Suche
Erzbistum Köln bereitet sich auf Jugendsynode vor

Erstes Bistum startet Befragung unter Jugendlichen

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Köln - Als Vorbereitungen auf die anstehende Jugendsynode im Vatikan will der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Jugendlichen nach ihrer Meinung fragen. Besonders auf eines kommt es ihm dabei an.

Als erstes Bistum in Deutschland hat das Erzbistum Köln eine Online-Befragung junger Menschen im Vorfeld der Weltbischofssynode zum Thema Jugend angekündigt. "Wir müssen hören, was Jugendliche zu bestimmten Fragen denken", sagte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Donnerstag vor Journalisten in Köln: "Wir müssen lernen, auf unsere Jugend zu setzen, unserer Jugend zu vertrauen."

Zur Vorbereitung der Jugendsynode im Herbst 2018 will auch der Vatikan selbst eine Online-Umfrage starten. Wenn Rom vermutlich Mitte Mai die offiziellen Fragen verschickt, sollen diese nach Angaben des Erzbischofs von einer Gruppe aus Kölner Jugendlichen und Seelsorgern in "normales Jugenddeutsch" übersetzt werden. Denn die Erfahrung zeige, dass die Formulierungen vatikanischer Behörden oft schwierig zu verstehen seien.

Die nun vorgestellte Umfrage will aber auch spezielle Fragen zum Erzbistum Köln einbeziehen. Nach den Worten von Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp hat die Kirche Schwierigkeiten, mit jungen Menschen in einen für sie sinnvollen Kontakt zu kommen. "Geben wir vielleicht Antworten auf Fragen, die niemand mehr stellt?", so der Pfarrer. Zudem komme Kirche mitunter wie eine "alte Diva" daher, die erwarte, dass die Jugend auf sie zukomme. Mit der Umfrage wolle das Erzbistum deutlich machen, dass es auf die Jugendlichen zugehe und hinhören wolle, wo ihre Interessen liegen.

Linktipp: Hört auf die Jugend!

Die Vorbereitung einer Synode ist meist eher dröge. Papst Franziskus beginnt sie aber mit einer Umfrage unter Jugendlichen weltweit. Das kommt einer kleinen Revolution gleich – auch wenn noch viel offen ist. (Artikel vom Januar 2017)

Zum Artikel

"Wir wollen versuchen, den jungen Menschen eine Stimme und Verantwortung zu geben", betonte Woelki. Zu möglichen Differenzen zwischen der kirchlichen Lehre und den Positionen der Jugendlichen etwa in Fragen der Sexualität sagte der Erzbischof, dass es wichtig sei, diese überhaupt wahrzunehmen und anzusprechen. Es komme dann darauf an, in einem "Dialog auf Augenhöhe" mit den Jugendlichen über Themen wie Liebe, Partnerschaft, Sehnsucht nach Gemeinschaft oder Treue ins Gespräch zu kommen.

Die Ergebnisse der Umfrage werden laut Woelki zur Vorbereitung der Weltbischofssynode an den Vatikan weitergeleitet. Zudem würden innerhalb der Erzdiözese auf Basis der Ergebnisse Handlungsoptionen und Perspektiven formuliert. Informationen zur Kampagne gibt es ab Mitte Mai unter www.jugend-macht-kirche.de. Bereits im Vorfeld der Weltbischofssynode über Ehe und Familie im Herbst 2015 hatten der Vatikan und deutsche Bistümer Umfragen an der Kirchenbasis initiiert. Sie belegten unter anderem eine tiefe Kluft zwischen der kirchlichen Lehre über die Sexualmoral und der Praxis vieler Katholiken. (KNA)

kna-katholisch-swarm-node3 (0.015s)