Bischof Overbeck: Was es bedeutet, "radikal christlich zu leben"
Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat dazu aufgerufen, das Hören auf Jesus Christus und den Dienst am Nächsten nicht voneinander zu trennen. "Radikal christlich zu leben bedeutet, bei Jesus zu sein und zugleich zu wissen, dass es unmöglich ist, untätig zu bleiben", sagte Overbeck am Donnerstag in Fulda. Dies zeige auch das Vorbild der heiligen Therese von Lisieux (1873–1897), deren Namenstag die Kirche am 1. Oktober feiert.
In einem Gottesdienst bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) predigte Overbeck: "Gerade im Vertrauen auf das Handeln Jesu liegt für Therese der Grund des eigenen Tuns. Wer alles von ihm erwartet, wird frei, aus seiner Liebe heraus verantwortlich zu handeln." Eine solche Haltung könne auch dabei helfen, "die offenen Fragen im gegenwärtigen Wandel der Kirche auszuhalten" und Entscheidungen zu treffen.
Die viertägige Vollversammlung der rund 60 Bischöfe endet an diesem Donnerstag. Der DBK-Vorsitzende und Münsteraner Bischof Heiner Wilmer wird am Mittag in einer Pressekonferenz die wichtigsten Ergebnisse der Beratungen vorstellen (live auf katholisch.de ab 10:45 Uhr).
Seit Montag ging es um bio- und medizinethische Fragen, um Antworten der Kirche auf die KI-Revolution und um den weiteren Kurs beim Reformdialog zur Zukunft der Kirchen. Die Bischöfe tauschten sich auch über die politischen Folgen der jüngsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Berlin aus. Betroffene von Missbrauch und sexualisierter Gewalt durch Priester und Kirchenmitarbeiter forderten eine Gesamtanalyse der bisherigen Aufarbeitung.