im Gericht als Zeugen auf für die Schlechtigkeit ihrer Eltern.

Der frühe Heimgang des Gerechten und das lange Leben der Frevler

Der Gerechte aber, kommt auch sein Ende früh,
geht in Gottes Ruhe ein.
Denn ehrenvolles Alter besteht nicht in einem langen Leben
und wird nicht an der Zahl der Jahre gemessen.
Mehr als graues Haar bedeutet für die Menschen die Klugheit,
und mehr als Greisenalter wiegt ein Leben ohne Tadel.

Er gefiel Gott und wurde von ihm geliebt;
da er mitten unter Sündern lebte, wurde er entrückt.
Er wurde weggenommen, damit nicht Schlechtigkeit seine Einsicht verkehrte
und Arglist seine Seele täuschte.
Denn der Reiz des Bösen verdunkelt das Gute,
und der Taumel der Begierde verdirbt den arglosen Sinn.

Früh vollendet, hat der Gerechte doch ein volles Leben gehabt;
da seine Seele dem Herrn gefiel, enteilte sie aus der Mitte des Bösen.
Die Leute sahen es, ohne es zu verstehen;
sie nahmen es sich nicht zu Herzen,
dass Gnade und Erbarmen seinen Auserwählten zuteil wird,
Belohnung seinen Heiligen.

Der Gerechte, der entschlafen ist, verurteilt die Frevler, die noch leben,
die früh vollendete Jugend das hohe Alter des Ungerechten.
Die Frevler sehen das Ende des Weisen,
verstehen aber nicht, was der Herr mit ihm wollte
und warum er ihn in Sicherheit brachte.
Sie sehen es und gehen darüber hinweg;
doch der Herr lacht über sie.

Dann werden sie verachtete Leichen sein,
ewiger Spott bei den Toten.
Sie werden verstummen, wenn er sie kopfüber hinabstürzt
und aus ihren Grundfesten reißt.
Sie werden völlig vernichtet und erleiden Qualen;
die Erinnerung an sie verschwindet.
Zitternd kommen sie zum Gericht über ihre Sünden;
ihre Vergehen treten ihnen entgegen und überführen sie.

Ehrenvolles Alter wird nicht gemessen nach der Zahl der Jahre. * Mehr als Greisenalter wiegt ein Leben ohne Tadel.

Früh vollendet hat der Gerechte ein volles Leben gehabt. * Mehr als Greisenalter wiegt ein Leben ohne Tadel.

Zweite Lesung
Cyrill von Alexandrien († 444) Aus dem Kommentar zum Johannesevangelium.

Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Joh 20,21 Mit diesen Worten erwählte unser Herr Jesus Christus die Führer und Lehrer des Erdkreises, die Verwalter seiner göttlichen Mysterien.

Er befahl ihnen, wie Lampen zu leuchten. Erhellen sollten sie nicht nur das Land der Juden, sondern den ganzen Erdkreis unter der Sonne und alle Menschen, wohin immer sie zerstreut sind und wo immer sie wohnen.

Wahrhaftig ist Paulus, der sagt, niemand nehme sich selbst die Ehre, nur wer von Gott berufen ist vgl. Hebr 5,4 . Unser Herr Jesus Christus berief zu der ruhmvollen Sendung vor allen andern seine Jünger.

Die heiligen Jünger waren gewissermaßen „Säulen und Grundfesten der Wahrheit“ 1 Tim 3,15 . Von ihnen sagt der Herr, er sende sie, wie ihn der Vater gesandt hat. Damit betont er die Würde der Sendung und den makellosen Glanz der ihnen verliehenen Vollmacht. Zugleich deutet er ihnen damit offenbar den Weg der apostolischen Aufgabe an.

Denn wenn er es für gut hielt, seine Jünger so auszusenden, wie ihn der Vater gesandt hat, mussten sie dann nicht notwendig beachten, mit welchem Auftrag der Vater den Sohn sandte, da sie doch zu dem nämlichen Tun bestimmt waren?

Der Herr hat uns die Art seiner eigenen Sendung auf vielerlei Weise erklärt. Einmal sagt er: „Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“ Mt 9,13 , ein andermal: „Ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ Joh 6,38 Und wieder: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ Joh 3,17

In wenigen Worten fasst er das Ziel der Sendung zusammen, wenn er sagt, er sende sie so wie der Vater ihn. Von da aus sollten die Jünger die Pflicht erkennen, die Sünder zur Umkehr zu rufen, alle zu heilen, die an Leib oder Geist erkrankt sind, in der Ausübung ihres Amtes nicht ihren eigenen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der sie gesandt hat, und, soweit wie möglich, durch ihre Lehre die Welt zu retten.

Wir werden finden, wie sich die heiligen Jünger in all dem durch Eifer auszeichneten. Es ist keine große Schwierigkeit, sich davon zu überzeugen, wenn man nur einmal in die Apostelgeschichte und in die Briefe des heiligen Paulus hineinschaut.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt, und ich habe euch bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt * und dass eure Frucht bleibt.

Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt. * Und dass eure Frucht bleibt.

Johannes Tauler († 1361) Aus einer Predigt über das verborgene Wesen Gottes.

Die selige Einsamkeit Gottes

Der Mensch schaue auf die unsagbar tiefe Verborgenheit Gottes: „Wahrlich, Herr, du bist ein verborgener Gott!“ Jes 45,14 Er ist in verborgener Weise allen Dingen viel näher als irgendein Ding sich selber ist, im Grunde der Seele verborgen allen Sinnen und unerkannt ganz innen im Grunde.

Dahinein dringe mit allen Kräften weit über die Gedanken und über deine Aus‑Wendigkeit. Diese ist sich selbst und aller In‑Wendigkeit so fern, so fremd, wie ein Tier ist, das nach den Sinnen lebt und nichts weiß noch fühlt noch empfindet.

Versenke dich hinein, verbirg dich in der Verborgenheit vor allen Kreaturen und vor allem, was dem Wesen fremd und ungleich ist. Dies alles soll nicht nur in bildlicher oder nur in gedanklicher Weise geschehen, sondern in wesentlicher, wirkender Weise, in empfindender Weise, mit allen Kräften und allem Begehren, über die Sinne.

Dann kann der Mensch anschauen die Eigenschaft der göttlichen Wüstung „Wüstung“ ist eine leere, von den Menschen aufgegebene und verlassene Siedlung. in der stillen Einsamkeit, in der nie ein Wort im Wesen nach wesentlicher Weise gesprochen noch ein Werk gewirkt ward. Da ist es so still, so heimlich und so einsam. Da ist nichts als lauter Gott. Dahinein kam nie Fremdes, nie eine Kreatur, nie Bild und Weise.

Diese Wüstung meinte unser Herr, als er durch den Propheten sprach: „Darum will ich selbst sie verlocken. Ich will sie in die Wüste hinausführen und sie umwerben.“ Hos 2,16 Diese Einöde ist seine stille einsame Gottheit.

Dahin führt er alle, die für dies göttliche Einsprechen empfänglich werden sollen, jetzt und in der Ewigkeit. Und in diese einsame, stille, freie Gottheit trage deinen eitlen, wüsten Grund, in die Wüste Gottes den Grund, der voll verwachsenen Unkrauts ist und leer von allem Guten und voll wilder Tiere, nämlich deiner tierischen Sinne und Kräfte.

Dann sieh auf die göttliche Finsternis, die wegen ihrer unsagbaren Klarheit für jeden Verstand, für Engel und Menschen finster ist, wie der Glanz des Sonnenrades dem schwachen Auge Finsternis ist.

Denn alle geschaffene Erkenntnis verhält sich von Natur aus zur göttlichen Klarheit, wie sich das Auge der Schwalbe zur klaren Sonne verhält; sie müssen in ihr Nichterkennen und in ihre Blindheit zurückgeschlagen werden, da sie geschaffen und Kreaturen sind.

Dem entgegen trage deine abgründige Finsternis, die allen wahren Lichtes beraubt ist und allen Lichtes entbehrt, und lass den Abgrund der göttlichen Finsternis, der sich selbst allein bekannt und allen Dingen unbekannt ist, dich erleuchten.

Dieser Abgrund, unerkennbar, unnennbar und selig, wird mehr geliebt und zieht die Seelen mehr an sich als alles, was sie in der ewigen Seligkeit vom göttlichen Wesen erkennen können.

Dem seligen und einzigen Herrscher, der in unzugänglichem Lichte wohnt, * ihm gebührt Ehre und Macht.

Finsternis ist für ihn nicht finster, Finsternis ist wie Licht. * Ihm gebührt Ehre und Macht.

Canticum
1. Ant.

So spricht der Herr: Freut euch und jubelt, denn eure Namen sind im Himmel verzeichnet. Halleluja.

Canticum: Jes 61,6-9 · Der Bund Gottes mit seinen Dienern

Gott hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein. (2 Kor 3,6)

Ihr alle werdet „Priester des Herrn“genannt,  ∗
man sagt zu euch „Diener unseres Gottes“.

Was die Völker besitzen, werdet ihr genießen,  ∗
mit ihrem Reichtum könnt ihr euch brüsten.

Doppelte Schande mussten sie ertragen,  ∗
sie wurden angespuckt und verhöhnt,

darum erhalten sie doppelten Besitz in ihrem Land,  ∗
ewige Freude wird ihnen zuteil.

Denn ich, der Herr, liebe das Recht,  ∗
ich hasse Verbrechen und Raub.

Ich bin treu und gebe ihnen den Lohn,  ∗
ich schließe mit ihnen einen ewigen Bund.

Ihre Nachkommen werden bei allen Nationen bekannt sein  ∗
und ihre Kinder bei allen Völkern.

Jeder, der sie sieht, wird erkennen:  ∗
Das sind die Nachkommen, die der Herr gesegnet hat.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

So spricht der Herr: Freut euch und jubelt, denn eure Namen sind im Himmel verzeichnet. Halleluja.

2. Ant.

So spricht der Herr: Freut euch und jubelt, denn eure Namen sind im Himmel verzeichnet. Halleluja.

Canticum: Weish 3,7-9 · Die kommende Herrlichkeit der Gerechten

Die Gerechten werden im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne. (Mt 13,43)

Die Gerechten werden leuchten  ∗
wie Funken, die durch ein Stoppelfeld sprühen.

Sie werden über Völker richten und über Nationen herrschen,  ∗
und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit.

Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen,  †
und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe,
 ∗
denn Gnade und Erbarmen wird seinen Erwählten zuteil.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

So spricht der Herr: Freut euch und jubelt, denn eure Namen sind im Himmel verzeichnet. Halleluja.

3. Ant.

So spricht der Herr: Freut euch und jubelt, denn eure Namen sind im Himmel verzeichnet. Halleluja.

Canticum: Weish 10,17-21 · Der Herr führt sein Volk zum Heil

Die Sieger über das Tier sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied zu Ehren des Lammes. (Offb 15,2.3)

Die Weisheit gab den Heiligen den Lohn ihrer Mühen  ∗
und geleitete sie auf wunderbarem Wege.

Sie wurde ihnen am Tage zum Schutz  ∗
und in der Nacht zum Sternenlicht.

Sie führte sie durch das Rote Meer  ∗
und geleitete sie durch gewaltige Wasser.

Ihre Feinde aber ließ sie in der Flut ertrinken  ∗
und spülte sie aus der Tiefe des Abgrunds ans Land.

Darum plünderten die Gerechten die Frevler aus,  †
sie priesen, Herr, deinen heiligen Namen
 ∗
und lobten einmütig deine schützende Hand.

Denn die Weisheit hat den Mund der Stummen geöffnet  ∗
und die Zungen der Unmündigen hat sie beredt gemacht.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

So spricht der Herr: Freut euch und jubelt, denn eure Namen sind im Himmel verzeichnet. Halleluja.

Evangelium
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus. 3,13-19

Die Wahl der Zwölf

Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigtenund mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben.

Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus – diesen Beinamen gab er dem Simon –, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus – ihnen gab er den Beinamen Boanérges, das heißt Donnersöhne –, dazu Andreas, Philíppus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 9,35-38

Über die große Ernte und die wenigen Arbeiter

Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 16,13-19

Das Christusbekenntnis des Petrus und die Zusage Jesu

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philíppi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?

Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elíja, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.

Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!

Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 23,8-12

Der Größte von euch soll euer Diener sein

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 28,16-20

Der Auftrag des Auferstandenen

Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.

Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus. 1,14-20

Erstes Auftreten in Galiläa

Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Die Berufung der ersten Jünger

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus. 16,15-20

Die Aussendung der Jünger

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.

Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.

Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 5,1-11

Die Berufung der ersten Jünger

Als Jesus am Ufer des Sees Gennésaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.

Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, sodass sie fast untergingen.

Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.

Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 10,1-9

Die Aussendung der zweiundsiebzig Jünger

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs!

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!

Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 22,24-30

Vom Herrschen und vom Dienen

In jener Zeit entstand unter den Jüngern ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei. Da sagte Jesus: Die Könige herrschen über ihre Völker, und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste und der Führende soll werden wie der Dienende. Welcher von beiden ist größer: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der, der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient.

In allen meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt. Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken, und ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 10,11-16

Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe

In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.

Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.

Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur EINE Herde geben und EINEN Hirten.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 15,9-17

Bleibt in meiner Liebe

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.

Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.

Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 21,1.15-17

Weide meine Lämmer! Weide meine Schafe!

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias und er offenbarte sich in folgender Weise.

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!

Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Te Deum

Dich, Gott, loben wir, dich, Herr, preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater, huldigt das Erdenrund.
Dir rufen die Engel alle,
dir Himmel und Mächte insgesamt,
die Kerubim dir und die Serafim
mit niemals endender Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig
der Herr, der Gott der Scharen!
Voll sind Himmel und Erde
von deiner hohen Herrlichkeit.

Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;
dich preist über das Erdenrund
die heilige Kirche;
dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.

Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters allewiger Sohn.
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht,
bist Mensch geworden,
den Menschen zu befreien.
Du hast bezwungen des Todes Stachel
und denen, die glauben,
die Reiche der Himmel aufgetan.

Du sitzest zur Rechten Gottes
in deines Vaters Herrlichkeit.
Als Richter, so glauben wir,
kehrst du einst wieder.
Dich bitten wir denn,
komm deinen Dienern zu Hilfe,
die du erlöst mit kostbarem Blut.
In der ewigen Herrlichkeit
zähle uns deinen Heiligen zu.

( Rette dein Volk, o Herr, und segne dein Erbe;
und führe sie und erhebe sie bis in Ewigkeit.
An jedem Tag benedeien wir dich
und loben in Ewigkeit deinen Namen,
ja, in der ewigen Ewigkeit.
In Gnaden wollest du, Herr,
an diesem Tag uns ohne Schuld bewahren.

Erbarme dich unser, o Herr, erbarme dich unser.
Lass über uns dein Erbarmen geschehn,
wie wir gehofft auf dich.
Auf dich, o Herr,
habe ich meine Hoffnung gesetzt.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.
)

Oration

Allmächtiger Gott, durch die Botschaft der Apostel hast du uns zur Erkenntnis deines Namens geführt. Mehre auf die Fürsprache der Heiligen Simon und Judas die Zahl der Gläubigen und festige in der Kirche das Vertrauen auf deine Hilfe. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut. © staeko.net

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