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Das Bistum Magdeburg braucht schnell einen neuen Bischof

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Ein Kommentar von
Steffen Zimmermann
Die Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg
Berlin - Während die AfD sich anschickt, bald in Magdeburg zu regieren, verliert das dortige Bistum seinen Bischof. Das ist ein Problem, schreibt Steffen Zimmermann.

In gut zwei Wochen wird der Magdeburger Bischof Gerhard Feige 75 Jahre alt. Damit erreicht er die Altersgrenze für Bischöfe. Es wird erwartet, dass Papst Leo XIV. Feiges bereits vor längerer Zeit eingereichtes Rücktrittsgesuch zeitnah annehmen wird. Damit steht die Sedisvakanz des Magdeburger Bischofsstuhls unmittelbar bevor. So weit, so normal.

Doch die Umstände, unter denen Feige in den Ruhestand geht, sind alles andere als normal. Schließlich steht in Magdeburg in diesen Wochen die erste AfD-geführte Landesregierung Deutschlands in den Startlöchern; im Dezember will sich Fraktionschef Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt wählen lassen. Gesellschaftlich und politisch ist das für ganz Deutschland eine tiefe Zäsur, schließlich handelt es sich bei der AfD um eine in weiten Teilen rechtsextreme Partei.

Dass der Magdeburger Bischofsstuhl ausgerechnet in dieser heiklen Phase verwaist sein wird, ist misslich. Denn erschwerend kommt der Umstand hinzu, dass die AfD in Sachsen-Anhalt besonders kirchenfeindlich ist und zahlreiche anti-kirchliche Maßnahmen plant. Umso wichtiger wäre es, dass das Bistum Magdeburg auch ab Dezember einen starken und mutigen Bischof an seiner Spitze hätte, der der Partei deutlich widersprechen und die Interessen der Kirche mit Autorität vertreten könnte.

Natürlich: Das Bistum ist auch in der Sedisvakanz nicht führungslos. Übergangsweise wird ein Diözesanadministrator die Geschicke der Diözese leiten (allerdings nur mit eingeschränkten Befugnissen), und auch sonst gibt es vor Ort starke kirchliche Stimmen, die gegen die AfD und für die Kirche Position beziehen können. Oder wie es Bischof Feige heute im katholisch.de-Interview sagt: "Ich gehöre zu denen, die bislang Verantwortung getragen haben. Andere werden diese Verantwortung gut weitertragen."

Und doch muss man so ehrlich sein: Das Bistum wird durch den Rücktritt Feiges, einer der prominentesten Stimmen der ostdeutschen Kirche, geschwächt und könnte für die AfD dadurch zu einer leichteren "Beute" werden. Diejenigen, die am Verfahren zur Suche und Wahl eines neuen Bischofs beteiligt sind, sollten deshalb alles daran setzen, die Zeit der Sedisvakanz so kurz wie möglich zu halten. Magdeburg kann es sich angesichts der politischen Lage schlicht nicht leisten, länger als nötig auf einen neuen Bischof zu warten.

Der Autor

Steffen Zimmermann ist Korrespondent von katholisch.de in Berlin.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.

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