Erzbischof Heiner Koch legt Treueeid ab
Papst Franziskus hatte Koch nach dessen Wahl durch das Berliner Domkapitel am 8. Juni zum Nachfolger von Kardinal Rainer Maria Woelki ernannt, der vor einem Jahr an die Spitze des Erzbistums Köln wechselte. Bislang war Koch Bischof des Bistums Dresden-Meißen. Er tritt sein neues Amt am 19. September mit einem Festgottesdienst in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale an.
In dem Eidestext aus dem Reichskonkordat heißt es: "Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in der Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte."
Einladung ging auch an syrische Flüchtlinge
An dem Festakt nahmen Spitzenvertreter von Abgeordnetenhaus und Senat sowie der Kirchen teil. Kochs Einladung war als Vertreterin des Islam die Vorsitzende des Deutschsprachigen Muslimkreises Berlin, die Imamin Andrea Reimannn, gefolgt. Nicht gekommen war zum Bedauern des Erzbischofs eine Gruppe syrischer Flüchtlinge, die von Berliner Katholiken unterstützt wird.
Die Berliner machen es ihrem zukünftigen Erzbischof in einer Sache schon mal leicht: Im Internet hatten sie zusammengetragen, was die Katholiken zwischen Rügen und Berlin von ihrem neuen Bischof erwarten.
Müller würdigte den "großartigen Einsatz" des Erzbistums Berlin bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Ausdrücklich nannte er das Engagement der Pfarrgemeinde Sankt Laurentius in Tiergarten. Der Regierende Bürgermeister hieß Koch "herzlich willkommen" und wünschte ihm "als Christ Gottes Segen".
Koch lobt Reichtum der Kulturen in Berlin
Koch sprach ebenfalls die Not der Flüchtlinge an. Gleichwohl könnten sie einen "Reichtum an Lebenserfahrung, an Weisheit und Würde" vorweisen. Der Erzbischof betonte, "was für eine Chance die Flüchtlinge für unsere Gesellschaft bedeuten, wenn wir ihnen nur die Möglichkeit verschaffen, diesen Reichtum hier einzubringen". In seiner Ansprache hob Koch zudem den "Reichtum" der anderen religiösen Kulturen hervor sowie "der säkularen Tradition, die Berlin ja ebenfalls prägt".
Das Erzbistum Berlin umfasst das Land Berlin, den größten Teil Brandenburgs sowie Vorpommern. In seinen 105 Kirchengemeinden leben etwa 409.000 Katholiken, davon rund 332.000 in Berlin. (KNA)