Bode über Kirchen-Reformen: Ohne Hoffnung würde ich nicht weitermachen
Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sieht trotz Kritik aus Rom noch Chancen auf Reformen in der Kirche. Appelle für eine Öffnung der Weiheämter für Frauen, eine Anerkennung der Homosexualität und ein Ende des Pflichtzölibats kämen nicht allein von den deutschen Katholiken, sagte Bode dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die vatikanischen Gremien behaupteten dies manchmal zu Unrecht. "Solche Forderungen gibt es aus der ganzen Welt." Das zeigten die Zusammenfassungen aller Bischofskonferenzen, die beim weltweiten synodalen Prozess erhoben wurden.
Er betrachte es bereits als Fortschritt, dass diese Forderungen im vatikanischen Arbeitsdokument zur Weltbischofssynode schriftlich festgehalten seien, betonte Bode: "Dann muss sich die Weltsynode dazu irgendwie verhalten." Zunächst werde sich im Februar die kontinentale europäische Vorbereitung mit den Reformvorschlägen beschäftigen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.
Er hoffe, dass die Themen dort und auf der Weltsynode als allgemeine Probleme erkannt würden und dadurch Handlungsdruck entstehe, sagte Bode. Dann sehe er durchaus noch die Möglichkeit, dass sich die katholische Kirche verändern könne – auch, wenn die jüngsten Äußerungen aus Rom für ihn durchaus enttäuschend gewesen seien. "Aber wenn ich keine Hoffnung mehr hätte, würde ich nicht mehr weitermachen", sagte der Bischof.
"Ich würde aber mein Eintreten dafür nicht aufgeben"
Im Falle eines Scheiterns der Reformbemühungen würde Bode, der auch Vorsitzender des Forums "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" beim Synodalen Weg ist, allerdings nicht eigenmächtig Frauen zu Diakoninnen oder Priesterinnen weihen. Das bedürfte zwingend der Annahme durch die Weltkirche, sagte der 71-Jährige: "Ich würde aber mein Eintreten dafür nicht aufgeben."
Aus Rom hatte es zuletzt wiederholt Kritik am Synodalen Weg in Deutschland gegeben, zuletzt beim Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe im November. Der Vorsitzende der vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, schlug dabei sogar ein Moratorium für den Synodalen Weg vor. Diese Unterbrechung des Reformprojekts wurde letztlich aber abgewendet. Papst Franziskus selbst hatte in Interviews mehrfach betont: "In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche. Wir brauchen nicht zwei davon." In einem anderen Interview erteilte er der Öffnung der Weiheämter für Frauen eine Absage.
Bode sagte, er halte die Aussage des Papstes für "unglücklich". Es gehe nicht um eine Protestantisierung. "Natürlich haben wir ökumenisch viel gelernt." Aber die Akzente der katholischen Kirche sollten bleiben. "Wir wollen das Eigene des Katholischen bewahren", sagte der Osnabrücker Bischof. Weder die Weihe an sich noch die Sakramente würden durch die Reformvorschläge angetastet. (cbr/epd)