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Die Debatte um die "Viri probati" geht weiter

Altbischof Reinelt: Priesterweihe für Familienväter

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Dresden - Die Debatte um die "Viri probati" geht weiter: Jetzt äußert sich auch der Altbischof des Bistums Dresden-Meißen. Er fordert angesichts des Priestermangels einen mutigen Schritt der Kirche.

Der Altbischof des Bistums Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, hat sich für eine Weihe auch verheirateter Männer zu Priestern ausgesprochen. "Ich verstehe nicht, dass man nicht den Mut hat zu sagen, die Zeit ist reif, 'viri probati' die Priesterweihe zu spenden, Männern, die sich als christliche Familienväter bewährt haben", sagte Reinelt in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Interview der ostdeutschen Kirchenzeitung "Tag des Herrn". Angesichts des zunehmenden Priestermangels könnten "auch die allerbesten Laien die entstehenden Lücken nicht ohne weiteres füllen".

Zuvor hatte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, gesagt: "Wenn heute ein Bischof in Deutschland den Mut hätte, ein paar Männer, vielleicht Diakone, zu Priestern zu weihen, würde er aus Rom keinen Protest erfahren." Er sehe in der Frage einer Weihe verheirateter Männer zu Priestern deutliche Impulse des Papstes, dieses Thema anzugehen. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sprach sich dafür aus, die Möglichkeit, bewährte verheiratete Männer (viri probati) zu Priestern zu weihen, einmal gründlich zu durchdenken und "in der ganzen Bandbreite" der Problematik zu besprechen.

Auch im Vatikan ist man Gesprächsbereit

Auslöser der jüngeren Debatte war unter anderem ein Interview des Papstes in der Wochenzeitung "Die Zeit" im März vergangenen Jahres. Darin sagte er: "Wir müssen darüber nachdenken, ob Viri probati eine Möglichkeit sind. Dann müssen wir auch bestimmen, welche Aufgaben sie übernehmen können, zum Beispiel in weit entlegenen Gemeinden." Im Oktober kündigte Franziskus dann eine Amazonas-Synode im Vatikan an, die der Debatte weiter Auftrieb gab.

Im Januar diesen Jahres äußerte sich schließlich auch der Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation mit ähnlicher Stoßrichtung. Angesichts der rückläufigen Zahl der Berufungen und eines "sakramentalen Notstands" in manchen Weltgegenden müsse "zumindest für einige sehr isolierte Gemeinschaften die Möglichkeit in Erwägung gezogen werden, die Evangelisierung und die Feier der Sakramente "Viri probati" anzuvertrauen", sagte Kurienkardinal Beniamino Stella. Als Beispiel nannte er Amazonien und "einige entlegene Pazifik-Inseln". (bod/KNA)

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