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Kirche sei "zur inneren Reform" bereit

DBK-Generalsekretärin: Jeden Missbrauchsfall sichtbar machen

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Beate Gilles
Berlin - Das Münchner Missbrauchsgutachten erschüttert die Kirche – und es werde erneut Erschütterungen geben, wenn weitere Vertuschungen aufgedeckt werden, betont DBK-Generalsekretärin Beate Gilles. Doch es sei wichtig, jeden Fall sichtbar zu machen.

Die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Beate Gilles, rechnet mit weiteren Erschütterungen in der katholischen Kirche durch das Aufdecken von Vertuschungen oder die Missachtung von Opfern in Missbrauchsfällen. "Die Bistümer haben sich zur Aufarbeitung verpflichtet, und es wird weitere Analysen und Aufdeckungen geben, wo nicht angemessen agiert wurde und wer Täter geschützt und Betroffene nicht gesehen hat", sagte Gilles dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). "Das erschüttert jedes Mal, aber es ist wichtig, jeden Fall sichtbar zu machen."

Die Kirche stecke in einer "tiefen, fundamentalen Krise", sagte die Theologin weiter. "Ja, die Kirche hat gesündigt." Gilles verwies zugleich auf den Reformprozess Synodaler Weg: Dort würden "in einer beeindruckenden Geschwindigkeit die Themen wie Macht, Beteiligung, Sexualmoral konkretisiert" und Lösungsvorschläge erarbeitet." Die Kirche sei "zur inneren Reform bereit", betonte sie. "Daran arbeiten wir, daran lassen wir uns messen."

Erste Beschlüsse gefasst

Am Donnerstag hatte die dritte Vollversammlung des Synodalen Wegs mit einer Aussprache über das Münchner Gutachten zu sexuellem Missbrauch begonnen. Das Treffen, zu dem trotz hoher Corona-Inzidenzwerte laut Angaben der Organisatoren 218 der 230 Synodalen nach Frankfurt kamen, dauert noch bis Samstag. Auf dem Tisch liegen 13 Papiere zu den vier zentralen Themen – Sexualmoral, Rolle der Frauen, priesterliches Leben und Macht. Das Präsidium zeigte sich vor Beginn des Treffens zuversichtlich, dass die Papiere die notwendige doppelte Zweidrittel-Mehrheit finden – unter den Delegierten und unter den anwesenden Bischöfen.

Zu den Forderungen gehören etwa der Ruf nach Mitbestimmung der Laien bei der Bestellung neuer Bischöfe, nach Lockerungen bei der verpflichtenden Ehelosigkeit von Priestern und nach der Zulassung von Frauen zum Diakonat. Am ersten Tag der Vollversammlung nahmen die Delegierten den Orientierungstext des Synodalpräsidiums sowie den Grundtext des Forums "Macht und Gewaltenteilung" mit der erforderlichen Mehrheit an. (mal/KNA)

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