"Gestohlene Papstreliquie zur Not ersetzen"
"Es gehört auch dazu, dass wir einen Verlust - ob materiell, oder einen persönlichen Verlust - aufarbeiten und ihm mit Trauerarbeit begegnen", sagte der Leiter des Domkapitels. Jetzt unmittelbar nach einem Ersatz zu suchen, halte er aus christlicher Sicht nicht für den richtigen Weg. "Deswegen möchte ich dieser Trauerarbeit Zeit und Raum geben." Er wolle dann im nächsten Jahr schauen, ob es möglich sei, eine neue Reliquie von Johannes Paul II. zu bekommen.
Ermittlungen vorerst eingestellt
Auch der letztlich glimpflicher verlaufene Reliquiendiebstahl aus der Düsseldorfer Andreaskirche in der vergangenen Woche könne ihn nicht optimistischer stimmen. In dem Fall waren drei von vier gestohlenen Schaugefäßen nach wenigen Tagen wieder aufgetaucht. Große Hoffnung könne dieser Fund jedoch nicht machen, denn die Fälle seien nicht zu vergleichen, sagte Bachner. Die Reliquien seien in Monstranzen eingebettet gewesen, "das heißt, das war ein kostbarer Gegenstand mit materiellem Wert". Dagegen wurde aus dem Kölner Dom nur ein Glasröhrchen mit einem blutgetränkten Tüchlein gestohlen.
Mittlerweile hat die Kölner Polizei im Fall der Anfang Juni verschwundenen Reliquie die Ermittlungen eingestellt; es gebe keine heiße Spur. Die Recherchen könnten jedoch beim geringsten Hinweis jederzeit wieder aufgenommen werden, sagte ein Sprecher auf Anfrage. (KNA)
Von der aus dem Kölner Dom gestohlenen Reliquie von Johannes Paul II. fehlt weiter jede Spur. Ausgerechnet ein prominenter Kirchenmann könnte der letzte gewesen sein, der sie noch sah.