Stundenbuch
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Mitten wir im Leben sind
mit dem Tod umfangen.
Wer ist, der uns Hilfe bringt,
dass wir Gnad’ erlangen?
Das bist du, Herr, alleine.
Uns reuet unsre Missetat,
die dich, Herr, erzürnet hat.
Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott,
heiliger barmherziger Heiland,
du ewiger Gott,
lass uns nicht versinken
in des bittern Todes Not.
Kyrieleison.
Du Türe zur Herrlichkeit:
Christus,
Lasse sie ein.
Offenes Tor
hinter dem brennenden Engel.
Kyrie eleison.
Sie müssen durchs Feuer gehn,
Christus,
jeder allein.
Tritt dann hervor
hinter dem läuternden Engel.
Kyrie eleison.
Kürz ihre Wartezeit,
Christus.
Mache sie rein.
Führ sie zu dir
durch deinen leuchtenden Engel.
Kyrie eleison.
Lass sie den Vater sehn,
Christus.
Sind sie doch sein.
Du machst alle Welt
frei vom brennenden Engel.
Kyrie eleison.
Du Gott des Lichts, dem Vater gleich,
du Licht, dem unser Licht entspringt,
du ew’ger Tag: hör unser Flehn,
das aus der Nacht zum Himmel dringt.
Entreiße uns der Finsternis
und aller Angst der Erdennacht,
streif ab von uns die Müdigkeit,
die uns zum Guten träge macht.
Du, Christus, bist das Licht der Welt,
der Gott, dem gläubig wir vertraun,
auf den im Dunkel dieser Zeit
wir alle unsre Hoffnung baun.
Aus ganzem Herzen preisen wir
dich, Christus, Herr der Herrlichkeit,
der mit dem Vater und dem Geist
uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.
Göttliches Wort, der Gottheit Schrein,
führ uns in dein Geheimnis ein.
Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt,
nenn uns den Namen, den niemand kennt.
Wolkensäule voll Herrlichkeit,
geh uns voran im Dunkel der Zeit.
Schlüssel Davids, der öffnet und schließt,
weis uns die Quelle, die immer fließt.
Logos, Wort und Antwort zugleich,
erschließe uns das Gottesreich.
Du hast mich aus Erde gebildet und mich mit Fleisch umkleidet; Herr, mein Erlöser, erwecke mich am Jüngsten Tag.
Psalm 40, 2–9 · Wohl dem, der auf Gott vertraut
An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, doch einen Leib hast du mir bereitet. (Hebr 10,5)
Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn.
∗
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens,
∗
aus Schlamm und Morast.
Er stellte meine Füße auf den Fels,
∗
machte fest meine Schritte.
Er legte mir ein neues Lied in den Mund,
∗
einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott.
Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen
∗
und auf den Herrn vertrauen.
Wohl dem Mann, der auf den Herrn sein Vertrauen setzt,
∗
sich nicht zu den Stolzen hält noch zu treulosen Lügnern.
Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast,
†
und deine Pläne mit uns;
∗
Herr, mein Gott, nichts kommt dir gleich.
Wollte ich von ihnen künden und reden,
∗
es wären mehr, als man zählen kann.
An Schlacht und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
∗
Brand und Sündopfer forderst du nicht.
Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
†
darum sage ich: Ja, ich komme.
∗
In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.
Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
∗
deine Weisung trag’ ich im Herzen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Du hast mich aus Erde gebildet und mich mit Fleisch umkleidet; Herr, mein Erlöser, erwecke mich am Jüngsten Tag.
Reiß mich heraus, o Herr; eile mir zu Hilfe.
Psalm 40, 10–14.17–18
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,
∗
meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.
Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen,
∗
ich spreche von deiner Treue und Hilfe,
ich schweige nicht über deine Huld und Wahrheit
∗
vor der großen Gemeinde.
Du, Herr, verschließ mir nicht dein Erbarmen,
∗
deine Huld und Wahrheit mögen mich immer behüten!
Denn Leiden ohne Zahl umfangen mich,
†
meine Sünden holen mich ein,
∗
ich vermag nicht mehr aufzusehn.
Zahlreicher sind sie als die Haare auf meinem Kopf,
∗
der Mut hat mich ganz verlassen.
Gewähre mir die Gunst, Herr, und reiß mich heraus;
∗
Herr, eile mir zu Hilfe!
Alle, die dich suchen, frohlocken;
∗
sie mögen sich freuen in dir.
Die dein Heil lieben, sollen immer sagen:
∗
„Groß ist Gott, der Herr!“
Ich bin arm und gebeugt;
∗
der Herr aber sorgt für mich.
Meine Hilfe und mein Retter bist du.
∗
Mein Gott, säume doch nicht!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Reiß mich heraus, o Herr; eile mir zu Hilfe.
Meine Seele dürstet nach dem lebendigen Gott; wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?
Psalm 42 · Meine Seele dürstet nach Gott
Wer durstig ist, der komme! Wer will, empfange Wasser des Lebens als Geschenk. (Offb 22,17)
(
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
∗
so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.
)
Meine Seele dürstet nach Gott,
∗
nach dem lebendigen Gott.
Wann darf ich kommen
∗
und Gottes Antlitz schauen?
Tränen waren mein Brot bei Tag und bei Nacht;
∗
denn man sagt zu mir den ganzen Tag: Wo ist nun dein Gott?
Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke:
†
wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar,
∗
mit Jubel und Dank in feiernder Menge.
Meine Seele, warum bist du betrübt
∗
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
∗
meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.
Betrübt ist meine Seele in mir, darum denke ich an dich
∗
im Jordanland, am Hermon, am Mizar‑Berg.
Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasser,
∗
all deine Wellen und Wogen gehen über mich hin.
Bei Tag schenke der Herr seine Huld;
∗
ich singe ihm nachts und flehe zum Gott meines Lebens.
Ich sage zu Gott, meinem Fels:
∗
„Warum hast du mich vergessen?
Warum muss ich trauernd umhergehn,
∗
von meinem Feind bedrängt?“
Wie ein Stechen in meinen Gliedern
∗
ist für mich der Hohn der Bedränger;
denn sie rufen mir ständig zu:
∗
„Wo ist nun dein Gott?“
Meine Seele, warum bist du betrübt
∗
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
∗
meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Meine Seele dürstet nach dem lebendigen Gott; wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?
Unser Gott schweigt nicht; er wird kommen und seine Stimme erheben. Halleluja.
Psalm 50, 1–6 · Der rechte Gottesdienst
Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen. (Mt 5,17)
Der Gott der Götter, der Herr, spricht,
†
er ruft der Erde zu
∗
vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.
Vom Zion her, der Krone der Schönheit,
∗
geht Gott strahlend auf.
Unser Gott kommt und schweigt nicht;
∗
Feuer frisst vor ihm her; um ihn stürmt es gewaltig.
Dem Himmel droben und der Erde ruft er zu,
∗
er werde sein Volk nun richten:
„Versammelt mir all meine Frommen,
∗
die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.“
Die Himmel sollen seine Gerechtigkeit künden;
∗
Gott selbst wird Richter sein.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Unser Gott schweigt nicht; er wird kommen und seine Stimme erheben. Halleluja.
Bring Gott, dem Höchsten, als Opfer dein Lob. Halleluja.
Psalm 50, 7–15
„Höre, mein Volk, ich rede.
†
Israel, ich klage dich an,
∗
ich, der ich dein Gott bin.
Nicht wegen deiner Opfer rüg’ ich dich,
∗
deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.
Doch nehme ich von dir Stiere nicht an
∗
noch Böcke aus deinen Hürden.
Denn mir gehört alles Getier des Waldes,
∗
das Wild auf den Bergen zu Tausenden.
Ich kenne alle Vögel des Himmels,
∗
was sich regt auf dem Feld, ist mein Eigen.
Hätte ich Hunger, ich brauchte es dir nicht zu sagen,
∗
denn mein ist die Welt und was sie erfüllt.
Soll ich denn das Fleisch von Stieren essen
∗
und das Blut von Böcken trinken?
Bring Gott als Opfer dein Lob
∗
und erfülle dem Höchsten deine Gelübde!
Rufe mich an am Tag der Not;
∗
dann rette ich dich und du wirst mich ehren.“
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Bring Gott, dem Höchsten, als Opfer dein Lob. Halleluja.
Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, nicht Brandopfer, sondern Erkenntnis Gottes. Halleluja.
Psalm 50, 16–23
Zum Frevler spricht Gott:
†
„Was zählst du meine Gebote auf
∗
und nimmst meinen Bund in deinen Mund?
Dabei ist Zucht dir verhasst,
∗
meine Worte wirfst du hinter dich.
Siehst du einen Dieb, so läufst du mit,
∗
du machst dich mit Ehebrechern gemein.
Dein Mund redet böse Worte
∗
und deine Zunge stiftet Betrug an.
Von deinem Bruder redest du schändlich,
∗
auf den Sohn deiner Mutter häufst du Verleumdung.
Das hast du getan und ich soll schweigen?
†
Meinst du, ich bin wie du?
∗
Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.
Begreift es doch, ihr, die ihr Gott vergesst!
∗
Sonst zerreiße ich euch, und niemand kann euch retten.
Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich;
∗
wer rechtschaffen lebt, dem zeig’ ich mein Heil.“
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, nicht Brandopfer, sondern Erkenntnis Gottes. Halleluja.
Höre, mein Volk, ich will reden.
Höre, denn ich bin dein Gott.
Die Auferweckung Christi und der Christen
Wenn verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht? Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. Wir werden dann auch als falsche Zeugen Gottes entlarvt, weil wir im Widerspruch zu Gott das Zeugnis abgelegt haben: Er hat Christus auferweckt. Er hat ihn eben nicht auferweckt, wenn Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren. Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.
Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.
Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füße gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Sonst hätte er ihm nicht alles zu Füßen gelegt. Wenn es aber heißt, alles sei unterworfen, ist offenbar der ausgenommen, der ihm alles unterwirft. Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem.
Wie kämen sonst einige dazu, sich für die Toten taufen zu lassen? Wenn Tote gar nicht auferweckt werden, warum lässt man sich dann taufen für sie? Warum setzen dann auch wir uns stündlich der Gefahr aus? Täglich sehe ich dem Tod ins Auge, so wahr ihr, Brüder, mein Ruhm seid, den ich in Christus Jesus, unserem Herrn, empfangen habe. Was habe ich dann davon, dass ich in Ephesus, wie man so sagt, mit wilden Tieren gekämpft habe? Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot. Lasst euch nicht irreführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten. Werdet nüchtern, wie es sich gehört, und sündigt nicht! Einige Leute wissen nichts von Gott; ich sage das, damit ihr euch schämt.
Die Auferstehung der Toten und das Kommen des Herrn
Es könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben? Was für eine törichte Frage! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, hat noch nicht die Gestalt, die entstehen wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel ein Weizenkorn oder ein anderes. Gott gibt ihm die Gestalt, die er vorgesehen hat, jedem Samen eine andere.
Auch die Lebewesen haben nicht alle die gleiche Gestalt. Die Gestalt der Menschen ist anders als die der Haustiere, die Gestalt der Vögel anders als die der Fische.
Auch gibt es Himmelskörper und irdische Körper. Die Schönheit der Himmelskörper ist anders als die der irdischen Körper. Der Glanz der Sonne ist anders als der Glanz des Mondes, anders als der Glanz der Sterne; denn auch die Gestirne unterscheiden sich durch ihren Glanz.
So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark. Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib.
Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen. So steht es auch in der Schrift: Adam, der Erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der Letzte Adam wurde lebendig machender Geist. Aber zuerst kommt nicht das Überirdische; zuerst kommt das Irdische, dann das Überirdische.
Der Erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der Zweite Mensch stammt vom Himmel. Wie der von der Erde irdisch war, so sind es auch seine Nachfahren. Und wie der vom Himmel himmlisch ist, so sind es auch seine Nachfahren. Wie wir nach dem Bild des Irdischen gestaltet wurden, so werden wir auch nach dem Bild des Himmlischen gestaltet werden.
Damit will ich sagen, Brüder: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; das Vergängliche erbt nicht das Unvergängliche.
Seht, ich enthülle euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden – plötzlich, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenschall. Die Posaune wird erschallen, die Toten werden zur Unvergänglichkeit auferweckt, wir aber werden verwandelt werden. Denn dieses Vergängliche muss sich mit Unvergänglichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit. Wenn sich aber dieses Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift:
Verschlungen ist der Tod vom Sieg.
Tod, wo ist dein Sieg?
Tod, wo ist dein Stachel?
Der Stachel des Todes aber ist die Sünde,
die Kraft der Sünde ist das Gesetz.
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir ein ewiges Haus im Himmel
Wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert. Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit, uns, die wir nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren ausblicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig.
Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel. Im gegenwärtigen Zustand seufzen wir und sehnen uns danach, mit dem himmlischen Haus überkleidet zu werden. So bekleidet, werden wir nicht nackt erscheinen. Solange wir nämlich in diesem Zelt leben, seufzen wir unter schwerem Druck, weil wir nicht entkleidet, sondern überkleidet werden möchten, damit so das Sterbliche vom Leben verschlungen werde.
Gott aber, der uns gerade dazu fähig gemacht hat, er hat uns auch als ersten Anteil den Geist gegeben. Wir sind also immer zuversichtlich, auch wenn wir wissen, dass wir fern vom Herrn in der Fremde leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind; denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende. Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein.
Deswegen suchen wir unsere Ehre darin, ihm zu gefallen, ob wir daheim oder in der Fremde sind. Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat.
Gebet um Weisheit
Gott der Väter und Herr des Erbarmens, du hast das All durch dein Wort gemacht.
Den Menschen hast du durch deine Weisheit erschaffen, damit er über deine Geschöpfe herrscht.
Er soll die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit leiten und Gericht halten in rechter Gesinnung.
Gib mir die Weisheit, die an deiner Seite thront, und verstoß mich nicht aus der Schar deiner Kinder!
Ich bin ja dein Knecht, der Sohn deiner Magd, ein schwacher Mensch, dessen Leben nur kurz ist, und gering ist meine Einsicht in Recht und Gesetz.
Wäre einer auch vollkommen unter den Menschen, er wird kein Ansehen genießen, wenn ihm deine Weisheit fehlt.
Du bist es, der mich zum König deines Volkes und zum Richter deiner Söhne und Töchter erwählt hat.
Du hast befohlen, einen Tempel auf deinem heiligen Berg zu bauen und einen Altar in der Stadt deiner Wohnung, ein Abbild des heiligen Zeltes, das du von Anfang an entworfen hast.
Mit dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt und die zugegen war, als du die Welt erschufst. Sie weiß, was dir gefällt und was recht ist nach deinen Geboten.
Sende sie vom heiligen Himmel und schick sie vom Thron deiner Herrlichkeit, damit sie bei mir sei und alle Mühe mit mir teile und damit ich erkenne, was dir gefällt.
Denn sie weiß und versteht alles; sie wird mich in meinem Tun besonnen leiten und mich in ihrem Lichtglanz schützen.
Dann wird dir mein Handeln gefallen; ich werde dein Volk gerecht regieren und des Throns meines Vaters würdig sein.
Denn welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen, oder wer begreift, was der Herr will?
Unsicher sind die Berechnungen der Sterblichen und hinfällig unsere Gedanken;
denn der vergängliche Leib beschwert die Seele und das irdische Zelt belastet den um vieles besorgten Geist.
Wir erraten kaum, was auf der Erde vorgeht, und finden nur mit Mühe, was doch auf der Hand liegt; wer kann dann ergründen, was im Himmel ist?
Wer hat je deinen Plan erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast?
So wurden die Pfade der Erdenbewohner gerade gemacht und die Menschen lernten, was dir gefällt;
durch die Weisheit wurden sie gerettet.
Sende die Weisheit, Herr, vom Thron deiner Herrlichkeit, damit sie bei mir sei und alle Mühe mit mir teile, * damit ich erkenne, was dir gefällt.
Herr, gib mir die Weisheit, die an deiner Seite thront. * Damit ich erkenne, was dir gefällt.
Lasst uns mit Christus sterben, um mit ihm aufzuerstehen
Paulus sagt: „Für mich ist Christus das Leben, und Sterben Gewinn.“ Phil 1,21 Was bedeutet Christus, wenn nicht Tod des Leibes und Geist des Lebens? Darum lasst uns mit ihm sterben, um mit ihm zu leben! Täglich sei uns das Leben Umgang mit dem Tod und Liebe zu ihm. Durch diese Loslösung lerne unsere Seele, sich aus den leiblichen Begierden zurückzuziehen, als wäre sie auf eine Höhe versetzt, wohin irdische Gelüste nicht gelangen und an ihr haften können.
Durch den Tod des einen ist die Welt erlöst. Christus brauchte nicht zu sterben, wenn er nicht gewollt hätte. Auch gedachte er den Tod nicht zu verjagen, als tauge er nichts, longer hätte er uns nicht retten können als durch sein Sterben. So ist sein Tod das Leben aller. Von seinem Tod sind wir geprägt, seinen Tod verkünden wir im Gebet, ihn predigen wir beim Opfer; sein Tod ist Sieg, sein Tod ist Mysterium und das (Neu-)Jahresfest der Welt.
Was sollen wir sonst noch von seinem Tod sagen, da uns das göttliche Beispiel beweist, dass der Tod nur die Unsterblichkeit gesucht hat und dass er sich selbst losgekauft hat. Daher sollen wir den Tod nicht beklagen, da er doch die Ursache des allgemeinen Heils ist. Wir sollen den Tod nicht fliehen, denn der Sohn Gottes hat ihn nicht verschmäht und geflohen.
Der Tod sitzt nicht in der Natur, sondern ist über die Natur gekommen. Gott hat den Tod nicht von Anfang an eingeführt, sondern ihn als Heilmittel gegeben. Denn wegen der Übertretungen verurteilt, begann das Leben der Menschen in täglicher Arbeit und unerträglichem Stöhnen unglücklich zu werden. Die Leiden mussten beendet werden, und der Tod musste wiederherstellen, was das Leben verloren hatte. Die Unsterblichkeit ist eher eine Last als ein Vorzug, wenn die Gnade nicht weht.
Der Geist hat die Möglichkeit, sich aus diesen Winden und dem Wirrwarr des Lebens und dem Wirrwarr des Leibes zu lösen und der Versammlung im Himmel entgegenzueilen, wenn auch nur Heilige dahin gelangen können. Der Geist hat die Möglichkeit, Gott zu loben, wie jene Zitherspieler, von denen wir aus der prophetischen Lesung erfahren: „Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr, Gott und Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker. Wer wird dich nicht fürchten, Herr, wer wird deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig: Alle Völker kommen und beten dich an.“ Offb 15,3.4 Der Geist wird deine Hochzeit schauen dürfen, Jesus, wenn die Braut unter den Freudengesängen aller Geschöpfe von der Erde zum Himmel geleitet wird – „alle Menschen kommen zu dir“ Ps 65,3 – sie ist nicht mehr der Welt verhaftet, sondern dem Geist vermählt.
Dies iræ, dies illa,
solvet sæclum in favílla,
teste David cum Sibýlla.
Quantus tremor est futúrus,
quando iudex est ventúrus
cuncta stricte discussúrus.
Tuba mirum spargens sonum
per sepúlcra regiónum
coget omnes ante thronum.
Mors stupébit et natúra,
cum resúrget creatúra
iudicánti responsúra.
Liber scriptus proferétur,
in quo totum continétur,
unde mundus iudicétur.
Iudex ergo cum sedébit,
quidquid latet apparébit;
nil inúltum remanébit.
Quid sum miser tunc dictúrus,
quem patrónum rogatúrus,
cum vix iustus sit secúrus?
Rex treméndæ maiestátis,
qui salvándos salvas gratis,
salva me, fons pietátis.
Recordáre, Iesu pie,
quod sum causa tuæ viæ,
ne me perdas illa die.
Quærens me sedísti lassus,
redemísti crucem passus;
tantus labor non sit cassus.
Iuste iudex ultiónis,
donum fac remissiónis
ante diem ratiónis.
Ingemísco tamquam reus,
culpa rubet vultus meus;
supplicánti parce, Deus.
Qui Maríam absolvísti
et latrónem exaudísti,
mihi quoque spem dedísti.
Preces meæ non sunt dignæ,
sed tu, bonus, fac benígne,
ne perénni cremer igne.
Inter oves locum præsta
et ab hædis me sequéstra
státuens in parte dextra.
Confutátis maledíctis,
flammis ácribus addíctis,
voca me cum benedíctis.
Oro supplex et aclínis,
cor contrítum quasi cinis,
gere curam mei finis.
Lacrimósa dies illa,
qua resúrget ex favílla
iudicándus homo reus:
huic ergo parce, Deus!
Pie Iesu, Dómine,
dona eis réquiem. Amen.
Wie man Gott liebevoll empfangen soll
Der Diener:
Herr, du weißt, es ist der Liebe Recht, dass sie am Geliebten nie genug hat; je mehr sie hat, desto mehr begehrt sie – wie unwürdig sie sich dadurch auch zeigen mag –, denn das bewirkt die Überkraft der Liebe. O schöne Weisheit, nun sage mir, welches ist das größte und lieblichste Liebeszeichen deines bitteren Todes?
Antwort der Ewigen Weisheit:
So antworte mir auf eine Frage: Was ist es, das unter allen liebreichen Dingen einem liebenden Herzen von seinem Geliebten am liebsten ist?
Antwort des Dieners:
Herr, soviel ich davon verstehe, so gibt es für ein liebendes Herz nichts Lieberes als seinen Geliebten und seine liebliche Gegenwart.
Antwort der Ewigen Weisheit:
So ist es! Sieh, und damit meinen Geliebten nichts abgeht, was zur rechten Liebe gehört, da zwang mich meine unermessliche Liebe dazu, als ich mit dem bitteren Tod von dieser Welt zu meinem Vater gehen wollte – denn ich wusste vorher, wie viele liebende Herzen nach mir jammern würden –, dass ich mich selber und meine liebliche Gegenwart an dem Tisch des letzten Abendmahles meinen lieben Jüngern gab und noch alle Tage meinen Auserwählten gebe.
Der Diener:
O liebster Herr, und bist du denn ganz eigentlich selber da?
Antwort der göttlichen Weisheit:
Du hast mich in dem Sakramente vor dir und bei dir wahrhaftig und eigentlich als Gott und Menschen, als Seele und Leib, mit Fleisch und Blut, so wahr mich meine reine Mutter in den Armen trug und so wahr ich im Himmel bin in meiner vollkommenen Klarheit.
Der Diener:
Ach lieber Herr, es ist aber ein Ding in meinem Herzen, erlaubst du, dass ich mit dir darüber spreche? Herr, es kommt nicht vom Unglauben; ich glaube, dass du das vermagst, was du willst. Aber, mein liebster Herr, mich wundert, wenn ich das sagen darf, wie der schöne, herrliche, glorreiche Leib meines lieblichen Herrn in all seiner Größe und Ganzheit sich so heimlich verbergen kann unter der kleinen Gestalt des Stückchens Brot, das deinem Maß so unangemessen ist.
Antwort der Ewigen Weisheit:
Wie mein schöner Leib und meine Seele in Wahrheit in dem Sakramente sind, das kann keine Zunge aussprechen, denn kein Mensch kann es begreifen, es ist das Werk meiner Allmacht. Darum sollst du es einfältig glauben und sollst ihm nicht viel nachforschen.
Der Diener:
Wahrlich, Herr, ich kann es nicht verstehen.
Antwort der Ewigen Weisheit:
Ist es nicht ein ebenso großes Wunder, Himmel und Erdreich und alle Kreaturen aus dem Nichts zu schöpfen, wie das Brot unsichtbar in mich zu verwandeln?
Der Diener:
Herr, es ist durch dich – soweit ich es begreife – ebenso möglich, ein Ding in ein anderes zu verwandeln, wie ein Ding aus dem Nichts zu schaffen.
Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. * Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben.
Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. * Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben.
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.
Canticum: Jer 17,7-8 · Selig, wer auf Gott vertraut
Selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen. (Lk 11,28)
Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt
∗
und dessen Hoffnung der Herr ist!
Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist
∗
und am Bach seine Wurzeln ausstreckt:
Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt;
∗
seine Blätter bleiben grün;
auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge,
∗
unablässig bringt er seine Frucht.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.
Canticum: Sir 14,20-21; 15,3-4.5a.6b · Selig, wer nachsinnt über die Weisheit
Die Weisheit hat durch alle ihre Kinder recht bekommen. (Lk 7,35)
Wohl dem Menschen, der nachsinnt über die Weisheit,
∗
der sich bemüht um Einsicht,
der seinen Sinn richtet auf ihre Wege
∗
und auf ihre Pfade achtet.
Sie nährt ihn mit dem Brot der Klugheit
∗
und tränkt ihn mit dem Wasser der Einsicht.
Er stützt sich auf sie und kommt nicht zu Fall,
∗
er vertraut auf sie und wird nicht enttäuscht.
Sie erhöht ihn über seine Gefährten,
∗
unvergänglichen Ruhm wird sie ihm verleihen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.
Canticum: Sir 31,8-11 · Glücklich, wer dem Gold nicht nachjagt
Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel. (vgl. Lk 12,33)
Glücklich der Mann, der schuldlos befunden wird,
∗
der sich nicht aus Habgier versündigt.
Wo gibt es den? Wir wollen ihn preisen.
∗
Denn Staunenswertes hat er in seinem Volke vollbracht.
Wo gibt es einen, der sich in solcher Prüfung bewährt hat?
∗
Das wird ihm zur Ehre gereichen.
Wer konnte sündigen und sündigte nicht,
∗
Böses tun, tat es aber nicht?
Darum ist sein Glück von Dauer,
∗
die Gemeinde verkündet sein Lob.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.
Die Seligpreisungen
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sieEr sagte:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt:
Euer Lohn im Himmel wird groß sein.
Salz der Erde und Licht der Welt
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Vom Erfüllen des Willens des Vaters
Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!
Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.
Vom leichten Joch Jesu
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.
Die Gleichnisse vom Schatz und von der Perle
In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.
Nachfolge und Selbstverleugnung
In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.
Der Rangstreit der Jünger
In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte?
Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.
Über die Ehe, Ehescheidung und Ehelosigkeit
In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen?
Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will?
Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.
Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten.
Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.
Vom Lohn der Nachfolge
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.
Die Frage nach dem wichtigsten Gebot
Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.
Das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.
Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!
Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.
Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen.
Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
Das Gleichnis vom anvertrauten Geld
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.
Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.
Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!
Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!
Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.
Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.
Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.
Das Gleichnis vom Gericht des Menschensohnes über die Völker
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.
Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.
Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.
Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?
Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.
Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.
Über die wahre Familie Jesu
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir.
Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
Die Segnung der Kinder
In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.
Von Reichtum und Nachfolge
Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter!
Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!
Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.
Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.
Von der Vergeltung und von der Liebe zu den Feinden
In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd.
Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.
Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.
Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.
Von der Nachfolge
Als sie auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.
Maria und Marta
In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.
Vom wahren Schatz
In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.
Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Das Gleichnis vom treuen und vom schlechten Knecht
In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie.
Vom Ernst der Nachfolge
In jener Zeit, als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.
Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.
Einheit mit Jesus und in Jesus
In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.
Bleibt in meiner Liebe
In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
Dies trage ich euch auf: Liebt einander!
Jesu Fürbitte für alle Glaubenden
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.
Dich, Gott, loben wir, dich, Herr, preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater, huldigt das Erdenrund.
Dir rufen die Engel alle,
dir Himmel und Mächte insgesamt,
die Kerubim dir und die Serafim
mit niemals endender Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig
der Herr, der Gott der Scharen!
Voll sind Himmel und Erde
von deiner hohen Herrlichkeit.
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;
dich preist über das Erdenrund
die heilige Kirche;
dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.
Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters allewiger Sohn.
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht,
bist Mensch geworden,
den Menschen zu befreien.
Du hast bezwungen des Todes Stachel
und denen, die glauben,
die Reiche der Himmel aufgetan.
Du sitzest zur Rechten Gottes
in deines Vaters Herrlichkeit.
Als Richter, so glauben wir,
kehrst du einst wieder.
Dich bitten wir denn,
komm deinen Dienern zu Hilfe,
die du erlöst mit kostbarem Blut.
In der ewigen Herrlichkeit
zähle uns deinen Heiligen zu.
(
Rette dein Volk, o Herr, und segne dein Erbe;
und führe sie und erhebe sie bis in Ewigkeit.
An jedem Tag benedeien wir dich
und loben in Ewigkeit deinen Namen,
ja, in der ewigen Ewigkeit.
In Gnaden wollest du, Herr,
an diesem Tag uns ohne Schuld bewahren.
Erbarme dich unser, o Herr, erbarme dich unser.
Lass über uns dein Erbarmen geschehn,
wie wir gehofft auf dich.
Auf dich, o Herr,
habe ich meine Hoffnung gesetzt.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.
)
Allmächtiger Gott, wir glauben und bekennen, dass du deinen Sohn als Ersten von den Toten auferweckt hast. Stärke unsere Hoffnung, dass du auch unsere Brüder und Schwestern auferwecken wirst zum ewigen Leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Singet Lob und Preis.
Dank sei Gott, dem Herrn.