Falschmeldung über Tod von Kardinal Kasper
Der Rottenburger Bischof Klaus Krämer ist nicht auf X – ein unter seinem Namen am Dienstag verbreiteter Post vom angeblichen Tod von Kardinal Walter Kasper (92) ist eine Fälschung. "Weder ist Kardinal Kasper tot, noch stammt der Post von Bischof Krämer", teilte die Diözese Rottenburg-Stuttgart am Nachmittag mit.
Zuvor hatte die vermeintliche Todesnachricht kurz für Verwirrung gesorgt. Der erst am Vortag angemeldete X-Account hatte sich aber rasch als Fälschung erwiesen. Inzwischen räumte der italienische Journalist Tommaso Debenedetti über ebendiesen Account und gegenüber katholisch.de ein, hinter der Fälschung zu stehen.
Krämer erläuterte, nach der Übernahme von Twitter durch den Milliardär Elon Musk habe sich die Social-Media-Plattform radikalisiert, die Desinformation habe zugenommen. Daher habe er sich entschieden, nicht über X zu kommunizieren. Ein früherer Twitter-Account seines Amtsvorgängers Gebhard Fürst wurde gelöscht.
Serienfälscher will "Medienkompetenz" stärken
Debenedetti, der sich selbst als "Meisterfälscher" bezeichnet, wendet seit mindestens 2010 dieselbe Masche an: Ein X-Account gibt vor, eine bekannte Persönlichkeit oder Institution zu sein, nach einigen unverfänglichen Inhalten folgt eine Todesmeldung über Prominente aus Politik, Kirche oder Literatur. Benedikt XVI. war dabei zu Lebzeiten häufiger Ziel des Italieners. Im März verbreitete er eine gefälschte Todesnachricht des damals noch lebenden Papstes Franziskus.
Neben Krämer wurden auch andere deutschsprachige Bischöfe Opfer des Serien-Fälschers: In den vergangenen Jahren gab sich Debenedetti als die Kardinäle Rainer Maria Woelki, Reinhard Marx, Karl Lehmann und Gerhard Ludwig Müller aus. (fxn/KNA)