Suche

Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
Aktuelles Stundengebet
Jetzt beten: Komplet
Freitag, 6. November 2026
31. Woche im Jahreskreis

Lesehore

Wochentag
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Erwacht und singt in der Nacht;

Erwacht und singt in der Nacht;
es kommt das göttliche Wort, der Sohn,
der Himmel und Erde gemacht,
vom Thron in unsere Zeit und Niedrigkeit.

Erhebt euch, Menschen, und gebt ihm Ehr’,
der über das All ward gesetzt,
dem Kyrios Christ, der lebt im Jetzt
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
im Urbeginn die Welt erschuf.
Du bist der Anfang und das Ende.

Der Himmel und die ganze Welt
sind deiner Hoheit unterstellt.
Du bist der Zeiten Lot und Wende.

Die Weisheit baute sich ein Haus,
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen.

Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
nicht mehr die Last so drückend schwer:
Der Weg zum Vater steht uns offen.

Psalmodie
1. Ant.

Ich bin müde vom Rufen, mir versagen die Augen, während ich warte auf meinen Gott.

Psalm 69, 2–13 · Gebet aus großer Angst

Sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war. (Mt 27,34)

Hilf mir, o Gott!  ∗
Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.

Ich bin in tiefem Schlamm versunken  ∗
und habe keinen Halt mehr;

ich geriet in tiefes Wasser,  ∗
die Strömung reißt mich fort.

Ich bin müde vom Rufen,  ∗
meine Kehle ist heiser,

mir versagen die Augen,  ∗
während ich warte auf meinen Gott.

Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf  ∗
sind die, die mich grundlos hassen.

Zahlreich sind meine Verderber, meine verlogenen Feinde.  ∗
Was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten.

Gott, du kennst meine Torheit,  ∗
meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen.

Wer auf dich hofft, Herr, du Herr der Heere,  ∗
soll durch mich nicht scheitern;

wer dich sucht, Gott Israels,  ∗
gerate durch mich nicht in Schande.

Denn deinetwegen erleide ich Schmach  ∗
und Schande bedeckt mein Gesicht.

Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern,  ∗
den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.

Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt;  ∗
die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.

Ich nahm mich durch Fasten in Zucht,  ∗
doch es brachte mir Schmach und Schande.

Ich ging in Sack und Asche,  ∗
doch sie riefen Spottverse hinter mir her.

Man redet über mich in der Versammlung am Tor,  ∗
von mir singen die Zecher beim Wein.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Ich bin müde vom Rufen, mir versagen die Augen, während ich warte auf meinen Gott.

2. Ant.

Sie gaben mir Galle als Speise und reichten mir Essig in meinem Durst.

Psalm 69, 14–22

Ich bete zu dir,  ∗
Herr, zur Zeit der Gnade.

Erhöre mich in deiner großen Huld,  ∗
Gott, hilf mir in deiner Treue!

Entreiß mich dem Sumpf,  ∗
damit ich nicht versinke.

Zieh mich heraus aus dem Verderben,  ∗
aus dem tiefen Wasser!

Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt,  †
die Tiefe mich verschlingt,
 ∗
der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt.

Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte,  ∗
wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen!

Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht;  ∗
denn mir ist angst. Erhöre mich bald!

Sei mir nah und erlöse mich!  ∗
Befrei mich meinen Feinden zum Trotz!

Du kennst meine Schmach und meine Schande.  ∗
Dir stehen meine Widersacher alle vor Augen.

Die Schande bricht mir das Herz,  ∗
ganz krank bin ich vor Schmach;

umsonst habe ich auf Mitleid gewartet,  ∗
auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.

Sie gaben mir Gift zu essen,  ∗
für den Durst reichten sie mir Essig.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Sie gaben mir Galle als Speise und reichten mir Essig in meinem Durst.

3. Ant.

Ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf. Halleluja.

Psalm 69, 30–37

Ich bin elend und voller Schmerzen;  ∗
doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.

Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied,  ∗
in meinem Danklied ihn preisen.

Das gefällt dem Herrn mehr als ein Opferstier,  ∗
mehr als Rinder mit Hörnern und Klauen.

Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;  ∗
ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!

Denn der Herr hört auf die Armen,  ∗
er verachtet die Gefangenen nicht.

Himmel und Erde sollen ihn rühmen,  ∗
die Meere und was sich in ihnen regt.

Denn Gott wird Zion retten,  ∗
wird Judas Städte neu erbauen.

Seine Knechte werden dort wohnen und das Land besitzen,  †
ihre Nachkommen sollen es erben;
 ∗
wer seinen Namen liebt, soll darin wohnen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf. Halleluja.

Versikel

Herr, zeige uns deine Wege.

Auf deinen Pfaden wollen wir gehen.

Erste Lesung
Aus dem Buch der Weisheit. 16,1-13.20-26

Gottes Strafe und Lohn

Die Ägypter wurden mit Recht durch ähnliche Tiere gezüchtigt und durch eine Menge von Ungeziefer gequält. Während sie auf solche Weise gezüchtigt wurden, hast du deinem Volk eine Wohltat erwiesen und mit den Wachteln seinem heftigen Verlangen eine fremdartige Nahrung gegeben. Während jenen in ihrem Hunger die Esslust verging wegen der Hässlichkeit der gegen sie gesandten Tiere, bekamen diese nach nur kurzer Entbehrung sogar eine fremdartige Speise. Über jene Unterdrücker sollte unabwendbarer Hunger kommen; diese aber sollten nur kurz spüren, wie ihre Feinde gequält wurden.

Heuschrecken und Stechfliegen – giftige Schlangen

Auch damals, als die schreckliche Wut wilder Tiere über sie hereinbrach und sie durch die Bisse tückischer Schlangen umkamen, dauerte dein Zorn nicht bis ans Ende. Zur Warnung wurden sie nur kurz in Schrecken versetzt und bekamen ein Rettungszeichen, damit sie sich an die Vorschrift deines Gesetzes erinnerten. Wer sich dorthin wandte, wurde nicht durch das gerettet, was er anschaute, sondern durch dich, den Retter aller. Dadurch hast du unsere Feinde überzeugt, dass du es bist, der aus allem Übel erlöst. Denn sie wurden durch die Bisse der Heuschrecken und der Stechfliegen getötet, ohne dass es ein Heilmittel für sie gab; sie verdienten es ja, durch solches Ungeziefer gezüchtigt zu werden. Deine Söhne aber wurden nicht einmal durch die Zähne Gift spritzender Schlangen überwältigt; denn dein Erbarmen kam ihnen zu Hilfe und heilte sie. Sie wurden gebissen, aber schnell wieder gerettet, damit sie sich an deine Worte erinnerten; denn sie sollten nicht in tiefes Vergessen versinken, sondern sich ungehindert deiner Wohltaten erfreuen. Weder Kraut noch Wundpflaster machte sie gesund, sondern dein Wort, Herr, das alles heilt. Du hast Gewalt über Leben und Tod; du führst zu den Toren der Unterwelt hinab und wieder herauf.

Gottes Liebe zu seinem Volk

Du nährtest dein Volk mit der Speise der Engel und unermüdlich gabst du ihm fertiges Brot vom Himmel. Deine Gabe gewährte jeden Genuss und entsprach jedem Geschmack; sie offenbarte deine zarte Liebe zu deinen Kindern. Sie erfüllte das Verlangen eines jeden, der sie genoss, und verwandelte sich in alles, was einer wollte. Schnee und Eis hielten dem Feuer stand und schmolzen nicht. Deine Kinder sollten erkennen, dass nur die Früchte der Feinde vom Feuer vernichtet wurden, das im Hagel brannte und in den Regengüssen blitzte, und dass es umgekehrt sogar seine eigene Kraft vergaß, damit die Gerechten Nahrung hätten. Denn die Schöpfung, die dir, ihrem Schöpfer, dient, steigert ihre Kräfte, um die Schuldigen zu bestrafen, und hält sie zurück, um denen Gutes zu tun, die auf dich vertrauen. Darum diente sie auch damals deinem Geschenk, das alle ernährte, und verwandelte sich in alles, was die Bittenden wünschten. Deine geliebten Söhne, Herr, sollten daraus lernen: Nicht die verschiedenartigen Früchte ernähren den Menschen, sondern dein Wort erhält alle, die dir vertrauen.

Nicht die verschiedenartigen Früchte ernähren den Menschen: * dein Wort erhält alle, die dir vertrauen.

Brot vom Himmel gabst du ihnen; du nährst dein Volk mit der Speise der Engel. * Dein Wort erhält alle, die dir vertrauen.

Zweite Lesung
Heinrich Seuse († 1366) Aus dem „Büchlein von der Ewigen Weisheit“.

Tut alles zur Ehre Gottes!

Die Ewige Weisheit:

Wer mich in allen Dingen meint und sich vor Sünden hütet und sich der Tugend befleißigt, der lobt mich zu allen Zeiten. Aber wenn du nach dem höchsten Lob verlangst, so höre noch mehr. Die Seele gleicht einer leichten Flaumfeder: wenn sie kein Festhalten verspürt, wird sie aus ihrer natürlichen Beweglichkeit leicht in die Höhe zum Himmel hochgetragen; wenn sie aber mit irgend etwas beladen ist, so sinkt sie nieder. Ebenso wird ein von schwerer Kümmernis geläutertes Gemüt mit Hilfe geistlicher Betrachtung wie von seinem natürlichen Adel leicht zu himmlischen Dingen hinaufgehoben; und wenn das geschieht, dass ein Gemüt sich aller leiblichen Begierde entledigt und in Stillschweigen verharrt, dass all sein Meinen immer dem unwandelbaren Gut ungeteilt anhängt – dieses Gemüt vollbringt mein Lob immerdar. Denn in der Lauterkeit – soweit man überhaupt davon sprechen kann – wird menschlicher Sinn ertränkt und vom Irdischen zum Geistlichen und Engelhaften verwandelt; was der Mensch von außen her empfängt, was er tut, was er wirkt, er esse, er trinke, er schlafe, er wache – das ist nichts anderes als das allerlauterste Lob.

Der Diener:

Ach, mein liebster Herr, wo finde ich die meiste Ursache, dich zu loben?

Antwort der Ewigen Weisheit:

In dem ersten Ursprung alles Guten und dann in den daraus fließenden Quellen.

Der Diener:

Herr, der Ursprung ist mir zu hoch und zu unbekannt; da sollen dich die hohen Zedernbäume loben auf dem Libanon der himmlischen Geister und engelhaften Gemüter. Und doch will ich als eine raue Distel auch hervordringen mit meinem Lobe, damit sie von dem Anblick meines nie zu erfüllenden Verlangens an ihre hohe Herrlichkeit erinnert werden, damit sie in ihrer lauteren Klarheit Lust bekommen, dich inniglich zu loben, so wie der Kuckuck die Nachtigall verlockt zu wonnigem Gesang.

Herr, eines ist, was ich noch von deinem Lobe wissen möchte: wie kann all mein natürliches Gut in dein ewiges Lob von mir einbezogen werden?

Antwort der Ewigen Weisheit:

Wenn niemand im Leben einen eigentlichen Unterschied zwischen Natur und Gnade nach genauem Wissen machen kann, also dass du nicht weißt, ob es Natur oder Gnade ist, wenn irgendein Liebliches, Fröhliches oder Heiteres in deiner Seele und deinem Gemüte aufsteht, so wende dich geschwind und bringe es Gott dar, dass es zu meinem Lobe diene, denn ich bin ein Herr der Natur und der Gnade; so wird dir jetzt die Natur zur Übernatur.

Wer wird dich nicht fürchten, Herr, wer wird deinen Namen preisen? * Du allein bist heilig.

Alle Völker kommen und beten dich an; denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden. * Du allein bist heilig.

Oration

Allmächtiger, barmherziger Gott, es ist deine Gabe und dein Werk, wenn das gläubige Volk dir würdig und aufrichtig dient. Nimm alles von uns, was uns auf dem Weg zu dir aufhält, damit wir ungehindert der Freude entgegeneilen, die du uns verheißen hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut. © staeko.net

kna-katholisch-swarm-node2 (0.005s)