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Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
Aktuelles Stundengebet
Jetzt beten: Sext
Montag, 9. November 2026
32. Woche im Jahreskreis

Lesehore

Wochentag
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Eine große Stadt ersteht

Eine große Stadt ersteht,
die vom Himmel niedergeht
in die Erdenzeit.
Mond und Sonne braucht sie nicht;
Jesus Christus ist ihr Licht,
ihre Herrlichkeit.

Durch dein Tor lass uns herein
und in dir geboren sein,
dass uns Gott erkennt.
Lass herein, die draußen sind;
Gott heißt jeden Sohn und Kind,
der dich Mutter nennt.

Dank dem Vater, der uns zieht
durch den Geist, der in dir glüht;
Dank sei Jesus Christ,
der durch seines Kreuzes Kraft
uns zum Gottesvolk erschafft,
das unsterblich ist. Amen.

Du Gott des Lichts, dem Vater gleich

Du Gott des Lichts, dem Vater gleich,
du Licht, dem unser Licht entspringt,
du ew’ger Tag: hör unser Flehn,
das aus der Nacht zum Himmel dringt.

Entreiße uns der Finsternis
und aller Angst der Erdennacht,
streif ab von uns die Müdigkeit,
die uns zum Guten träge macht.

Du, Christus, bist das Licht der Welt,
der Gott, dem gläubig wir vertraun,
auf den im Dunkel dieser Zeit
wir alle unsre Hoffnung baun.

Aus ganzem Herzen preisen wir
dich, Christus, Herr der Herrlichkeit,
der mit dem Vater und dem Geist
uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.

Göttliches Wort, der Gottheit Schrein

Göttliches Wort, der Gottheit Schrein,
führ uns in dein Geheimnis ein.

Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt,
nenn uns den Namen, den niemand kennt.

Wolkensäule voll Herrlichkeit,
geh uns voran im Dunkel der Zeit.

Schlüssel Davids, der öffnet und schließt,
weis uns die Quelle, die immer fließt.

Logos, Wort und Antwort zugleich,
erschließe uns das Gottesreich.

Psalmodie
1. Ant.

Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten! Halleluja.

Psalm 24 · Der König der Herrlichkeit zieht ein in sein Heiligtum

Durch die leibliche Aufnahme wurden Christus die Tore des Himmels geöffnet. (Irenäus)

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt,  ∗
der Erdkreis und seine Bewohner.

Denn er hat ihn auf Meere gegründet,  ∗
ihn über Strömen befestigt.

Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn,  ∗
wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?

Der reine Hände hat und ein lauteres Herz,  ∗
der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.

Er wird Segen empfangen vom Herrn  ∗
und Heil von Gott, seinem Helfer.

Das sind die Menschen, die nach ihm fragen,  ∗
die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.

Ihr Tore, hebt euch nach oben,  †
hebt euch, ihr uralten Pforten;
 ∗
denn es kommt der König der Herrlichkeit.

Wer ist der König der Herrlichkeit?  ∗
Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, mächtig im Kampf.

Ihr Tore, hebt euch nach oben,  †
hebt euch, ihr uralten Pforten;
 ∗
denn es kommt der König der Herrlichkeit.

Wer ist der König der Herrlichkeit?  ∗
Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten! Halleluja.

2. Ant.

Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen! Halleluja.

Psalm 84 · Heimweh nach dem Tempel

Wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt, sondern wir suchen die künftige. (Hebr 13,14)

( Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen! )  †
Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht
 ∗
nach dem Tempel des Herrn.

Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu,  ∗
ihm, dem lebendigen Gott.

Auch der Sperling findet ein Haus  †
und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen –
 ∗
deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein König.

Wohl denen, die wohnen in deinem Haus,  ∗
die dich allezeit loben.

Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir,  ∗
wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten.

Ziehen sie durch das trostlose Tal,  †
wird es für sie zum Quellgrund,
 ∗
und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft;  ∗
dann schauen sie Gott auf dem Zion.

Herr der Heerscharen, höre mein Beten,  ∗
vernimm es, Gott Jakobs!

Gott, sieh her auf unsern Schild,  ∗
schau auf das Antlitz deines Gesalbten!

Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums  ∗
ist besser als tausend andere.

Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes  ∗
als wohnen in den Zelten der Frevler.

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild.  ∗
Er schenkt Gnade und Herrlichkeit;

der Herr versagt denen, die rechtschaffen sind, keine Gabe.  ∗
Herr der Heerscharen, wohl dem, der dir vertraut!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen! Halleluja.

3. Ant.

Herrliches sagt man von dir, du Stadt unseres Gottes. Halleluja.

Psalm 87 · Die Gottesstadt, die Mutter aller Völker

Das himmlische Jerusalem aber ist frei, und dieses Jerusalem ist unsere Mutter. (Gal 4,26)

Der Herr liebt seine Gründung auf heiligen Bergen,  ∗
mehr als all seine Stätten in Jakob liebt er die Tore Zions.

Herrliches sagt man von dir,  ∗
du Stadt unsres Gottes.

Leute aus Ägypten und Babel  ∗
zähle ich zu denen, die mich kennen;

auch von Leuten aus dem Philisterland, aus Tyrus und Kusch  ∗
sagt man: Er ist dort geboren.

Doch von Zion wird man sagen:  †
Jeder ist dort geboren.
 ∗
Er, der Höchste, hat Zion gegründet.

Der Herr schreibt, wenn er die Völker verzeichnet:  ∗
Er ist dort geboren.

Und sie werden beim Reigentanz singen:  ∗
All meine Quellen entspringen in dir.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Herrliches sagt man von dir, du Stadt unseres Gottes. Halleluja.

1. Ant.

Lauter Güte ist Gott für Israel, für alle Menschen mit reinem Herzen. Halleluja.

Psalm 73, 1–12 · Gott nahe zu sein ist mein Glück

Wohl dem, der an mir keinen Anstoß nimmt. (Mt 11,6)

( Lauter Güte ist Gott für Israel,  ∗
für alle Menschen mit reinem Herzen.
)

Ich aber – fast wären meine Füße gestrauchelt,  ∗
beinahe wäre ich gefallen.

Denn ich habe mich über die Prahler ereifert,  ∗
als ich sah, dass es diesen Frevlern so gut ging.

Sie leiden ja keine Qualen,  ∗
ihr Leib ist gesund und wohlgenährt.

Sie kennen nicht die Mühsal der Sterblichen,  ∗
sind nicht geplagt wie andere Menschen.

Darum ist Hochmut ihr Halsschmuck,  ∗
wie ein Gewand umhüllt sie Gewalttat.

Sie sehen kaum aus den Augen vor Fett,  ∗
ihr Herz läuft über von bösen Plänen.

Sie höhnen, und was sie sagen, ist schlecht;  ∗
sie sind falsch und reden von oben herab.

Sie reißen ihr Maul bis zum Himmel auf  ∗
und lassen auf Erden ihrer Zunge freien Lauf.

Darum wendet sich das Volk ihnen zu  ∗
und schlürft ihre Worte in vollen Zügen.

Sie sagen: „Wie sollte Gott das merken?  ∗
Wie kann der Höchste das wissen?“

Wahrhaftig, so sind die Frevler:  ∗
Immer im Glück, häufen sie Reichtum auf Reichtum.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Lauter Güte ist Gott für Israel, für alle Menschen mit reinem Herzen. Halleluja.

2. Ant.

Das Lachen der Sünder wird sich in Trauer verwandeln, ihre Freude in Betrübnis. Halleluja.

Psalm 73, 13–20

Umsonst hielt ich mein Herz rein  ∗
und wusch meine Hände in Unschuld.

Und doch war ich alle Tage geplagt  ∗
und wurde jeden Morgen gezüchtigt.

Mein Herz war verbittert,  ∗
mir bohrte der Schmerz in den Nieren;

ich war töricht und ohne Verstand,  ∗
war wie ein Stück Vieh vor dir.

Hätte ich gesagt: „Ich will reden wie sie“,  ∗
dann hätte ich an deinen Kindern Verrat geübt.

Da sann ich nach, um das zu begreifen;  ∗
es war eine Qual für mich,

bis ich dann eintrat ins Heiligtum Gottes  ∗
und begriff, wie sie enden.

Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund,  ∗
du stürzt sie in Täuschung und Trug.

Sie werden plötzlich zunichte,  ∗
werden dahingerafft und nehmen ein schreckliches Ende,

wie ein Traum, der beim Erwachen verblasst,  ∗
dessen Bild man vergisst, wenn man aufsteht.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Das Lachen der Sünder wird sich in Trauer verwandeln, ihre Freude in Betrübnis. Halleluja.

3. Ant.

Wer dir fern ist, Herr, geht zugrunde; ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück. Halleluja.

Psalm 73, 23–28

Ich bleibe immer bei dir,  ∗
du hältst mich an meiner Rechten.

Du leitest mich nach deinem Ratschluss  ∗
und nimmst mich am Ende auf in Herrlichkeit.

Was habe ich im Himmel außer dir?  ∗
Neben dir erfreut mich nichts auf der Erde.

Auch wenn mein Leib und mein Herz verschmachten,  †
Gott ist der Fels meines Herzens
 ∗
und mein Anteil auf ewig.

Ja, wer dir fern ist, geht zugrunde;  ∗
du vernichtest alle, die dich treulos verlassen.

Ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück.  †
Ich setze auf Gott, den Herrn, mein Vertrauen.
 ∗
Ich will all deine Taten verkünden.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wer dir fern ist, Herr, geht zugrunde; ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück. Halleluja.

Versikel

Herr, wie köstlich ist deine Verheißung.

Süßer als Honig für meinen Mund.

Ich werfe mich nieder in Ehrfurcht vor deinem heiligen Tempel. Halleluja.

Ich lobe deinen Namen, denn du bist gütig. Halleluja.

Erste Lesung
Aus dem ersten Petrusbrief. 2,1–17

Als lebendige Steine lasst euch aufbauen

Legt alle Bosheit ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdung. Verlangt, gleichsam als neugeborene Kinder, nach der unverfälschten, geistigen Milch, damit ihr durch sie heranwachst und das Heil erlangt. Denn ihr habt erfahren, wie gütig der Herr ist.

Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist. Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen. Denn es heißt in der Schrift: Seht her, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde.

Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt.

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden.

Liebe Brüder, da ihr Fremde und Gäste seid in dieser Welt, ermahne ich euch: Gebt den irdischen Begierden nicht nach, die gegen die Seele kämpfen. Führt unter den Heiden ein rechtschaffenes Leben, damit sie, die euch jetzt als Übeltäter verleumden, durch eure guten Taten zur Einsicht kommen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung.

Unterwerft euch um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung: dem Kaiser, weil er über allen steht, den Statthaltern, weil sie von ihm entsandt sind, um die zu bestrafen, die Böses tun, und die auszuzeichnen, die Gutes tun.

Denn es ist der Wille Gottes, dass ihr durch eure guten Taten die Unwissenheit unverständiger Menschen zum Schweigen bringt. Handelt als Freie, aber nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel für das Böse nehmen, sondern wie Knechte Gottes. Erweist allen Menschen Ehre, liebt die Brüder, fürchtet Gott und ehrt den Kaiser!

Deine Mauern sind aus edlem Stein. * Aus Perlen sind Jerusalems Türme erbaut.

Die Tore sind aus Saphir und Smaragd, aus kostbaren Steinen die Mauern rings um die Stadt. * Aus Perlen sind Jerusalems Türme erbaut.

Aus dem ersten Buch der Makkabäer. 1,43-64

Die Verfolgung der treuen Israeliten

Vielen Männern aus Israel gefiel der Gottesdienst, den er angeordnet hatte; sie opferten den Götterbildern und entweihten den Sabbat. Der König schickte Boten nach Jerusalem und in die Städte Judäas mit der schriftlichen Anordnung, man solle eine Lebensform übernehmen, die dem Land fremd war. Brand-, Schlacht- und Trankopfer im Heiligtum seien einzustellen, Sabbate und Feste zu entweihen, das Heiligtum und die Heiligen zu schänden. Man solle statt dessen Altäre, Heiligtümer und Tempel für die fremden Götter errichten sowie Schweine und andere unreine Tiere opfern. Ihre Söhne dürften sie nicht mehr beschneiden, vielmehr sollten sie sich mit jeder denkbaren Unreinheit und Schande beflecken. So sollte das Gesetz in Vergessenheit geraten und alle seine Vorschriften sollten hinfällig werden. Wer aber des Königs Anordnung nicht befolge, müsse sterben. Ähnliche Anweisungen erließ er für sein ganzes Reich. Er setzte Beamte ein, die die Durchführung im ganzen Volk überwachen sollten; auch gab er den Befehl, der Reihe nach in allen Städten Judäas einen Opfergottesdienst zu halten. Viele aus dem Volk schlossen sich ihnen an; sie alle fielen vom Gesetz ab und trieben es schlimm im Land. Die Israeliten mussten sich vor ihnen verstecken, wo immer sie Zuflucht fanden. Am fünfzehnten Kislew des Jahres 145 ließ der König auf dem Brandopferaltar den unheilvollen Gräuel aufstellen; auch in den Städten Judäas ringsum baute man Altäre. Vor den Haustüren und auf den Plätzen opferte man Weihrauch. Alle Buchrollen des Gesetzes, die man fand, wurden zerrissen und verbrannt. Wer im Besitz einer Bundesrolle angetroffen wurde oder zum Gesetz hielt, wurde aufgrund der königlichen Anordnung zum Tod verurteilt. Sie ließen Israel ihre Macht fühlen und gingen mit Gewalt gegen alle vor, die sie Monat für Monat in den Städten aufspürten. Am fünfundzwanzigsten des Monats (Kislew) brachten sie auf dem Altar, den sie über dem Brandopferaltar errichtet hatten, ein Opfer dar. Frauen, die ihre Kinder hatten beschneiden lassen, wurden auf Befehl (des Königs) hingerichtet; dabei hängte man die Säuglinge an den Hals ihrer Mütter. Auch ihre Familien brachte man um samt denen, die die Beschneidung vorgenommen hatten. Dennoch blieben viele aus Israel fest und stark; sie aßen nichts, was unrein war. Lieber wollten sie sterben, als sich durch die Speisen unrein machen und den heiligen Bund entweihen. So starben sie. Ein gewaltiger Zorn lag auf Israel.

Die Völker schließen uns ein und wollen uns strafen. * Du, Herr, streck deine Hand aus und befreie uns.

Herr, sieh auf ihre Drohungen. Gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden. * Du, Herr, streck deine Hand aus und befreie uns.

Zweite Lesung
Cäsarius von Arles († 542) Aus einer Predigt am Weihetag der Lateranbasilika.

Wir sind alle durch die Taufe Tempel Gottes geworden

Liebe Brüder, durch die Güte Gottes dürfen wir heute den Weihetag dieses Gotteshauses mit Freude und Jubel begehen. Der wirkliche und lebendige Tempel jedoch müssen wir selber sein. Dennoch feiern die christlichen Völker mit Recht das Fest der Mutterkirche, weil sie wissen, dass sie durch diese Kirche im Geist wiedergeboren wurden. Durch die erste Geburt waren wir „Gefäße des Zorns“ Röm 9,22-23 , durch die zweite wurden wir zu „Gefäßen des Erbarmens“ vgl. Apg 7,48 . Die erste Geburt gebar uns für den Tod, die zweite rief uns zum Leben zurück.

Vor der Taufe, meine Lieben, waren wir alle Tempel des Teufels, nach der Taufe wurden wir Tempel Christi. Wenn wir aufmerksam über das Heil unserer Seele nachdenken, erkennen wir auch, dass der eigentliche und lebendige Tempel Gottes wir selber sind. Gott wohnt nicht bloß in dem, was von Menschenhand gemacht ist, und nicht in einem Haus aus Holz und Stein, sondern vor allem in der Seele, die nach dem Bild Gottes geschaffen und von der Hand des Künstlers selbst gebildet ist. Der heilige Apostel Paulus sagt: „Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr.“ 1 Kor 3,17

Christus kam und warf den Teufel aus unserm Herzen hinaus, um in uns für sich einen Tempel zu schaffen. Nach Kräften wollen wir darum mit seiner Hilfe daran arbeiten, dass ihm in uns nicht durch böse Taten Unrecht geschieht. Jeder, der Böses tut, begeht ein Unrecht gegen Jesus Christus.

Wenn wir daher, meine Lieben, mit Freuden den Gedächtnistag des Gotteshauses feiern wollen, dürfen wir den lebendigen Tempel Gottes nicht in uns durch böse Werke zerstören. Wie wir die Kirche vorfinden wollen, wenn wir zu ihr kommen, geradeso müssen wir unsere Seele bereiten.

Dies ist Jerusalem, die große himmlische Stadt, geschmückt als Braut des Lammes. * Gottes Zelt ist sie geworden.

Ihre Tore stehen immerfort offen, denn Nacht gibt es nicht mehr in ihr. * Gottes Zelt ist sie geworden.

II. Vatikanisches Konzil (1962–1965) Aus der Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute.

Eine neue Friedensgesinnung in den Menschen zu wecken ist lebenswichtig

Die Menschen sollen sich hüten, sich nur auf die Anstrengungen einiger zu verlassen, ohne die eigene Einstellung zu überprüfen. Denn die Staatsmänner, die das Gemeinwohl ihres eigenen Volkes zu verantworten und gleichzeitig das Wohl der gesamten Welt zu fördern haben, sind sehr abhängig von der öffentlichen Meinung und Einstellung der Massen. Nichts nützt ihnen ihr Bemühen, Frieden zu stiften, wenn Gefühle der Feindschaft, Verachtung, Misstrauen, Rassenhass und ideologische Verhärtung die Menschen trennen und zu Gegnern machen. Darum sind vor allem eine neue Erziehung und ein neuer Geist in der öffentlichen Meinung dringend notwendig. Wer sich der Aufgabe der Erziehung, vor allem der Jugend, widmet und wer die öffentliche Meinung mitformt, soll es als seine schwere Pflicht ansehen, in allen eine neue Friedensgesinnung zu wecken. Wir alle müssen uns wandeln in unserer Gesinnung und müssen die ganze Welt und jene Aufgaben in den Blick bekommen, die wir alle zusammen zum Fortschritt der Menschheit auf uns nehmen können.

Täuschen wir uns nicht durch eine falsche Hoffnung! Wenn Feindschaft und Hass nicht aufgegeben werden, wenn es nicht zum Abschluss fester und ehrenhafter Verträge kommt, die für die Zukunft einen allgemeinen Frieden sichern, dann geht die Menschheit, die jetzt schon in Gefahr schwebt, trotz all ihrer bewundernswürdigen Wissenschaft jener dunklen Stunde entgegen, wo sie keinen andern Frieden mehr spürt als die schaurige Ruhe des Todes.

Aber während die Kirche Christi mitten in den Ängsten dieser Zeit lebt und diese Worte ausspricht, hört sie nicht auf, zuversichtlich zu hoffen. Unserer Zeit will sie immer wieder – gelegen oder ungelegen – die apostolische Botschaft verkünden: „Seht, jetzt ist die Zeit der Gnade“ zur Bekehrung der Herzen; „jetzt ist der Tag des Heils“ vgl. 2 Kor 6,2 .

Die Ursachen der Zwietracht und ihre Heilmittel

Um den Frieden aufzubauen, müssen vor allem die Ursachen der Zwietracht in der Welt, die zum Krieg führen, beseitigt werden, an erster Stelle die Ungerechtigkeiten. Nicht wenige entspringen allzu großen wirtschaftlichen Ungleichheiten oder auch der Verzögerung der notwendigen Hilfe. Andere entstehen aus Herrschsucht und Missachtung der Menschenwürde und, wenn wir nach den tieferen Gründen suchen, aus Neid, Misstrauen, Hochmut und anderen egoistischen Leidenschaften. Da der Mensch so viel Unordnung nicht ertragen kann, folgt daraus, dass die Welt auch ohne das Wüten des Krieges dauernd von zwischenmenschlichen Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen vergiftet wird. Weil außerdem dieselben Übel auch in den Beziehungen unter den Völkern zu finden sind, müssen, will man sie überwinden oder verhüten und die zügellose Gewaltanwendung verhindern, die internationalen Institutionen besser und enger zusammenarbeiten und koordiniert werden; ebenso muss auf die Bildung neuer Organe für die Förderung des Friedens unermüdlich hingearbeitet werden.

Der Herr spricht: Ich habe dir weise Lehre ins Herz gegeben; * ich habe dich erhört und werde diese Stadt beschützen.

Meide das Böse und tu das Gute. Suche den Frieden und jage ihm nach! * Ich habe dich erhört und werde diese Stadt beschützen.

Canticum
1. Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

1. Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

Canticum: Jer 17,7-8 · Selig, wer auf Gott vertraut

Selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen. (Lk 11,28)

Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt  ∗
und dessen Hoffnung der Herr ist!

Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist  ∗
und am Bach seine Wurzeln ausstreckt:

Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt;  ∗
seine Blätter bleiben grün;

auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge,  ∗
unablässig bringt er seine Frucht.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

2. Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

2. Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

Canticum: Sir 14,20-21; 15,3-4.5a.6b · Selig, wer nachsinnt über die Weisheit

Die Weisheit hat durch alle ihre Kinder recht bekommen. (Lk 7,35)

Wohl dem Menschen, der nachsinnt über die Weisheit,  ∗
der sich bemüht um Einsicht,

der seinen Sinn richtet auf ihre Wege  ∗
und auf ihre Pfade achtet.

Sie nährt ihn mit dem Brot der Klugheit  ∗
und tränkt ihn mit dem Wasser der Einsicht.

Er stützt sich auf sie und kommt nicht zu Fall,  ∗
er vertraut auf sie und wird nicht enttäuscht.

Sie erhöht ihn über seine Gefährten,  ∗
unvergänglichen Ruhm wird sie ihm verleihen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

3. Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

3. Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

Canticum: Sir 31,8-11 · Glücklich, wer dem Gold nicht nachjagt

Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel. (vgl. Lk 12,33)

Glücklich der Mann, der schuldlos befunden wird,  ∗
der sich nicht aus Habgier versündigt.

Wo gibt es den? Wir wollen ihn preisen.  ∗
Denn Staunenswertes hat er in seinem Volke vollbracht.

Wo gibt es einen, der sich in solcher Prüfung bewährt hat?  ∗
Das wird ihm zur Ehre gereichen.

Wer konnte sündigen und sündigte nicht,  ∗
Böses tun, tat es aber nicht?

Darum ist sein Glück von Dauer,  ∗
die Gemeinde verkündet sein Lob.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

1. Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

1. Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

Canticum: Tob 13,10c–13.15ef–17ab · Die kommende Herrlichkeit Jerusalems

Ihr seid zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes. (Hebr 12,22)

Jerusalem, du heilige Stadt!  †
Der Herr bestraft die Taten deiner Kinder,
 ∗
doch er hat wieder Erbarmen mit den Gerechten.

Bekenne dich zum Herrn in rechter Weise,  ∗
preise den ewigen König,

damit sein Zelt von neuem errichtet wird,  ∗
dir zur großen Freude!

Er mache in dir die Gefangenen wieder froh  †
und schenke denen, die im Elend leben, seine Liebe,
 ∗
für alle Zeiten bis in Ewigkeit.

Von weither werden die Völker kommen,  ∗
um den Namen des Herrn, unsres Gottes, zu preisen.

Sie tragen Geschenke herbei,  †
Geschenke für den himmlischen König.
 ∗
Alle Menschen jubeln dir zu.

Wohl denen, die dich lieben;  ∗
sie werden sich freuen über den Frieden, den du schenkst.

Meine Seele preise Gott, den großen König.  ∗
Denn Jerusalem wird wieder aufgebaut.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

2. Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

2. Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

Canticum: Jes 2,2–3 · Alle Völker werden zum Haus Gottes kommen

Die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen. (Offb 21,24)

Am Ende der Tage wird es geschehen:  †
Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge;
 ∗
er überragt alle Hügel.

Zu ihm strömen alle Völker.  ∗
Viele Nationen machen sich auf den Weg.

Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn  ∗
und zum Haus des Gottes Jakobs.

Er zeige uns seine Wege,  ∗
auf seinen Pfaden wollen wir gehen.

Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn,  ∗
aus Jerusalem sein Wort.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

3. Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

3. Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

Canticum: Jer 7,2b-7 · Bessert euer Tun, dann will ich bei euch wohnen

Geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. (Mt 5,24)

Hört das Wort des Herrn, ganz Juda,  ∗
alle, die ihr durch diese Tore kommt, um dem Herrn zu huldigen!

So spricht der Herr der Heere, der Gott Israels:  †
Bessert euer Verhalten und euer Tun,
 ∗
dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort!

Vertraut nicht auf die trügerischen Worte:  ∗
Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist hier!

Denn nur wenn ihr euer Verhalten und euer Tun von Grund auf bessert,  ∗
wenn ihr gerecht entscheidet im Rechtsstreit,

wenn ihr die Waisen und Witwen nicht unterdrückt,  †
unschuldiges Blut an diesem Ort nicht vergießt
 ∗
und nicht anderen Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden,

dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort,  ∗
in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe für ewige Zeiten.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen, seid bereit für die Ankunft des Herrn. Halleluja.

Ant.

Gepriesen bist du, Herr, im Tempel deiner Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit. Halleluja.

Evangelium
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 5,1-12a

Die Seligpreisungen

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sieEr sagte:

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.

Freut euch und jubelt:
Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 5,13-16

Salz der Erde und Licht der Welt

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.

Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 7,21-27

Vom Erfüllen des Willens des Vaters

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.

Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!

Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.

Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 11,25-30

Vom leichten Joch Jesu

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.

Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 13,44-46

Die Gleichnisse vom Schatz und von der Perle

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 16,24-27

Nachfolge und Selbstverleugnung

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.

Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?

Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 18,1-5

Der Rangstreit der Jünger

In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte?

Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 19,3-12

Über die Ehe, Ehescheidung und Ehelosigkeit

In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen?

Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will?

Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.

Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten.

Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 19,27-29

Vom Lohn der Nachfolge

In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?

Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 22,34-40

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot

Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?

Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 25,1-13

Das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!

Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.

Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen.

Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.

Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 25,14-30

Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.

Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.

Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.

Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.

Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 25,31-46

Das Gleichnis vom Gericht des Menschensohnes über die Völker

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.

Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.

Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!

Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.

Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus. 3,31-35

Über die wahre Familie Jesu

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir.

Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus. 10,13-16

Die Segnung der Kinder

In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus. 10,17-30

Von Reichtum und Nachfolge

Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?

Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter!

Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.

Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!

Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.

Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.

Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.

Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 6,27-38

Von der Vergeltung und von der Liebe zu den Feinden

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd.

Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.

Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 9,57-62

Von der Nachfolge

Als sie auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.

Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!

Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 10,38-42

Maria und Marta

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!

Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 12,32-34

Vom wahren Schatz

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.

Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 12,35-40

Das Gleichnis vom treuen und vom schlechten Knecht

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 14,25-33

Vom Ernst der Nachfolge

In jener Zeit, als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.

Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.

Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.

Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 15,1-8

Einheit mit Jesus und in Jesus

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.

Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.

Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 15,9-17

Bleibt in meiner Liebe

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.

Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.

Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 17,20-26

Jesu Fürbitte für alle Glaubenden

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.

Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.

Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 16,13-19

Das Christusbekenntnis des Petrus und die Zusage Jesu

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philíppi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?

Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elíja, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.

Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!

Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 19,1-10

Jesus bei Zachäus

In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.

Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf.

Als die Leute das sahen, empörten sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.

Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.

Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 2,13-22

Die Tempelreinigung

Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!

Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich.

Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?

Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?

Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 4,19-24

Jesus und die Samariterin am Jakobsbrunnen

In jener Zeit sagte die samaritische Frau zu Jesus: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.

Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Te Deum

Dich, Gott, loben wir, dich, Herr, preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater, huldigt das Erdenrund.
Dir rufen die Engel alle,
dir Himmel und Mächte insgesamt,
die Kerubim dir und die Serafim
mit niemals endender Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig
der Herr, der Gott der Scharen!
Voll sind Himmel und Erde
von deiner hohen Herrlichkeit.

Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;
dich preist über das Erdenrund
die heilige Kirche;
dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.

Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters allewiger Sohn.
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht,
bist Mensch geworden,
den Menschen zu befreien.
Du hast bezwungen des Todes Stachel
und denen, die glauben,
die Reiche der Himmel aufgetan.

Du sitzest zur Rechten Gottes
in deines Vaters Herrlichkeit.
Als Richter, so glauben wir,
kehrst du einst wieder.
Dich bitten wir denn,
komm deinen Dienern zu Hilfe,
die du erlöst mit kostbarem Blut.
In der ewigen Herrlichkeit
zähle uns deinen Heiligen zu.

( Rette dein Volk, o Herr, und segne dein Erbe;
und führe sie und erhebe sie bis in Ewigkeit.
An jedem Tag benedeien wir dich
und loben in Ewigkeit deinen Namen,
ja, in der ewigen Ewigkeit.
In Gnaden wollest du, Herr,
an diesem Tag uns ohne Schuld bewahren.

Erbarme dich unser, o Herr, erbarme dich unser.
Lass über uns dein Erbarmen geschehn,
wie wir gehofft auf dich.
Auf dich, o Herr,
habe ich meine Hoffnung gesetzt.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.
)

Oration

Erhabener Gott, du erbaust dir aus lebendigen und erlesenen Steinen ein ewiges Haus. Mache die Kirche reich an Früchten des Geistes, den du ihr geschenkt hast, und lass alle Gläubigen in der Gnade wachsen, bis das Volk, das dir gehört, im himmlischen Jerusalem vollendet wird. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut. © staeko.net

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