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Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
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Lesehore

Hl. Antonius Maria Claret
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Erwartet den Herrn

Erwartet den Herrn,
steht als Knechte bereit an der Tür.
Schon jauchzt jeder Stern.
Seht, er kommt, seht, er kommt, wir sind hier.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Entzündet die Lampen, ihr Mägde,
erglühet im Geist
im Kommen des EwigGeliebten,
der Kyrios heißt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du wirfst dein Feuer zur Erde
und willst, dass es brennt,
und wir sind der Mund,
der anbetend dein Kommen bekennt.

Komm, Herr Jesus, Maranatha.

Du Wort, das der Vater spricht

Du Wort, das der Vater spricht,
behältst deine Gottheit nicht
als Beute und Raub,
du springst in den Staub:
Du Leben, du Licht
wirst Mensch, der zerbricht,
da fließen die lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Herr, gib uns zu trinken davon.
Dein Wort ist nicht irgendein Ton.
Es dringt in uns ein
wie Feuer, wie Wein:
Wer glaubt, der hat schon
das Leben im Sohn,
dem Urquell der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Du Wort des Herrn bist ein Schwert,
das Sehne und Mark durchfährt
und Wahrheit heißt
und Macht ist und Geist,
das ewig währt
und uns verklärt
in der Kraft der lebenspendenden Wasser
des Heils.
Halleluja.

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
im Urbeginn die Welt erschuf.
Du bist der Anfang und das Ende.

Der Himmel und die ganze Welt
sind deiner Hoheit unterstellt.
Du bist der Zeiten Lot und Wende.

Die Weisheit baute sich ein Haus,
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen.

Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
nicht mehr die Last so drückend schwer:
Der Weg zum Vater steht uns offen.

Psalmodie
1. Ant.

Wer so klein sein kann wie ein Kind, der ist im Himmelreich der Größte.

Psalm 131 · Frieden in Gott wie ein Kind bei der Mutter

Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. (Mt 11,29)

Herr, mein Herz ist nicht stolz,  ∗
nicht hochmütig blicken meine Augen.

Ich gehe nicht um mit Dingen,  ∗
die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;  ∗
wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

Israel, harre auf den Herrn  ∗
von nun an bis in Ewigkeit.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wer so klein sein kann wie ein Kind, der ist im Himmelreich der Größte.

2. Ant.

Mit ungeteiltem Herzen habe ich freudig alles gegeben, Herr, du mein Gott.

Psalm 132, 1–10 · Die Erwählung des Zion

Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. (Lk 1,32)

O Herr, denk an David,  ∗
denk an all seine Mühen,

wie er dem Herrn geschworen,  ∗
dem starken Gott Jakobs gelobt hat:

„Nicht will ich mein Zelt betreten  ∗
noch mich zur Ruhe betten,

nicht Schlaf den Augen gönnen  ∗
noch Schlummer den Lidern,

bis ich eine Stätte finde für den Herrn,  ∗
eine Wohnung für den starken Gott Jakobs.“

Wir hörten von seiner Lade in Efrata,  ∗
fanden sie im Gefilde von Jáar.

„Lasst uns hingehen zu seiner Wohnung  ∗
und niederfallen vor dem Schemel seiner Füße!“

„Erheb dich, Herr, komm an den Ort deiner Ruhe,  ∗
du und deine machtvolle Lade!“

Deine Priester sollen sich bekleiden mit Gerechtigkeit,  ∗
und deine Frommen sollen jubeln.

„Weil David dein Knecht ist,  ∗
weise deinen Gesalbten nicht ab!“

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Mit ungeteiltem Herzen habe ich freudig alles gegeben, Herr, du mein Gott.

3. Ant.

Der Herr hat David Treue geschworen; er hat seine Herrschaft auf ewig gefestigt.

Psalm 132, 11–18

Der Herr hat David geschworen,  ∗
einen Eid, den er niemals brechen wird:

„Einen Spross aus deinem Geschlecht  ∗
will ich setzen auf deinen Thron.

Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren,  ∗
mein Zeugnis, das ich sie lehre,

dann sollen auch ihre Söhne  ∗
auf deinem Thron sitzen für immer.“

Denn der Herr hat den Zion erwählt,  ∗
ihn zu seinem Wohnsitz erkoren:

„Das ist für immer der Ort meiner Ruhe;  ∗
hier will ich wohnen, ich hab’ ihn erkoren.

Zions Nahrung will ich reichlich segnen,  ∗
mit Brot seine Armen sättigen.

Seine Priester will ich bekleiden mit Heil,  ∗
seine Frommen sollen jauchzen und jubeln.

Dort lasse ich Davids Macht erstarken  ∗
und stelle für meinen Gesalbten ein Licht auf.

Ich bedecke seine Feinde mit Schande;  ∗
doch auf ihm erglänzt seine Krone.“

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Der Herr hat David Treue geschworen; er hat seine Herrschaft auf ewig gefestigt.

Versikel

Kommt und schaut die Taten des Herrn.

Der Wunderbares vollbringt auf der Erde.

Erste Lesung
Aus dem Buch Jesus Sirach. 51,1-2

Danklied

Ich will dich preisen, mein Herr und König,
ich will dich loben, Gott meines Heils.
Ich will deinen Namen verkünden, du Hort meines Lebens,
denn du hast mich vom Tod errettet.
Du hast meinen Leib vor dem Grab bewahrt,
meinen Fuß dem Griff der Unterwelt entrissen.

Du hast mich befreit von der Geißel böser Zungen,
von den Lippen treuloser Lügner.
Gegen meine Widersacher standest du mir zur Seite,
in deiner großen Huld hast du mir geholfen
aus der Schlinge derer, die auf meinen Fall lauern,
aus der Hand jener, die mir nach dem Leben trachten.

Aus vielen Nöten hast du mich erlöst,
aus der Bedrängnis der Flammen, die mich umringten,
aus Gluten, die nicht wirklich geschürt,
aus dem Schoß der Flut, nicht wirklich von Wasser,
sondern von schändlichen Lippen und Erfindern von Lüge,
von den Pfeilen der falschen Zunge.

Schon war ich dem Tod nahe
und mein Leben den Tiefen der Unterwelt.
Ich wandte mich nach allen Seiten und fand keinen Helfer,
ich spähte nach einem Beistand, doch keiner war da.
Da dachte ich an das Erbarmen des Herrn,
an die Taten seiner Huld, die seit Ewigkeit bestehen.

Er hilft allen, die auf ihn vertrauen,
und erlöst sie aus jeder Gefahr.
So erhob ich von der Erde meine Stimme,
ich schrie von den Toren der Unterwelt her.
Ich rief: Herr, mein Vater bist du,
mein Gott, mein rettender Held.
Verlass mich nicht am Tag der Not,
am Tag der Vernichtung und Verwüstung!
Deinen Namen will ich allzeit loben,
an dich denken im Gebet.

Da hörte der Herr meine Stimme
und achtete auf mein Flehen.
Er erlöste mich von allem Unheil
und rettete mich am Tag der Not.
Darum danke ich dem Herrn
und will seinen Namen loben und verherrlichen.

( Danket dem Herrn, denn er ist gut,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Gott der Lobgesänge,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Wächter Israels,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Schöpfer des Alls,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Erlöser Israels,
denn seine Huld währt ewig.

Danket dem, der Israels Versprengte sammelt,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Erbauer seiner Stadt und seines Heiligtums,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem, der dem Haus David Macht verlieh,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem, der Zadoks Söhne zu Priestern erwählt hat,
denn seine Huld währt ewig.

Danket dem Schild Abrahams,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Fels Isaaks,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem Starken Jakobs,
denn seine Huld währt ewig.

Danket dem, der Zion erwählt hat,
denn seine Huld währt ewig.
Danket dem König der höchsten Könige,
denn seine Huld währt ewig.

Seinem Volk verleiht er Macht –
das ist ein Ruhm für all seine Frommen,
für Israels Söhne, das Volk, das sich ihm nahen darf. Halleluja!
)

Ich will dich preisen, mein Herr und König, * denn du hast mich vom Tod errettet.

Ich will deinen Namen verkünden, du Herr meines Lebens. * Denn du hast mich vom Tod errettet.

Zweite Lesung
Antonius Maria Claret († 1870) Aus der Abhandlung „Die Überwindung der Selbstsucht“.

Die Liebe Christi drängt uns

Vom Feuer des Heiligen Geistes getrieben, durchwanderten die Apostel den Erdkreis. Von dem gleichen Feuer entzündet, gelangten die apostolischen Missionare bis an die Enden der Welt, von einem Pol bis zum andern, um das Wort Gottes zu verkünden. So ist es noch heute, und so wird es immer sein. Sie können auf sich das Wort des heiligen Paulus anwenden: „Die Liebe Christi drängt uns“ 2 Kor 5,14 .

Die Liebe Christi stachelt uns an und macht uns wach, so dass wir eilen und gleichsam fliegen, getragen von den Fittichen des Eifers. Wer Gott wirklich liebt, der liebt auch den Nächsten.

Der Liebende ist in der Tat ein Eiferer, und zwar umso mehr, je höher der Grad seiner Liebe ist. Je stärker die Liebe in ihm brennt, desto mehr treibt ihn der Eifer. Wenn jemand keinen Eifer hat, dann zeugt das davon, dass in seinem Herzen Liebe und Zuneigung erloschen sind.

Wer Eifer hat, wünscht, dass Gott immer mehr erkannt und geliebt und dass ihm in diesem und in jenem Leben gedient wird. Denn die heilige Liebe kennt keine Begrenzung. Das wünscht er, dafür tut er alles, und dafür bietet er das Äußerste auf.

Ebenso hält er es auch mit den Mitmenschen. Mit Tatkraft wünscht er, dass alle Menschen hier auf der Erde zufrieden und droben in der Heimat selig und glücklich sind; dass alle gerettet werden; dass keiner auf immer verlorengeht; dass niemand Gott beleidigt oder zu irgendeinem Zeitpunkt in der Sünde verharrt. Das sehen wir an den heiligen Aposteln und an allen, die vom Geist der Apostel getrieben werden.

Ich sage mir selbst: Ein Sohn des unbefleckten Herzens Marias ist ein Mann, der von Liebe entbrannt ist und, wohin er auch geht, brennt; der wünscht, alle Menschen mit dem Feuer der göttlichen Liebe zu entzünden, und der sich mit allen Mitteln darum bemüht, dass es dahin kommt. Er lässt sich durch nichts abschrecken; er freut sich am Verlust; er geht an die Arbeit; er nimmt die Mühe auf sich und freut sich, wenn er verleumdet und gepeinigt wird. Er denkt an nichts anderes, als wie er Christus nachfolgen und ihn nachahmen kann im Beten, im Arbeiten, im Leiden und in der unablässigen und alleinigen Sorge für die Ehre Gottes und das Heil der Seelen.

Wir wollten euch nicht nur am Evangelium Gottes teilnehmen lassen, sondern auch an unserm Leben; * ihr seid uns sehr lieb geworden.

Meine Kinder, für die ich von neuem Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt, * Ihr seid uns sehr lieb geworden.

Athanasius († 373) Aus dem Buch „Gegen die Heiden“.

Durch das Wort fügen sich alle Dinge zu einer wahrhaft göttlichen Harmonie

Unter allem, was besteht und entsteht, gibt es nichts, was nicht im Wort und durch das Wort geschaffen wäre und im Dasein erhalten würde, wie auch der Theologe lehrt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ Joh 1,1-3

Wie ein Musiker seine Laute harmonisch stimmt, die tiefen Töne mit den hohen und die mittleren mit den übrigen kunstvoll verbindet und so die eine Melodie zum Vortrag bringt, so hält die Weisheit Gottes die ganze Welt wie eine Laute, verbindet die Dinge in der Luft mit denen auf der Erde und die im Himmel mit denen des Äthers, verknüpft das Ganze mit dem einzelnen, leitet es nach seinem Wink und Wollen und schafft so schön und voll Wohlklang die eine Welt und die eine Ordnung der Welt.

Inzwischen bleibt das göttliche Wort selbst unbewegt beim Vater, bewegt aber alles bei seiner eigenen Beständigkeit, wie es dem Willen des Vaters entspricht.

Schließlich gibt er allem je nach Maß seiner Natur Leben und Ordnung. So fügen sich alle Dinge durch ihn zu einer wunderbaren und wahrhaft göttlichen Harmonie.

Man kann die große Sache in einem Bild verständlich machen. Ich stelle dir einen großen Chor vor Augen als Beispiel für die Gemeinde. In einem Chor, der sich aus Menschen verschiedener Art zusammensetzt, aus Knaben und Frauen, aus alten und noch jungen Männern, der von einem Dirigenten geleitet wird, singt jeder nach seiner Natur und Fähigkeit: der Mann als Mann, der Knabe als Knabe, der alte Mann als alter und der junge als junger Mann. Trotzdem bringen sie die eine Harmonie zustande.

Ähnlich ist es mit unserer Seele. Zu gleicher Zeit setzt sie unsere verschiedenen Sinne je nach der Wirkweise eines jeden in Bewegung. Das Auge sieht, das Ohr hört, die Hand tastet, der Geruchsinn riecht, der Geschmacksinn schmeckt, und auch andere Glieder regen sich – die Füße zum Beispiel laufen. Ebenso geht es auch im Weltganzen zu. Wenn das Bild auch nur schwach ist, so soll es doch zu vertiefter Einsicht verhelfen.

Durch einen kraftvollen Wink des göttlichen Wortes also wird alles in Ordnung gehalten, und die einzelnen Dinge tun, was einem jeden von ihnen eigentümlich ist, und doch schaffen sie alle zusammen den einen Kosmos.

Preist Gott und lobt ihn! * Gebt ihm die Ehre und bezeugt vor allen Menschen, was er für euch getan hat.

Es ist gut, Gott zu preisen und seinen Namen zu verherrlichen. * Gebt ihm die Ehre und bezeugt vor allen Menschen, was er für euch getan hat.

Oration

Herr, unser Gott, du hast den heiligen Antonius Maria Claret berufen, die Botschaft Jesu zu verkünden, und ihm große Liebe und Geduld geschenkt. Auf seine Fürsprache mache uns fähig, deinem Reich zu dienen und den Menschen dein Wort so zu sagen, dass sie zum Glauben an deinen Sohn Jesus Christus gelangen, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut. © staeko.net

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