Stundenbuch
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Du Gott des Lichts, dem Vater gleich,
du Licht, dem unser Licht entspringt,
du ew’ger Tag: hör unser Flehn,
das aus der Nacht zum Himmel dringt.
Entreiße uns der Finsternis
und aller Angst der Erdennacht,
streif ab von uns die Müdigkeit,
die uns zum Guten träge macht.
Du, Christus, bist das Licht der Welt,
der Gott, dem gläubig wir vertraun,
auf den im Dunkel dieser Zeit
wir alle unsre Hoffnung baun.
Aus ganzem Herzen preisen wir
dich, Christus, Herr der Herrlichkeit,
der mit dem Vater und dem Geist
uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.
Göttliches Wort, der Gottheit Schrein,
führ uns in dein Geheimnis ein.
Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt,
nenn uns den Namen, den niemand kennt.
Wolkensäule voll Herrlichkeit,
geh uns voran im Dunkel der Zeit.
Schlüssel Davids, der öffnet und schließt,
weis uns die Quelle, die immer fließt.
Logos, Wort und Antwort zugleich,
erschließe uns das Gottesreich.
Du hast uns gerettet, Herr, wir preisen deinen Namen auf ewig. Halleluja.
Psalm 44, 2–9 · In Kriegsnot
All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. (Röm 8,37)
Gott, wir hörten es mit eigenen Ohren,
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unsere Väter erzählten uns
von dem Werk, das du in ihren Tagen vollbracht hast,
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in den Tagen der Vorzeit.
Mit eigener Hand hast du Völker vertrieben,
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sie aber eingepflanzt.
Du hast Nationen zerschlagen,
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sie aber ausgesät.
Denn sie gewannen das Land nicht mit ihrem Schwert,
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noch verschaffte ihr Arm ihnen den Sieg;
nein, deine Rechte war es, dein Arm und dein leuchtendes Angesicht;
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denn du hattest an ihnen Gefallen.
Du, mein König und mein Gott,
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du bist es, der Jakob den Sieg verleiht.
Mit dir stoßen wir unsere Bedränger nieder,
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in deinem Namen zertreten wir unsere Gegner.
Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen,
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noch kann mein Schwert mir helfen;
nein, du hast uns vor unsern Bedrängern gerettet;
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alle, die uns hassen, bedeckst du mit Schande.
Wir rühmen uns Gottes den ganzen Tag
∗
und preisen deinen Namen auf ewig.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Du hast uns gerettet, Herr, wir preisen deinen Namen auf ewig. Halleluja.
Verschone dein Volk, o Herr; gib dein Erbe nicht der Schande preis.
Psalm 44, 10–17
Nun hast du uns verstoßen und mit Schmach bedeckt,
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du ziehst nicht mit unserm Heer in den Kampf.
Du lässt uns vor unsern Bedrängern fliehen
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und Menschen, die uns hassen, plündern uns aus.
Du gibst uns preis wie Schlachtvieh,
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unter die Völker zerstreust du uns.
Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld
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und hast an dem Erlös keinen Gewinn.
Du machst uns zum Schimpf für die Nachbarn,
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zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen.
Du machst uns zum Spottlied der Völker,
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die Heiden zeigen uns nichts als Verachtung.
Meine Schmach steht mir allzeit vor Augen
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und Scham bedeckt mein Gesicht
wegen der Worte des lästernden Spötters,
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wegen der rachgierigen Blicke des Feindes.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Verschone dein Volk, o Herr; gib dein Erbe nicht der Schande preis.
Steh auf und hilf uns, Herr; in deiner Huld erlöse uns. Halleluja.
Psalm 44, 18–27
Das alles ist über uns gekommen,
†
und doch haben wir dich nicht vergessen,
∗
uns von deinem Bund nicht treulos abgewandt.
Unser Herz ist nicht von dir gewichen,
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noch hat unser Schritt deinen Pfad verlassen.
Doch du hast uns verstoßen an den Ort der Schakale
∗
und uns bedeckt mit Finsternis.
Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen
∗
und zu einem fremden Gott die Hände erhoben,
würde Gott das nicht ergründen?
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Denn er kennt die heimlichen Gedanken des Herzens.
Nein, um deinetwillen werden wir getötet Tag für Tag,
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behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.
Wach auf! Warum schläfst du, Herr?
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Erwache, verstoß nicht für immer!
Warum verbirgst du dein Gesicht,
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vergisst unsere Not und Bedrängnis?
Unsere Seele ist in den Staub hinabgebeugt,
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unser Leib liegt am Boden.
Steh auf und hilf uns!
∗
In deiner Huld erlöse uns!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Steh auf und hilf uns, Herr; in deiner Huld erlöse uns. Halleluja.
Herr, zu wem sollen wir gehen?
Du hast Worte des ewigen Lebens.
Die Bösen und die Guten im Endgericht
Der Gerechte wird voll Zuversicht dastehen
vor denen, die ihn bedrängt und seine Mühen verachtet haben.
Wenn sie ihn sehen, packt sie entsetzliche Furcht,
und sie geraten außer sich über seine unerwartete Rettung.
Jetzt denken sie anders;
seufzend und voll Angst sagen sie zueinander:
Dieser war es, den wir einst verlachten,
verspotteten und verhöhnten, wir Toren.
Sein Leben hielten wir für Wahnsinn
und sein Ende für ehrlos.
Jetzt zählt er zu den Söhnen Gottes,
bei den Heiligen hat er sein Erbteil.
Also sind wir vom Weg der Wahrheit abgeirrt;
das Licht der Gerechtigkeit strahlte uns nicht,
und die Sonne ging nicht für uns auf.
Bis zum Überdruss gingen wir die Pfade des Unrechts und des Verderbens
und wanderten durch weglose Wüsten,
aber den Weg des Herrn erkannten wir nicht.
Was nützte uns der Übermut,
was brachten uns Reichtum und Prahlerei?
All das ist vorbei wie ein Schatten,
wie eine flüchtige Nachricht.
Wie wenn ein Schiff durch die wogende Flut fährt:
Ist es vorübergezogen, so ist von ihm keine Spur mehr zu finden,
kein Pfad seines Kiels in den Wellen.
Wie wenn ein Vogel durch die Luft fliegt:
Kein Zeichen findet sich von seiner Bahn,
er peitscht die leichte Luft mit seinem Flügelschlag
und durchschneidet sie mit gewaltig rauschenden Schwingen,
doch bleibt kein Zeichen seines Weges in ihr zurück.
Oder wie wenn ein Pfeil auf das Ziel geschossen wird:
Die geteilte Luft strömt sofort wieder zusammen,
sodass man seine Bahn nicht mehr erkennt.
So sind wir ins Dasein getreten, um hinzuschwinden;
wir hatten keinerlei Tugend aufzuweisen,
sondern wurden von unserer Schlechtigkeit verschlungen.
Ja, die Hoffnung des Frevlers
ist wie die Spreu, die der Wind verweht,
wie der Gischt, den der Sturm verjagt,
wie der Rauch, den der Wind zerstäubt;
sie schwindet wie die Erinnerung an einen flüchtigen Gast.
Die Gerechten aber leben in Ewigkeit,
der Herr belohnt sie, der Höchste sorgt für sie.
Darum werden sie aus der Hand des Herrn
das Reich der Herrlichkeit empfangen und die Krone der Schönheit.
Denn er wird sie mit seiner Rechten behüten
und mit seinem Arm beschützen.
Er rüstet sich mit seinem Eifer
und macht die Schöpfung zur Waffe, mit der er die Feinde bestraft.
Als Panzer zieht er Gerechtigkeit an,
und als Helm setzt er strenges Gericht auf.
Als Schild nimmt er unüberwindliche Heiligkeit,
und grimmigen Zorn schärft er zum Schwert;
zusammen mit ihm kämpft die ganze Welt gegen die Toren.
Treffsicher fahren die Blitzespfeile dahin;
abgeschossen aus den Wolken wie von einem wohlgerundeten Bogen,
fliegen sie auf ihr Ziel.
Eine Steinschleuder entsendet Hagelkörner,
die voll von göttlichem Zorn sind.
Das Wasser des Meeres wütet gegen die Feinde,
und Ströme schlagen grimmig über ihnen zusammen.
Der Atem des Allmächtigen erhebt sich gegen sie
und trägt sie wie ein Sturm davon.
So bringt die Gesetzlosigkeit Verheerung über die ganze Erde,
und das böse Tun stürzt die Throne der Mächtigen.
Die Gerechten leben in Ewigkeit, * der Herr belohnt sie, der Höchste sorgt für sie.
Sie werden aus der Hand des Herrn das Reich der Herrlichkeit empfangen und die Krone der Schönheit. * Der Herr belohnt sie, der Höchste sorgt für sie.
Barmherzigkeit und Friede
„Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.“ Mt 5,7
Man sagt, Barmherzigkeit gehe bei Gott über seine Werke, und darum ist ein barmherziger Mensch ein recht göttlicher Mensch.
Denn Barmherzigkeit wird aus Liebe und Güte geboren, die wir untereinander üben sollen, und wenn wir das nicht tun, wird es unser lieber Herr beim letzten Urteil besonders fordern, und bei wem er diese notwendige Tugend nicht findet, dem wird er seine Barmherzigkeit versagen, wie er selbst spricht. Er schweigt nämlich von der Vollkommenheit und hält uns nur vor, wenn wir nicht barmherzig gewesen sind.
Diese Barmherzigkeit liegt nicht an den Gaben allein (die wir schenken), sondern sie liegt auch an all dem Leiden, das auf den Mitmenschen fällt oder fallen kann. Wer das nicht alles mit rechter Liebe und mit wahrem Leiden ansieht und wer nicht jedes Leiden und Gebrechen mit Barmherzigkeit ansieht, der mag sich wohl fürchten, dass ihm Gott seine Barmherzigkeit versagen wird.
Denn mit dem Maß, mit dem du ausmisst, mit dem wird man dir wieder messen. vgl. Mt 7,2 Darum sehe sich jeder vor, dass er seine Mitmenschen nicht verurteile noch verdamme, wenn er selbst nicht ewig verdammt bleiben will.
„Selig die Friedsamen, sie sollen Gottes Söhne geheißen werden.“ vgl. Mt 5,9
Menschen, die von dem wahren Frieden besessen sind, sind liebenswerte Menschen, und den Frieden kann ihnen niemand nehmen, weder in der Zeit noch in der Ewigkeit.
Denn sie sind aus ihrem Willen völlig herausgegangen in Gottes Willen, in Freud, in Leid, in Wohl, in Wehe, in Zeit und in Ewigkeit. Sie haben ihre Werke und ihr ganzes Leben völlig in Gott, nicht nach menschlicher, sondern in göttlicher, übernatürlicher Weise.
In der Kraft des Vaters und in der Weisheit des Sohnes und in der innigen Liebe des Heiligen Geistes sind sie getauft und so sehr davon durchdrungen, dass niemand ihren Frieden nehmen kann. Denn sie sind voll Licht der ewigen Weisheit, die sie durchflossen hat, und auch so voll Liebe; können sie sich inwendig und auswendig in wahrer Liebe zu ihrem Nächsten selbst verströmen, sie täten es in rechter Liebe, ja sie würden überfließen; und man findet nichts anderes an ihnen als Liebe und Friede, wo man sie anrührt.
Das sind die von Herzen Friedsamen. Denn der Friede, der alle Sinne übertrifft vgl. Phil 4,7 , hat sie so in Besitz genommen, dass sie niemand fortjagen kann, und sie werden mit Recht Söhne Gottes geheißen; denn was der eingeborene Sohn von Natur aus hat, das wird ihnen aus Gnade gegeben. Die Friedsamen werden in Wahrheit in Gott und aus Gottes Herzen geboren.
Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, * weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.
Sucht den Frieden und jagt ihm nach! * Weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.
Allmächtiger, ewiger Gott, mehre in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Gib uns die Gnade, zu lieben, was du gebietest, damit wir erlangen, was du verheißen hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Singet Lob und Preis.
Dank sei Gott, dem Herrn.